Unternehmen rüsten sich für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Was dabei schief gehen kann und wie man es besser macht.
'Nachhaltig? Sind wir schon lange! Was kann da beim ESG-Reporting schon schiefgehen?' denken sich viele Mittelständler gerade. Viel! Sagen Lisa und Moritz. Die zwei ESG-Berater packen aus und erzählen Podcast Moderator Zackes Brustik von ihren Erlebnissen in dem sich rasant entwickelnden Feld:
✅ Das sind die beliebtesten Fehleinschätzungen, denen Unternehmen bei der Vorbereitung auf die CSRD erliegen.
✅ Darauf muss ich bei der Auswahl der ESG-Beratung und der ESG-Software achten.
✅ Mit dieser Strategie stelle ich mich für die Berichtspflicht bestens auf.
Lisa Reethen ist die Geschäftsleiterin bei Bosch Climate Solutions. Einem neuen Tochterunternehmen von Bosch. Das Team berät große und kleine Mittelständler wie z.B. EBM Pabst oder Würth auf dem Weg zur Berichterstattung und Klimabilanz. Moritz ist Teil von ihrem Team und hat den Data-Nerd Hut auf. Das Team ist dabei an keine feste Software-Lösung gebunden und kann frei von der Leber weg erzählen, was zwischen Unternehmen, Beratung und Software-Anbieter schief laufen kann und wie man es besser macht. Denn auch aus der Brille der Consultants haben sie schon viele ihrer eigenen Annahmen überarbeiten und ihre Strategie an die Realität anpassen müssen.
Diese Folge ist Teil einer zweiteiligen Mini-Serie. In der Folge darauf lernst Du von meinen nächsten Gästen alles über den perfekten Nachhaltigkeitsbericht.
Transkript:
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Lisa Reehten [00:00:04]: Gut aus einer schönen Strategie hast du erst mal, bös gesagt, keine einzige Tonne CO2 gespart. Nur weil du dem Kunden jetzt eine Klimastrategie gemacht hast, hast du deinen Purpose-Dean, den hast du noch nicht erreicht. Und deshalb sehr schnell auch zu sagen, hey wir wollen nicht nur Strategie, das können wir auch, wir wollen implementieren, wir wollen das ins Unternehmen tragen, wir wollen begeistern, wir wollen Menschen motivieren, dass sie mitmachen. Diese Hilfe zu Selbsthilfe, nicht nur als blödes Passwort.
Zackes Brustik [00:00:32]: Gewinne Zukunft, der Podcast, der dich dabei unterstützt, dein Unternehmen erfolgreich klimakompatibel zu gestalten. Hier lernst du direkt von den Menschen, die die Nachhaltigkeitstransformation als Pioniere entscheidend vorantreiben. Mein Name ist Zakiris und ich freue mich, dich mit an Bord zu haben. Wenn du dir und deinem Unternehmen auf dem Weg zur CSRD Berichtspflicht das ein oder andere Fackab ersparen willst oder das Thema Nachhaltigkeit grundsätzlich gut aufgleisen willst, dann bist du in der Folge genau richtig. Zwei ISG-Konsultants haben mir versprochen, mir einen ungeschönten Blick hinter die Kulissen zu geben. Was geht Mittelständlern durch den Kopf und welche Fehlannahmen haben sie typischerweise, wenn für sie das Thema Nachhaltigkeit als strategisches Thema noch Neuland ist. Wie reagieren Consulten sie es gerade und auch mit welchen Fehlernahmen sind sie selber in den Bereich vorgestoßen? Dann seien wir ehrlich, Nachhaltigkeit als Beratungsthema ist gerade ein explodierender Markt. Alle Consulten, sie so große oder kleinen bauen in Windeseile die notwendigen Ressourcen dafür auf und wenn es ein neues Feld ist, heißt das auch, dass die eine oder andere Strategie vielleicht nochmal überdacht werden muss. Und nicht zuletzt ist die Frage, in welche ESG-Software packe ich denn alle meine Daten für den Bericht, denn auch hier ist es ein kleines bisschen wilder Westen. Es sprießen alle möglichen ESG Startups wie Pilze aus dem Boden. Gleichzeitig mischen natürlich auch die großen Software Schmieden mit, mit ihren eigenen Lösungen und es gibt Unternehmen, die komplett als Quereinsteiger plötzlich auch ESG Software am Start haben. Also worauf muss ich achten, dass all diese drei Punkte, das richtige Verständnis aus Unternehmenssicht, der richtige Consulting Partner, der haben die vernünftige Strategie empfiehlt und im besten Fall das zum Unternehmen passende ESG Software Paket. Das erklären mir jetzt Lisa Rehten und Moritz Küpler von Bosch Climate Solutions. Bosch Climate Solutions ist eine neue Tochter von Bosch, knapp 17 Mitarbeitende aktuell. Lisa hat die Geschäftsleitung, Moritz bringt vor allem den Blick des Data Nerds mit in die Runde und gemeinsam sind sie sich nicht zu schade, wirklich offen drüber zu plaudern, was da draußen gerade schief geht, was sie selber schon verbockt haben und das ist das wichtigste, was man tun muss, damit das ganze natürlich rund läuft und man auf den richtigen Weg ist. Und damit geht es rein in die Folge. Bevor wir starten, vergesst natürlich nicht Gewinne Zukunft zu abonnieren, egal auf welcher Plattform ihr seid. Dann verpasst ihr nämlich nicht die nächsten Folgen. In der Folge nach dieser geht es dann natürlich den Nachhaltigkeitsbericht an sich. Also schnell den Abo-Button klicken und jetzt geht's los mit Lisa und Moritz. Herzlich willkommen ihr zwei.
Lisa Reehten [00:03:06]: Hi, schön, dass wir da sind.
Moritz Kübler [00:03:07]: Ja, danke für die Einladung.
Zackes Brustik [00:03:09]: Ich würde sagen, wir steigen direkt ein. Wir sparen uns gleich den Smalltalk am Anfang und machen die Liste auf die größten Verkabts da draußen von Mittelständlern, die sich auf den Weg machen zur Sustainability Strategie oder sich auf die CSRD Berichterstattung vorbereiten. Lisa, was ist dein Favorite aus den letzten Monaten?
Lisa Reehten [00:03:28]: Also eines meiner definitiven Top 3 Favorites ist immer noch der vorherrschende Gedanke an der einen oder anderen Stelle, dass die Assistenz der Geschäftsführung das ohne Probleme als Hobby nebenbei mitmachen kann. Weil die oder der, die sind natürlich motiviert, jung, ambitioniert und so ein bisschen Nachhaltigkeit, also das ist doch sicherlich gar kein Problem, wenn es gut läuft, darf die Person mal auf so eine anderthalb-Tages-Schulung und ich denke dann läuft es schon. Und also ich bin immer wieder fasziniert, dass das wirklich auch völlig ernst gemeint ist, wenn wir das zu hören bekommen. Und das zweite ist eigentlich so der Lieblingssatz, der klassischerweise nach der Vorstellungsrunde beim Termin fällt im Sinne von, das ist gut, dass Sie heute da sind zu dem Thema, aber das machen wir schon alles. Also wirklich und schon immer. Das ist ja Teil unserer DNA und Nachhaltigkeit, also da brauchen sie uns gar nichts erzählen. Und wir dann immer sagen, Mensch, das freut uns, weil wir lernen ja auch viel von Kunden und von Positivbeispielen, was machen sie denn genau Und ein paar KPIs abfragen und Mensch, wie ist denn der Fußabdruck des Unternehmens? Und man sehr schnell allein schon nach den Fragen und der Wortwahl merkt, ui, da ist eigentlich so gar nichts da.
Zackes Brustik [00:04:44]: Woran machen die das fest? Da muss ich gleich mal nachhaken. Also wenn du sagst, so typischer Case ist, ja, das macht meine wahrscheinlich geschäftsführende Assistenz. Welche Größen sind das? Reden wir da von einem kleinen Mittelständler mit 200 Leuten oder ist das auch durchaus in der Kategorie von paar tausend Angestellten so Usus?
Lisa Reehten [00:05:00]: Genau, also das ist das Thema. Ich glaube, wäre das jetzt der 20-Mann-Handwerksbetrieb ums Eck, würde ich sagen, ja natürlich, Gottes Willen, wer soll das sonst machen. Aber wir sitzen da gegenüber von Unternehmern, die ein Unternehmen leiten mit 500 Millionen Euro Umsatz und 3, 4, 5, 6.000 Angestellten. Also das ist definitiv eine andere Dimension.
Zackes Brustik [00:05:18]: Wie kommt das? Also dass die CSRD kommt und das Thema ist ja eigentlich präsent hoch und runter. Als Mittelständler kriegst du auch Druck. Die meisten sind ja eher Zulieferer als OEM. Das heißt, die haben ja eigentlich auch Druck von dann den größeren B2B Unternehmen, die bei Ihnen einkaufen?
Lisa Reehten [00:05:34]: Ja, es ist ganz spannend zu sehen. Also auf der einen Seite wird schon Druck empfunden, aber der Druck wird glaube ich nicht so deutlich. Also wir haben auch ganz oft noch eine Diskussion im Sinne von, ja ich werde da angefragt, aber bis dato, naja, wir antworten einfach nicht. Oder wenn man sagt, naja, so ein Rating hat euch da noch nie jemand. Nee, nee, also wirklich ganz sicher. Und dann fängt man an mit Arbeiten und irgendwann nach zwei, drei Wochen kommt irgendeiner und sagt, ich habe mal im Spam-Filter geschaut, tatsächlich sie hatten recht, da gibt es die Anfrage zu so einem CDP-Rating. Ich meine diesen Buchstabensatz haben sie auch erwähnt. Und dann merkt man, dass ja auf der einen Seite ist es zwar omnipräsentes Thema, aber dass wirklich Druck entsteht und der Druck darin endet, dass der OEM sagt, wenn du das nicht machst, fliegst du aus der Lieferkette. Dieser präzise Druck, der war bis dato glaube ich einfach noch nicht da Und auch spannenderweise immer wieder die Erkenntnis, dass dieses CSRD-Thema, also allein auch dieses Kürzel, noch nicht überall verstanden wird, beziehungsweise die Implikationen nicht verstanden sind, die dahinter hängen.
Zackes Brustik [00:06:42]: Moritz, magst du ergänzen? Wir hatten jetzt ja schon zwei von Lisa gehört. Was ist dein Lieblings- seitens des Mittelständler. Ihr dürft natürlich auch noch gleich zugekommen mit den Dingern, die ihr selber verbockt habt, aber so wenn du da rausgehst und wann fällt dir die Kinnlade runter?
Moritz Kübler [00:06:57]: Also auch das eine kann ich unterstreichen, wenn quasi Projektleiter, Projektleiterin auf der Gegenseite das komplette Thema Nachhaltigkeit mit 20% Kappa angehen darf oder soll und wir beleuchten, ich sage jetzt mal nur den den CO2 Teil in der Bilanzierung, Simulation etc. Und das ist schon enorm viel Zeitaufwand. Wie soll dann die Person auf der Gegenseite noch die sozialen Aspekte, Governance etc. Abdecken? Das heißt, da ist einfach die Wichtigkeit noch nicht so angekommen und dementsprechend die Kapazitäten freigeschaufelt oder auch Stellen geschaffen und das andere ist dann bei mir eher im Daily Doing die Datenlage. Es gibt zwar viele Unternehmen, die haben viele Daten, wissen aber nicht wirklich, was damit anfangen, geschweige denn, spielen sie dann uns rüber und wir dürfen damit dann Lego bauen, was dann oftmals sehr, sehr schwierig ist. Also da ist ein großes Thema Datenmanagement. Da gibt es natürlich auch schöne Beispiele, aber da kommen wir glaube ich später noch drauf. Aber so von, ah ok, wir wussten gar nicht, dass wir so und so viele Standorte hatten, bis hin zu, ok, wir haben hier schon teilweise einen Product-Cup-Footprint berechnet. Also wir haben wirklich das ganze Spektrum und der eine Fuck-Up ist quasi nicht Herr der Daten zu sein. Das ist oftmals dann schwieriger auch für uns und sehr, sehr viel Arbeit.
Zackes Brustik [00:08:26]: In das Thema tauchen wir nachher noch tief ein. Das haben wir so im Mittelteil des Podcasts geparkt, ganz extensiv. Auch weil das ja wirklich ein krasser Wilder Westen ist, was es mittlerweile an ESG Startups gibt, dass es gar nicht so einfach ist, da durchzublicken. Aber, das habe ich nur kurz geteasert, wir bleiben jetzt noch bei den Top 3, die er gerade genannt hat. Du meintest vorhin gerade, Lisa, das haben wir schon immer so gemacht. Woran machen die das fest?
Lisa Reehten [00:08:48]: Ich glaube, es ist dieses tiefe, mittelständische, bauchgeführte, oftmals ja auch von wirklich familiengeführten Unternehmen, die ich erstmal wahnsinnig auch bewundere, für das, was sie da schaffen, dass ja Nachhaltigkeit Teil der DNA ist, weil man hat schon immer auf seine Mitarbeiter zum Beispiel geachtet und man hat da draußen die Blumenwiese und man spendet doch an den lokalen Fußballverein und das ist doch auch Nachhaltigkeit. Und ich glaube da diesen Link zu sagen, Natürlich ist das wahnsinnig cool und ihr habt ganz oft wirklich auch Werte, die ihr nicht nur auf Charts schreibt, sondern die ihr lebt und die ihr schon immer lebt und auf die ihr super stolz seid. Aber das eben allein macht noch nicht keine komplette Nachhaltigkeitsstrategie, geschweige denn ordentliches CSRD-Reporting oder eine Klimastrategie. Und ich glaube, diesen Gap aufzuzeigen, ohne jetzt das, was schon passiert ist, wir wollen das ja auch wertschätzen und Oftmals ist viel schon passiert und oftmals versuche ich auch zu erklären, glaubt mir, wir fangen jetzt an mit Klima und Environment, aber in S&G bei Social Governance, da seid ihr super gut wahrscheinlich, wenn wir es uns mal detailliert anschauen. Und ich glaube, das dann auch den Link zu schaffen, damit man sich da auch wieder wertgeschätzt fühlt. Auch vor allem das Emotionale abzuholen, das ist ganz wichtig und das haben wir zum Beispiel auch am Anfang glaube ich total unterschätzt.
Zackes Brustik [00:10:08]: Da kommen wir gleich zu euren Faktabs. Vorher würde ich da noch kurz den Bogen aufmalen, weil das natürlich andererseits, hast du schon selber auch gesagt, ist natürlich ein riesen Schatz, der euch da zur Verfügung steht. Ein familiengeführtes Unternehmen, wo auch natürlich die Inhaber ganz anders schalten und walten können als ein CEO, der nur vorübergehend an der Spitze steht. Die Familienverbundenheit, vielleicht sogar die lokale Verbundenheit in der Bevölkerung, das ist natürlich super, Nachhaltigkeitsthemen anzugehen. Meistens haben die auch wirklich Werte. Wenn ich das richtig verstehe, ist die unterschätzen einfach wirklich das Strategiethema dahinter, die Berichtspflicht als solches. Und ich kann mir auch vorstellen, dass sie vielleicht, das ist noch nicht so angekommen, auch dass es für zum Beispiel Kredite für Investitionen etc. Wirklich mittlerweile dann auch ein Ausschlusskriterium werden kann und das ist natürlich noch mal eine andere Hausnummer. Gleich erzählen mir Moritz und Lisa, welche Fehlernahmen sie sich selbst als Consultants geleistet haben und warum sie hier oder da ihre Strategie angepasst haben. Vorher allerdings großen Dank an IBM, die mich schon seit Folge 4 auf meiner Mission unterstützen und seitdem als Werbepartner mit an Bord sind. Und daher gibt es in knapp 60 Sekunden einen Einblick in ein IBM Sustainability Offering. Keine Frage, wenn es das Thema ESG-Daten und Sustainability Reporting geht, hat IBM natürlich eine eigene Softwarelösung, nämlich die IBM Envysi ESG Suite. In diesem Shoutout soll es allerdings nicht das Tool an sich gehen, sondern den Content Hub auf der NVC Webseite. IBM Sustainability Specialist Oliver Garr hat mir nämlich verraten, dass ihr dort alles findet, was ihr braucht, euch grundsätzlich aufzuschlauen und dann informierte Entscheidungen treffen zu können. Ihr findet dort zum Beispiel Guides zum Thema GHG Emissions Accounting oder Scope 3 Emissions Reporting, aber ihr findet auch Antworten auf die einfachsten, aber doch grundlegenden Fragen. Was bedeutet Net 0? Was steht hinter Decarbonisation wirklich? Oder was verbirgt sich hinter Abkürzungen wie z.B. TCFD oder SASB. Also schaut dort vorbei und findet die Antworten, die ihr gerade noch sucht. Den Link gibt es wie immer in den Ressourcen, also in den Show Notes oder direkt über Oliver Gahr auf LinkedIn. Und dann kurz bevor wir dann natürlich in die Best Practices rüber wandern, was habt ihr gelernt? Ihr seid ja ein junges Team, schnell am wachsen. Wenn ich das richtig verfolgt habe, habt ihr so ungefähr vor einem Jahr angefangen. Mein letzter Stand war 15 Mitarbeitende. Wie viel seid ihr gerade?
Lisa Reehten [00:12:34]: Genau, also 17 sind wir jetzt. Wir haben vor gut zwei Jahren angefangen, zweieinhalb. Wobei man ja auch erstmal in Deutschland ein bisschen mit Gründen beschäftigt ist. So eine Bosch-Tochter zu gründen ist gar nicht so mal kurz gemacht, wie man vielleicht hofft. Von daher und dann mit den ersten Pilotkunden zu starten, Prettel war da einer der ersten, wo wir viel auch Praktisches einfach verprobt haben, Team an Bord zu nehmen. Das dauert eine Weile, bis man wirklich eingeschwungen ist und ich würde sagen, so seit anderthalb Jahren sind wir jetzt wirklich auch voller Fokus auf den Markt und auf das, was wir mit den Kunden dann auch wirklich zusammen geschafft haben.
Zackes Brustik [00:13:10]: Was habt ihr gelernt? Also wo habt ihr gemerkt, da brauchen wir eine Kurskorrektur, da müssen wir auf unsere Partner anders zugehen oder Holla die Walfee, das haben wir uns ganz anders vorgestellt.
Moritz Kübler [00:13:20]: Also ich
Lisa Reehten [00:13:20]: glaube, wo wir relativ naiv waren, ist schon, dass das hat doch jetzt jeder verstanden. Und das ist doch jetzt überall angekommen. Und ja, man rennt mit einem tollen Bosch Logo und einem gewissen Qualitätsversprechen in der Industrie viele offene Türen ein und jeder sagt natürlich ist mir das wichtig, aber das zwischen natürlich ist mir das wichtig und ich bin auch wirklich bereit Geld und Kapazität in die Hand zu nehmen, gemeinsam ein Projekt zu machen, dass da nochmal ein großer Gap ist, den haben wir glaube ich einfach unterschätzt und das war vor anderthalb Jahren noch viel mehr so wie heute. Und das zweite ist natürlich, auch mein Anspruch war, ich wollte nie in die Beratung, weil ich gesagt habe, ne schicke Folien malen und nichts passiert, das ist so gar nicht mein Ding, ich will machen, so Das treibt mich an und auch da die Erkenntnis gut aus einer schönen Strategie hast du erstmal, böse gesagt, keine einzige Tonne CO2 gespart. Nur weil du dem Kunden jetzt eine Klimastrategie gemacht hast, hast du deinen Purpose, den du eigentlich hast, den hast du noch nicht erreicht. Und deshalb sehr schnell auch zu sagen, hey wir wollen nicht nur Strategie, das können wir auch, wir wollen implementieren, wir wollen das ins Unternehmen tragen, wir wollen begeistern, wir wollen Menschen motivieren, dass sie mitmachen. Diese Hilfe zu Selbsthilfe, nicht nur als blödes Passwort, sondern wirklich als Motto zu nehmen, wohl wissentlich, dass der ein oder andere dann auch sagt, ihr vergebt euch den nächsten Auftrag, weil je mehr ihr den Kunden enabelt, desto mehr kann er selber machen. Aber dann zu sagen, nee, wir haben diesen Purpose, das in die Industrie zu tragen und wir wollen das, dass es dazu führt, dass umgesetzt wird. Ich glaube, das haben wir am Anfang massiv einfach unterschätzt. Was ist da auch nochmal anders an Kommunikation, an Change Management, an Stakeholder Management, was es da braucht, das zu erreichen. Das ist
Zackes Brustik [00:15:01]: ein mega spannendes Thema. Das teaser schon fast Moritz Thema, was ich eigentlich so im Mittelteil angehen wollte, weil das entspricht so, ihr seid jetzt kein Lösungsanbieter, ihr habt keine eigene Software, keine Plattform, die ihr zur Verfügung stellt, sondern nehmt, was auch immer gerade auf dem Markt für euren Kunden passt. Aber ganz viele ESG Startups da draußen haben das glaube ich auch gemerkt. Die haben sich gedacht, wir können das schön automatisieren mit einem kleinen Entwickler-Innen-Team und haben gemerkt, Mist, wir brauchen erstmal ganz viel Beratung. Da seid ihr. Und nicht nur Beratung, sondern euer Learning. Wir müssen überhaupt erstmal die Kunden auf Augenhöhe bringen, wir müssen schulen, wir müssen aufklären, wir müssen abholen. Ist das so wirklich eigentlich das dicke Brett, das es gerade zu bohren gilt? Also habt ihr das Gefühl, wir haben uns jetzt hier als Beratung auf den Weg gemacht, eigentlich müssten wir eher als Education-Programm am Start sein, Moritz?
Moritz Kübler [00:15:49]: Ja, also ich würde jetzt nicht behaupten, dass ich mich als Lehrer fühle, aber manchmal doch schon und das ist auch ein großes Learning von mir. Wir halten am Anfang eigentlich immer viele Workshops, wo wir dann quasi Themen erklären, wie Scope 1, Scope 2, welche Daten braucht man da, Scope 3, wie ist die Berechnungsmethodik, was ist Double Accounting, GHG-Protokoll, Greenhouse Gas Protocol, etc. Was ist da Status Quo? Und das erstmal verständlich rüberzubringen, das dauert auch seine Zeit. Und das ist eben so dieser Schulungsauftrag, den man am Anfang hat. Alle erstmal auf Augenhöhe zu bringen, dass jeder auch die gleiche Sprache spricht. Und da waren wir am Anfang auch in unseren Workshops sehr stark informationslastig unterwegs. Sprich, wir haben am Anfang sehr viel Frontalbeschallung gemacht und merken jetzt aber mehr und mehr, dass wir eher anleiten und dann eben unsere Kunden das natürlich auch selber erarbeiten müssen, weil es wird nicht mehr weggehen Und das ist das, was Lisa auch gesagt hat, Hilfe zur Selbsthilfe, da nochmal einen Kreis zu schließen. Und das schaffst du einfach nicht mit 20% Kappa. Da brauchst du einfach mehr Man- und Woman-Power für. Und da ist auch am Anfang sehr viel Erwartungsmanagement, das betrieben werden muss. Einfach zum einen aufzuzeigen, okay, worüber sprechen wir jetzt, was bedeutet das dann auch später in der Umsetzung. Es müssen teilweise auch neue Strukturen gestaltet werden, für mich dann auch eben dann die Daten zu erheben und das am Ende dann in den schönen Nachhaltigkeitsbericht packen zu können beziehungsweise auch Richtung CSRD berichten zu können etc. Das ist viel strukturelle Arbeit, Aufklärungsarbeit, Erwartungsmanagement.
Zackes Brustik [00:17:47]: Wie viel Kappa brauchst du, wenn du sagst 20 Prozent reichen nicht?
Moritz Kübler [00:17:51]: Das ist eine gute Frage. Auf jeden Fall mehr als 20 Prozent. Das kommt aber natürlich auch immer auf die auf die Größe drauf an vom Unternehmen, wie viele Personen man damit einbeziehen muss, wirklich alle Daten global zu erheben für die Unternehmensbilanz. Ich bin ja, ich sage es mal nur am Anfang, bei der Bilanzierung. Was dann hinten nochmal bei der Umsetzung passiert. Das sind dann nochmal ganz andere Hausnummern, das dann auch wirklich umzusetzen. Da muss ja dann auch ein Business Case, finanzielle Zahlen mit dazukommen. Ich kann dir jetzt keine Prozentzahl an Kapazitäten nennen, aber es ist auf jeden Fall nicht getan mit 20.
Zackes Brustik [00:18:34]: Und das ist dann möglich, weil es gibt ja zwei Möglichkeiten. Ihr sagt so, das ist einer der Kunden, die beschäftigen quasi die Assistenz damit, da lassen wir lieber die Finger von und nehmen die, die quasi schon anders rangehen oder habt ihr für euch jetzt quasi den goldenen Hack gefunden, die Kunden wirklich dafür zu begeistern, zu sagen, okay, da gehen wir jetzt mit Ressourcen rein, Zeitressourcen, weil ich ja erstmal so als Geschäftsführung oder auch als neu benannter CSR-Manager, dann bin ich ja motiviert dazu, aber muss ich auch einfach Zeit investieren, mir selber das Wissen drauf zu packen? Plus dann wahrscheinlich auch Geld, wenn ich vielleicht mehr Stellen schaffe und so weiter. Das heißt, was sind für euch dann die besten Hebel und Begeisterung dafür auszulösen und wirklich den Invest zu leisten, der dann erstmal sehr unerwartet für den Kunden ist.
Lisa Reehten [00:19:18]: Also ich glaube, Golden Heck würde ich es jetzt noch nicht nennen. Aber was sehr erfreulich ist, ich würde sagen, über die Hälfte wahrscheinlich unserer Kunden sind ohne diese Assistenz der Geschäftsführung oder Marketingverantwortung oder Umweltmanager soll es machen gestartet. Und über die Hälfte haben jetzt entweder sogar ein ganzes Team aus zwei, drei Leuten oder haben zumindest einen Vollzeitverantwortlichen. Das liegt jetzt sicherlich nicht nur an uns, aber glaube ich schon auch, weil wir gelernt haben diesen Prozess zu begleiten. Wie haben wir das unter anderem gemacht und wie würde ich das auch jedem empfehlen? Am Anfang mal zu starten, auch in den Markt zu schauen, was machen denn die anderen? Was machen eure Top 2 Kunden, eure Top 2 Lieferanten, eure Top 2 Wettbewerber? Mal einen Benchmark zu machen und sowas zu einem Vorstand mal zu bringen in einer simplen Tabelle und zu sagen okay ihr denkt ihr seid gut unterwegs wir haben hier ein paar Zahlen Daten Fakten CTP Rating, SBTI Commitment diese ganzen schönen Akronyme die es da gibt mal zu schauen was tut der Markt So und dann sitzt ein Vorstand erstmal da und sagt, okay so gut sind wir vielleicht nicht und dann kommt meistens die nächste Frage, was müssten wir denn tun? Und dann zu sagen, okay, das ist die Basic, das ist das, wenn du Mittelfeld sein willst, das ist das, wenn du Frontrunner sein willst, was möchtest du sein und dann mal unter dieses, was möchtest du sein, zu schreiben, okay, was bedeutet das, was kommt auf dich zu die nächsten zwei Jahre. Kapazität abzuschätzen, was kostet so ein Nachhaltigkeitsbericht im Sinne der Kapazität, was bedeutet es, sowas zu implementieren, Klimastrategie und dann macht man eine lange schöne Liste auf zwei PowerPoint Folien zusammengepackt. Und die sagen, okay, ich kann das jetzt mit einem Tagessatz von einem Berater multiplizieren. Kein Problem, mache ich dir. So und dann stehen da Zahlen und dann können wir mal darüber sprechen, ob dir das des Wertes oder ob du nicht sagst, naja eigentlich ist das Thema wichtig, ich baue mir hier Leute auf, wir begleiten das zu Beratung, die zu beschleunigen zum Beispiel und Schritt für Schritt ist mir klar, weil die Maßnahmen, die ich gehen muss, die fallen ja an. Ich baue das Team oder die Person, wie auch immer ich das aufsetze auf. Und das hat sich bis dato ehrlich gesagt als beste Maßnahme eigentlich erwiesen, das in so einem Prozess dann auch zu kippen. Und Das hat dann auch oftmals das gewünschte Ergebnis.
Zackes Brustik [00:21:32]: Bevor Moritz da kurz seinen Einwurf beisteuert, da hätte ich schon direkt ein paar Nachfragen. Es ist ein krass wachsender Markt, die ganzen großen Beratungsstellen bauen natürlich das aus, alle gehen da rein. Wo kriege ich da die Leute dafür her? Also es ist ja ein echt anspruchsvolles Thema und hole ich mir dann Leute, die gibt es das? Also es gibt ja nicht so viele wirklich, die Nachhaltigkeit studiert haben oder im konkreten Bezug mit Management, also die Doppelkombi zum Beispiel haben von BWL und Nachhaltigkeit. Oder nehme ich im Unternehmen zum Beispiel die Leute aus der Finance-Abteilung und kann ich die schnell genug weiter schulen? Fachkräftemangel ist in allen Bereichen ein Thema hier auch, oder?
Lisa Reehten [00:22:10]: Ja, also natürlich. Wir haben natürlich auch die hehren Erwartungshaltungen wie immer. Wir hätten die Person gleich sofort verfügbar, für wenig Geld, mit zehn Jahren Erfahrung, top ausgebildet, natürlich im Schwarzwald, fünf Tage die Woche vor Ort und sind dann enttäuscht, wenn wir keinen finden. Ich meine, wenn das halt kommt, dann muss ich auch immer nur sehr schwunzeln. Ich glaube, es ist, ja, wir haben auch da Fachkräftemangel, aber ich glaube, es ist sehr viel einfacher. Ich komme aus der IT, da haben wir wirkliche Probleme und da bist du auch nicht mal kurz im Thema drin. Die Hälfte unseres Teams, mindestens fast mehr, sind eigentlich alles Quereinsteiger. Das heißt, wir haben das jetzt nicht jahrelang studiert, sondern wir haben uns das viel angeeignet, viel gelesen, viel Praxis, Praxiserfahrung gesammelt und das kann man schon. Man kann Leute wirklich gut fit machen in dem Thema und es ist wie immer, wann werden Leute schnell fit in einem Thema, wenn sie Bock drauf haben. Und dieses Thema ist ja sowas von prädestiniert, Purpose-Driven Leute zu finden aus der Belegschaft, die sagen, ich habe vielleicht den Finance, ich habe den HR-Background, was auch immer für ein Background und ich habe einfach Bock auf dieses Thema und ich enable mich jetzt, ja, ich kriege natürlich auch ein bisschen Geld, mich extern zur Schulung. Ich kriege vielleicht so ein bisschen Coaching, Beratung ans Eck. Aber dann finden sich auch Leute innerhalb des Unternehmens, die man wirklich sehr gut in meinen Augen dazu weiterentwickeln kann, diesen Job auszufüllen. Und dann diese Mischung aus jungen, motivierten Menschen, die da vielleicht von der Uni kommen, plus jemand, der schon das Unternehmen, das Unternehmen, das Netzwerk kennt. Diese Kombination, die ist in meinen Augen eine super, so ein Duo in der Nachhaltigkeit aufzusetzen.
Zackes Brustik [00:23:46]: Das waren jetzt schon zwei im Best Case herangehensweise. Das eine ist wirklich mich dafür zu entscheiden, Ressourcen intern aufzubauen und das, was ich noch herausgehört habe, war junge Menschen von außen vielleicht reinzuholen, die wirklich Lust drauf haben und sich auch beweisen wollen, plus jemand, der das Unternehmen wirklich in der Tiefe kennt und das wahrscheinlich auch nicht zu unterschätzen ist, der wirklich auch die Mitarbeitenden kennt, die am Band stehen und da die Daten sammeln, was Energieverbräuche oder dergleichen angeht. Die wissen, wo die Gasleitung vielleicht sogar wirklich leckt und pfeift und die braucht man ja auch alle die an Bord zu holen. Das ist wahrscheinlich eine sehr gute Kombination. Moritz, du wolltest vorhin was beifügen.
Moritz Kübler [00:24:23]: Bei dem Thema Benchmark, einfach mal zu schauen, wo die Mitbewerber, die Kunden, Lieferanten etc. Bei CDP, SBTI und wie sie alle heißen gelistet sind, da geben wir auch immer den Hinweis, man sollte natürlich nicht nach dem CDP Ranking rennen, sprinten, whatever und sich immer nur fragen, wie komme ich denn jetzt von meinem C auf ein C plus, weil so habe ich eigentlich den falschen Anreiz, der dann da eher als extrinsischer Motivator gilt, sondern es ist besser, das sind natürlich auch Wünschenswerte aus unserer Sicht, wenn man intrinsisch motiviert ist und das was man dann tut bei cdp berichtet
Zackes Brustik [00:25:07]: jetzt musst du trotzdem noch mal uns kurz alle abholen welche abkürzung du gerade in die runde geworfen
Moritz Kübler [00:25:11]: hast also cdp carbon disclosure project betrachtet 1 2 3 emissionen betrachtet aber auch soziale aspekte es gibt noch also es gibt einmal das Carbon Ranking, das Water Ranking und das Tree Ranking von CDP und SBTI, sind die Science Based Targets. Da geht es dann eher darum, welche CO2 Reduktionsziele setze ich mir denn bis 2030, 2050 bin ich da entlang des 1,5 Grad Pfades, 2 Grad Pfade etc.
Zackes Brustik [00:25:45]: Letzteres Thema hatten wir auch in der Folge mit Philipp Buddemeier und Katharina Peterwert. Das war die Frage, zähle ich auf die relative Nachhaltigkeit ab, also besser als der Rest des Feldes zu sein oder die absolute Nachhaltigkeit, dann brauche ich die Science-Based-Targets im besten Fall dann auch auf 1,5 Grad bezogen und nicht auf 2. CDP, das hatten wir tatsächlich, hat noch keiner meiner Gäste explizit mitgebracht. Wie bezieht sich das dann auf die CSRD?
Lisa Reehten [00:26:09]: Genau, also erstmal ist das ein Vehikel, glaube ich, auch zumindest das Thema standardisiert im Markt abzufragen. Das heißt, was berichtet werden muss, wie Moritz gerade gesagt hat, das Coop 1, 2, 3-Bilanzen, aber eben auch Verantwortlichkeiten, Verankerungen in der Organisation, wer wird bezahlt im Management, wer wird, das heißt, einzelne Faktoren, die ich innerhalb des GDP-Ratings jährlich auch updaten muss, den Fortschritt auch zu reporten, die kann ich auch nutzen als Basis für CSRD-Kennzahlen. Also das Positive daran, das überschneidet sich in vielen Teilen und es ist auch connected mit SBTI, das heißt, die Systeme, die NGOs sprechen miteinander und sind integriert und es ist einfach sinnvoll sich das mal anzuschauen. Oftmals haben wir so, dass die Kunden von ihren großen Kunden, den OEMs, aber auch vielen Lebensmittelnhersteller, die Baubranche fängt gerade auch an, die werden abgefragt. Das heißt Daimler gibt zum Beispiel eine Liste an CDP und sagt das sind meine 5000 Lieferanten und CDP geht auf diese Lieferanten dann zu und fragt die ab, die kippen die Daten da ein, CDP bewertet das, es gibt ein Ranking und das ist öffentlich, das ist auch öffentlich für alle zugänglich im Zweifelsfall, außer ich verstecke es bewusst. Und dann kann man da eben auch mit werben, wenn es positiv ist. Man hat auch die Motivation natürlich das, was man tut und ich glaube, das kann ich nur unterstreichen, was Moritz gesagt hat, erst tun, dann reporten. Nicht kommunizieren und dann sich überlegen, was tun wir jetzt, sondern den anderen Weg wählen und dann ist das, glaube ich, auch seriös und wachhaltig.
Zackes Brustik [00:27:43]: Das wollte ich gerade fragen. Also jetzt nur, weil ich meine Daten zu CDP schicke, heißt nicht, dass die sofort jeder sehen kann. Da habe ich noch die Wahl, weil das kann ja durchaus auch unerfreulich sein, das Ergebnis nach dem Motto Mist, da müssen wir jetzt wirklich erst mal noch zwei Jahre heftig arbeiten.
Lisa Reehten [00:27:55]: Genau, ich habe die Wahl, das Rating im ersten Schritt erstmal nicht öffentlich zu machen, dann bekommt das zum Beispiel nur der Kunde, der das angefragt hat, aber ich bin nicht auf der Homepage öffentlich gelistet mit meinem Rating. Und oftmals, wenn wir das mit Kunden gemeinsam machen, ist am Anfang auch ein bisschen Angst da einfach, was passiert da, Egal ob sie begleitet werden oder nicht und man macht das im ersten Jahr oftmals dann eben nicht public und dann in den Folgejahren. Außer man ist sich schon sehr sicher, dass das was man da eigentlich tut so gut ist, dass das auch zum guten Rating führt.
Zackes Brustik [00:28:27]: Wir steigen gleich nochmal in die Lösungsanbietergeschichte ein, was auch ESG Software und Co. Angeht. Vorher noch, ich hatte schon so zwei Best Practices von dir mitgenommen. Was gibt es sonst noch an Best Cases oder wann hat euch ein Kunde wirklich glücklich gemacht? Wann habt ihr das Gefühl gehabt, Wahnsinn, genau so haben wir uns das vorgestellt, so wollen wir arbeiten, die haben das richtig raus. Wann war das letzte Mal Weihnachten für dich, als du zum Kundentermin bist?
Moritz Kübler [00:28:50]: Das letzte Mal Weihnachten war, als der Kunde gesagt hat, er hat bereits Product Carbon Footprints für einzelne Produkte berechnet. Wenn wir uns dann an die Scope 3 Bilanzierung machen, haben wir da quasi schon mal die Kategorie 3.1, also den Einkauf abgedeckt. Wir haben aber auch Teile der Logistik abgedeckt. Wir haben 1.a Daten zum Energieverbrauch der Produkte. Teilweise wussten die sogar, was mit den Produkten am End of Life passiert. Da gab es einen Blumenstrauß in meinem Herzen. Das war wirklich sehr schön zu sehen. Und man hatte dann beim Kunden auch eine direkte Ansprechperson, die dann für Rückfragen auch immer zugänglich war und dann konnten wir quasi von dem einen Product-Cup und von dem anderen Produkte noch ableiten und das hat es einfach deutlich erleichtert, weil die in der Denke schon so weit waren und auch wussten, wie sie für andere Produkte die Daten zu sammeln haben. Das heißt auch die Personen am Band oder wo auch immer die dann die Produkte hergestellt haben, die wussten welche Daten wie zu liefern waren. Das heißt da war einfach diese Datenstruktur und Erhebung deutlich einfacher.
Zackes Brustik [00:30:01]: Grobe Branche und welche Art von Produkten?
Moritz Kübler [00:30:06]: Ja, Maschinenhersteller, sprich natürlich auch viel Stahl, aber auch ein sehr, sehr großer Verbrauch in der Produktnutzungsphase mit mehreren tausend Kilowattstunden und aber auch Lebenserwartungen der Produkte von bis zu 20 Jahren. Das heißt, da kommt einiges zusammen, wenn man die Kategorie 3.11 Produktnutzungsphase im MS-BOV3 betrachtet, was dann auch am Ende 95 Prozent der gesamten Bilanz ausgemacht hat. Und da dann eben gute Daten zu haben, ist der Baustein, den du brauchst, dann auch gute Maßen haben ableiten zu können, die dann für alle auch Sinn ergeben und dann auch einen großen Hebel darstellen.
Zackes Brustik [00:30:50]: Wo hast du das Gefühl, dieser Kunde hat das genau richtig gemacht?
Lisa Reehten [00:30:53]: Also Wirte habe ich zum Beispiel das Gefühl, die machen das einfach fulminant richtig mit einem richtig tollen Team. Mannschaftsstärke passt, Motivation passt, die bunte Mischung passt, das Vorstands-Commitment passt. Früh angefangen, früh losgelegt, super konsequent, alle Themen super unterwegs. Aber zum Beispiel auch Schubert Verpackungen, sitzen in Kreilsheim, jetzt auch angefangen, ein kleines Team aufzusetzen, wo wir gestartet haben, war auch noch kein Verantwortlicher da. Jetzt ist einer da, sehr ganzheitlich für sich eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt. Das hat jetzt eine Zeit gebraucht, weil sie einfach auch sehr viel selber machen wollten, aber dafür merkt man jetzt auch, wie sehr es im Unternehmen ankommt. Und das ist auch bei EBM Pups der Fall. Da sieht man einfach, dass das Commitment von dem Vorstand da ist und dann aber auf operativer Ebene auch einfach Leute, die dieses Commitment auffangen und den Taten umsetzen.
Zackes Brustik [00:31:47]: Macht es das vielleicht sogar einfacher, wenn ich eigene Ressourcen aufbaue, weil mir da die Leute im Unternehmen weniger skeptisch begegnen, als wenn jetzt Moritz als externer Berater anklopft und Bezichtdaten haben will?
Lisa Reehten [00:31:58]: Immer die gute Zusammenarbeit. Ich glaube, das ist das Entscheidende und auch nicht dieses besserwisserische Oberlehrerhafte. Natürlich ist es viel Enablement und wenn der Vorstand beim ersten Termin sagt, wir sind 2025 net 0, und man erstmal schluckt und dann erklärt, was das bedeutet und dass man das nicht empfehlen würde, das jetzt so zu kommunizieren, dann fängt man natürlich da an. Naja, weil ich mir genau überlegen muss, was bedeutet denn Net 0 und ist das vielleicht durch Science Based Target auch definiert und dann bedeutet das ja erstmal Die Rückfrage, naja, haben Sie denn Ihren Scope 1, 2, 3 komplett analysiert und haben Sie einen Maßnahmenplan, wie Sie auf Net 0 kommen? Und wenn dann nicht mal ein Scope 1, 2, 3 analysiert ist, dann würde ich sehr vorsichtig sein, diese Ziele in den Raum zu schmeißen. Genau, aber ich glaube, es braucht beides im Team. Es braucht die eigenen Leute, auch diese Ernsthaftigkeit, dass man es wirklich machen will, die hast du nur in meinen Augen, wenn du auch ein eigenes Team mit aufbaust. Und das muss ja nicht immer ein ganzes Team sein, aber das kann mal zumindest mit einer Person starten.
Zackes Brustik [00:32:59]: A. Dann kommen wir jetzt zu der großen Frage der Softwareanbieter. Coolerweise selber. Ihr müsst euch nicht selber verkaufen, weil ihr keine eigene Software im Angebot habt, sondern ihr schaut, was auf dem Markt zum Kunden passt. Ich habe das Gefühl, es sprießen gerade ISG-Startups wie Pilze aus dem Boden. Bloß die ganz alle großen offensichtlich spielen auch mit, all die großen Software-Schmieden. Und es gehen plötzlich Player in den Markt, die eigentlich eine ganz andere Software gemacht haben, vielleicht eine Buchhaltungssoftware oder sonst was. Und plötzlich merken so, hey, wir haben auch Finanzdaten, vielleicht können wir die jetzt einfach noch anreichern mit Sustainability-Daten oder das heißt, es tummeln sich echt alle unterschiedlichen Stakeholder oder Anbieter in dem Markt. Wie finde ich da den Anbieter, der zu mir passt und wie finde ich heraus, ob all diese Versprechen, weil ja alle auch versprechen, dass sie in kürzester Zeit alles automatisieren und ganz einfach anbieten und vielleicht, wenn die Daten nicht da sind, Vergleichsdaten mit reinpacken und im besten Fall heißt es dann immer noch und dann geht unsere KI drüber und am Schluss ist alles super. Also woher weiß ich, ob das wirklich stimmt und dass ich den richtigen Anbieter für mich habe. Moritz.
Moritz Kübler [00:34:03]: Ja, ich würde mal mit der zweiten Frage anfangen, beziehungsweise das, was du gesagt hattest, dass viele Versprechen gerade aus dem Boden kommen. Das kann ich auch so unterstreichen. Wir sind natürlich auch im Austausch und haben so ein bisschen unsere fühler nach draußen gestreckt was so passiert aber wenn man da dann so ein bisschen an der Oberfläche kratzt und dann noch zwei drei Fragen tiefer stellt dann merkt man relativ schnell es ist doch auch eher ex 10 prozent automatisiertes daten matching also quasi von meiner activity data ob es euro ist oder gewicht das dann gematcht wird mit einem emissionsfaktor aber die restlichen 90 Prozent sind dann doch auch manueller Aufwand und dann eben noch ein schönes Frontend davor gepackt und da ist dann eben das Versprechen, ja in ein paar Monaten haben wir das komplett automatisiert für Spoke 1, 2, 3. Habe ich jetzt noch nicht gesehen, dass das wirklich auch dann so eingetreten ist und das macht es einfach schwierig, da eine andere Frage zu beantworten. Wie finde ich denn die richtige Software, wenn da zu Date eigentlich noch keine wirkliche Software am Markt ist.
Zackes Brustik [00:35:18]: Da klingt es mal so, als ob ich da auch ziemlich viel Geld versenken kann. Also Software-Einführung ist in der Regel nichts, was mal schnell geht, vor allem, weil das ja dann alle Bereiche des Geschäfts betrifft und es große Datenmengen geht. Und Manpower dahinter oder Consulting-Power auf jeden Fall für die Einführung. Und wie sorge ich dafür, dass ich jetzt halt einfach nicht aufs Abstellgleis fahre gerade?
Moritz Kübler [00:35:45]: Ja, also vielleicht können wir da nochmal ein Fakta einbauen. Das war zum Glück keiner von uns, aber ein jetziger Kunde, der quasi davor sich genau mit so einer, ich nenne es mal Quick and Dirty Software-Lösung beschäftigt hatte, der auch einen Piloten hatte, der dann aber relativ schnell gegen die Wand gefahren ist und dann eben doch zu uns kam, das einmal richtig aufzuarbeiten. Ich habe jetzt keine Hausnummer, wie viel Financial da investiert wurde, Aber war sicherlich nicht ohne und man musste im Endeffekt alles noch mal wiederholen, quasi die Datenerhebung etc.
Zackes Brustik [00:36:22]: Moritz hat gerade gesagt, dann kratze ich ein bisschen an der Oberfläche und dann, welche Antworten will man hören? Also woran merkt man, man hat es mit einem qualitativen Produkt zu tun oder mit einem Softwareanbieter, der einem wirklich zumindest das, was jetzt gerade schon geht, anbietet?
Lisa Reehten [00:36:37]: Also eine meiner ersten Fragen ist meistens, wir haben wöchentlich jemanden, der sich uns mal vorstellen möchte fast, welche Schnittstellen bringt ihr denn schon mit? Daran merkt man nicht nur eventuell eine Auflistung von Schnittstellen, sondern allein schon wie sie mit der Frage umgehen, in meinen Augen sehr gut, haben sie das Thema verstanden oder nicht.
Zackes Brustik [00:36:55]: Was ist der positive Umgang mit der Frage?
Lisa Reehten [00:36:57]: Also der positive Umgang ist, man hat sich überlegt, welche Schnittstellen man braucht erstmal und man ist zu dem Schluss gekommen, wir brauchen jetzt nicht nur eine Schnittstelle, sondern wenn ich Nachhaltigkeit oder wenn wir nur, meistens schauen wir nur auf das Klima, wenn ich Emissionen ordentlich bilanzieren möchte, dann brauche ich eben nicht nur Energiedaten aus dem Umweltmanagement, sondern wenn ich Skop 1, 2, 3 mir anschaue, was viele ja von sich behaupten, dann sind das Logistikdaten, dann sind das HR-Daten, dann sind das Produktdaten, Lebenszyklusdaten, dann ist es eine Vielzahl von Daten. Und dass ich natürlich vielleicht jetzt nicht einen schnittschnellen katalog habe zu allen entsprechenden systemen die es irgendwie am markt gibt das ist natürlich auch völlig unrealistisch aber zumindest mal mir gedanken gemacht habe und ein ordentliches datenmodell mal aufzeigen kann dass ich mir als software anbieter die idee gemacht habe okay was sind dann sinnvolle kpis für den ersten schritt für den zweiten und vielleicht von der Endausbaustufe und was sind denn die Inputdaten, die ich für diese KPIs an erster Stelle mal brauche, wo würde ich die herkriegen und habe ich für dieses, diesen Anwendungsfall, habe ich da die richtigen Stellen, die ich schon mitbringen kann und muss ich die nicht erstmal aufwendig customizen oder schreiben im Zuge des Projekts. Das ist eigentlich so eine meiner ersten Lieblings-Einstiegsfragen und daran merkt man oftmals schon, wo stehen die auch so ein bisschen. Und das zweite, das ist der Klassiker, das keiner mag, wenn er frischer Markt ist, ist, wo habt ihr das denn schon gemacht? Und wenn dann halt so gar keine praktische Implementierung da ist, dann weiß ich, es ist immer schwierig, den ersten Kunden zu finden, aber muss man sich einfach gut überlegen, ob man der erste oder zweite sein möchte. Und das sage ich dann auch meinen Kunden, sage ich, sie müssen sich bewusst sein, dass das eher eine Entwicklungspartnerschaft ist. Das ist gar nicht negativ. Das kann auch sein, das ist genau das Richtige. Vielleicht habt ihr auch viel selber gestrickte Systeme, dann kann man das mal ausprobieren. Aber das muss einem einfach bewusst sein, dass man nicht eine fertige Lösung hier einkauft, sondern etwas, was man gemeinsam eventuell mit einem Startup dann entwickelt.
Zackes Brustik [00:38:53]: Okay, das heißt, es gibt natürlich auch keine One-Size-Fits-All-Lösung, nehme ich mal an. Das heißt, es hängt wirklich ganz stark vom Kontext ab und auch welche anderen Systeme ich überhaupt schon im Laufen habe, was da reinpasst, in welchen Software-Mix ich auch immer in meinem Unternehmen schon am Start habe. Das heißt, das lohnt sich reinzugucken und das Wichtigste, was du gemeint hast, im besten Falle vielleicht sogar eine Entwicklungspartnerschaft, weil man dann eben auch für sich selbst das ganze sehr passend machen kann. Moritz, ich habe das hier gerade im Bild gesehen, denn hören meine Zuhörerinnen nicht, aber du hast gerade den Kopf ein kleines bisschen geschüttelt. Siehst du anders als Lisa?
Moritz Kübler [00:39:25]: Nee, ich würde dir eigentlich zustimmen, dass wenn man quasi in diese Partnerschaft, Entwicklungspartnerschaft einwilligt, dass man dann natürlich auch Möglichkeiten der Mitgestaltung hat. Und das sehe ich dann durchaus positiv, weil dann kann man es auch die eigenen Produkte anpassen. Inwieweit das dann dem Startup zur Skalierung weiterhilft, ist eine andere Frage. Aber es könnte durchaus spannend sein für das Unternehmen, das bilanzieren möchte.
Lisa Reehten [00:39:50]: Genau, und ich glaube, diese Frage auch zu stellen, was du gerade gesagt hast, wo sind meine Kerndaten denn schon drin? Da gibt es ja große Softwareplayer auch aus Deutschland, wo man dann eventuell die Antwort hat auf, wo sind meine Kerndaten schon drin? Und wenn da eben schon ein Großteil digital auch weltweit integriert vorhanden liegt, dann wäre vielleicht auch mal eventuell darüber nachzudenken, ob nicht das dann der richtige Partner ist und auf Standardsoftware vielleicht noch ein bisschen zu warten, die eventuell aktuell noch nicht am Markt verfügbar ist.
Zackes Brustik [00:40:18]: Danke euch. Ich glaube, wir haben eigentlich schon drei große Themen. Also Fuck-Ups, wie sollten wir es nicht angehen? Best-Case-Szenarien, was hilft mir? Was sind gute Strategien, das gründlich angehen? Auch erst nicht unbedingt gleich Ziele versprechen, sondern vielleicht erst gucken, sind die Ziele realistisch und was ist mit diesen Zielen auch verbunden an Arbeit und dann sehr genau schauen, welche Softwareanbieter gibt es da draußen und welche helfen mir dabei und ich glaube, je größer das Automatisierungsversprechen, umso größer der Bedarf nochmal nachzufragen und an der Oberfläche zu kratzen, kann ich mir vorstellen. Es sind so viele Themen. Also ich muss mir Gedanken zu den Zielen machen, ich muss die Daten besorgen, ich muss die richtigen Partner finden, ich muss intern die Ressourcen aufbauen, stelle vielleicht fest, Mist, das ist ja nicht einfach nur so ein kleines bisschen in den Bericht schreiben, sondern das ist vielleicht sogar wirklich ein Transformationsprojekt, was grundsätzlich auch mit meinen Werten, mit HR, mit all dem zu tun hat. Wo fange ich da an und in welcher Reihenfolge gehe ich all diese verschiedenen Baustellen an, weil ich habe ja als Mittelständler auch noch ganz viele andere Priorisierungen, Inflationen, Lieferkettendisruption und grundsätzlich Fachkräftemangel. Also wie gehe ich das an, dass ich mich nicht überfordere? Was muss und was kann? Lisa.
Lisa Reehten [00:41:30]: Ich glaube mal die Entscheidung zu treffen anzufangen. Ganz oft wird monatelang diskutiert hätte bitte was wie wohn in der Zeit hätte man einfach schon mal angefangen und nämlich genau das was du gerade sagst das große Thema nehmen und den Scheibchen schneiden wie man bei dabei ja jedes andere Thema auch angeht. Solide Bestandsaufnahme, darüber hat man auch schon geredet. Wo stehen wir? Was sind Regulatorien, die wir müssen? Was sind Themen, wo wir uns differenzieren? Und dann fängt eine ordentliche Nachhaltigkeit auch in der Berichteranstattung immer mit einer Wesentlichkeitsanalyse ein. Das heißt, ich sortiere mal für mich, was sind denn die wesentlichen Themen und wo fange ich auch wirklich an? Und es werden nicht alle erdenklichen Themen der Nachhaltigkeit sein, sondern da wird ein Ergebnis reinkommen und sich auf Themen zu fokussieren. Und ich glaube, das dann runterzubrechen, zu klären, wo wollen wir da hin, wer ist verantwortlich, wie viel Zeit, wie viel Geld brauchen wir dafür. Und das Zweite ist dann, es gibt ganz tolle IHK-Austauschkreise, Energieeffizienz-Meetings, KEF, also es gibt verschiedenste Austauschplattformen, wo man sich Unterstützung und Netzwerk holen kann. Und es gibt diese Vorreiter, ein paar haben wir genannt. Hans Grohe ist zum Beispiel auch jemand, der sehr gerne darüber spricht, was haben sie gelernt, auch sehr offen damit umgehen, was haben sie vielleicht auch falsch gemacht in den drei, vier Jahren, die diese Reise schon gehen. Nachhaltigkeitsberichte sind veröffentlicht, also schlagt die auf, schaut rein. Ganz oft steht da auch schon drin, wie wurde eine Organisation gebaut, was macht man. Also ich glaube, man kann ganz viel voneinander lernen, dahingehen, sich informieren, mit denen sprechen, die schon losgelaufen sind und davon lernen und nicht das Rad neuer finden. Und ich glaube, das ist gerade in dem Thema, wo es jetzt auch nichts ist, wo IT Security zum Beispiel, da will natürlich keiner reden, weil jeder dem anderen irgendwie Sorge hat, was man aus diesen Informationen macht, sondern Nachhaltigkeit ist ja etwas mit den Firmen dann auch, über die gerne gesprochen wird und davon kann man wahnsinnig viel lernen.
Zackes Brustik [00:43:30]: Da geht mir natürlich das Herz auf, weil das eine meiner Kernpunkte ist oder meine Kernthesen. Nachhaltigkeit geht nur als Ökosystem gedacht mit einer Open Culture und mit Kollaborationsgedanken. Also sei es jetzt in der Lieferkette Upstream und Downstream, sei es mit den direkten Wettbewerbern zusammen gedacht, so wie es in der anderen Folge auch in der Bundesliga hatten, auf dem Spielfeld gegen Schienbeinkicken neben dem Spielfeld gemeinsam die Nachhaltigkeit angehen. Schöner hätte ich mir die Vorlage für meinen üblichen Shoutout ins Ökosystem nicht wünschen können. Hier kommt die Empfehlung von einem nicht kommerziellen Angebot, das euch vielleicht weiterhelfen kann. Lisa hat das tatsächlich durch Zufall schon vorweggenommen. In dieser Folge würde ich gerne KEVplus empfehlen. Kevplus ist die regionale Kompetenzstelle Ressourceneffizienz in Baden-Württemberg und ein kostenloses und neutrales Angebot vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Kevplus ist ein Angebot gerade für die Unternehmen, die vielleicht nicht ganz so groß sind, dass sie hier personell aus den Vollen schöpfen können, wenn sie das Thema Ressourceneffizienz oder Klimaschutz angehen. Ein Kernangebot von KEFplus ist, dass sie euch ModeratorInnen ins Unternehmen schicken, die völlig unabhängig, neutral und kostenfrei für euch einen Initialcheck zum Thema Ressourceneffizienz machen. Der KIF plus Initialcheck ist eine super Vorlage, sich dem Thema erstmal anzunähern und dann noch tiefer einzutauchen und zu schauen, welche Fördermöglichkeiten ihr als KMUs habt, die Themen dann gründlich aufzubereiten und vielleicht tatsächlich dann kostenpflichtige Beratungen von außerhalb in Anspruch zu nehmen und fördern zu lassen. Allen Unternehmen und speziell den kleinen Mittelständlern, die aus Baden-Württemberg kommen, kann ich das kostenfreie Angebot nur wärmstens empfehlen. Schaut vorbei auf cap-bw.de. Den Link gibt es wie immer in den Shownotes und jetzt geht es weiter mit dem Endspurt mit Lisa und Moritz. Was ich auch spannend fand, ist einfach zu schauen, wenn der Wettbewerb vielleicht tatsächlich schon schneller war, einfach den Nachhaltigkeitsbericht lesen. Das ist natürlich klasse, so als Playbook sozusagen.
Moritz Kübler [00:45:32]: Ja, also ich hätte auch noch einen Satz von einem vorherigen Podcast von dir, der mir sehr im Gedächtnis geblieben ist. Früher ist alles besser. Den finde ich echt grandios. Und dann eben in den Austausch gehen mit den Mitbewerbern und schauen, was machen die, was haben die gelernt und dann eben auch, ich komme wieder von der Datenerhebung Richtung Lieferkette einfach mal fragen. Die Speditionen können mittlerweile auf Knopfdruck einen CO2-Bericht für die jeweilige Firma rauslassen und durchschicken. Aber auch mal die Lieferanten fragen, ob die sich vielleicht schon mit Product- Comfort-Prints beschäftigen. Da kann man relativ gut Primärdaten entnehmen und die dann nutzen und darauf dann eben wiederum die Maßnahmen aufbauen. Genau.
Zackes Brustik [00:46:22]: Der Satz kam, Tim hatte den gesagt und der hatte sich den gebohrt, glaube ich, von den Aktivisten hinter Berlin klimaneutral 2030, die damit sagen wollten, früher ist alles besser, eben je schneller wir anfangen, je schneller Berlin klimaneutral wird, umso besser, wenn ich das richtig im Kopf habe. Lisa?
Lisa Reehten [00:46:38]: Das ist mir gerade nochmal angefangen, auch meinem eigenen Unternehmen Fragen. Also eines meiner irritierendsten Erlebnisse ist, da waren wir mit dem Vorstand so weit, dass wir verhandelt hatten, das Projekt war aufgesetzt, das Projekt war eingekauft. Wir starten, wir machen einen Kick-off, alle sind happy und danach kommt der Projektleiter zu uns und sagt, entschuldigen Sie, also mich freut es jetzt und hier mal High Level Attention, alles mögliche und hier Vorstand ist dabei und so. Ich habe das eigentlich alles schon berechnet in den letzten Wochen. Und dann weiß ich immer nicht, soll ich lachen oder weinen. Aber mal in der eigenen Organisation nachzufragen, wer macht denn da vielleicht schon was. Manchmal weiß man es gar nicht, manchmal wollte man auch nie zuhören, was die Leute so machen auf operativer Ebene, wenn es nicht in der Jobbeschreibung stand. Also ich glaube, das ist auch etwas, das wird vollkommen unterschätzt, was da für ein Schatz manchmal einfach schon da liegt und den muss man nur mal ans Tageslicht bringen.
Zackes Brustik [00:47:33]: Also Informationen zusammentragen in der Organisation und das Ganze partizipativ angehen und im besten Fall eben so eine Stelle auch einrichten, die tatsächlich das Ganze bündelt.
Moritz Kübler [00:47:44]: Das, was ihr beide gerade eben so gesagt habt, könnte man zusammenfassen, dass man die Gap zwischen Top-Down und Bottom-Up ansetzen einfach zusammenbringen muss und dafür wäre quasi die Person, ich nenne es jetzt einfach mal Nachhaltigkeitsmanager, Managerin, wie gemacht dafür.
Zackes Brustik [00:48:00]: Danke euch vielmals für den wirklich den schönen Bogen von den Fakabs über die Best Cases oder Best Practices hin zu das Lichten im Dschungel der ESG-Beratung und Softwareanbieter. Vielen Dank.
Moritz Kübler [00:48:15]: Danke für die Zeit.
Lisa Reehten [00:48:17]: Danke dir.
Zackes Brustik [00:48:19]: Da du die Folge bis hierhin angehört hast, gehe ich davon aus, dass dir das Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung wirklich unter den Nägeln brennt. Und daher empfehle ich dir unbedingt auch die kommende Folge abzuhören, Denn dann werden wir ganz viele Themen, die wir heute schon angesprochen haben, nochmal im Detail vertiefen und fortführen. Zum einen werde ich nur via Marzloh zu Gast haben, CCO bei Verso, ein der Pionierer aus dem Bereich ESG-Software in Deutschland. Die haben schon vor über zehn Jahren angefangen, wahnsinnig viele Mittelständler begleitet. Und sie wird mir wirklich erklären, ab wann ist der Bericht in welcher Form für welches Unternehmen relevant, was muss rein, wie gehe ich die Wesentlichkeitsanalyse an und auf welchen Standard sollte ich dabei setzen. Damit das wirklich auch aus der Innenperspektive noch rüberkommt, was ich dafür brauche intern an Ressourcen, was so ein Bericht auch bewirken kann, wie hole ich die Mitarbeitenden an Bord, die die Daten haben, die für mich relevant sind, welche Hürden gibt es da vielleicht auch zu überwinden, das wird mir Alina Schneider erklären von der Public Cloud Group, die hatte nämlich das Vergnügen, so einen Bericht jetzt gerade in den letzten Monaten zusammenzustellen und war vom Ergebnis wirklich begeistert, hatte aber auch die ein oder andere Herausforderung auf dem Weg dorthin und sie wird mir ehrlich erzählen, wie ihre Reise aussah und wie ihre Learnings aussahen. Also abonniert, gewinne Zukunft und seid in der nächsten Folge mit dabei.
Lisa Reehten [00:49:38]: Untertitel im Auftrag des ZDF für funk, 2017
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(00:03:09) Was Unternehmen bzgl. CSRD und ESG-Reporting falsch einschätzen.
(00:10:55) Werbung: Der Envizi ESG Content Hub
(00:10:24) ESG-Beratung - darum mussten Lisa und Moritz die Strategie anpassen.
(00:15:07) Warum es für ESG-Reporting eigene Ressourcen braucht.
(00:21:33) Fachkräfte und Nachhaltigkeit: intern schulen oder anwerben?
(00:26:00) Für was steht CDP in Bezug auf ESG-Reporting?
(00:28:36) Best Practises bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung.
(00:33:59) ESG-Software Anbieter: Auf was sollte ich achten?
(00:40:18) Was ist der erste Schritt auf dem Weg zu Nachhaltigkeitsberichterstattung?
(00:50:48) Shoutout: KEFF+ - der unabhängige und kostenfreie Ressourceneffizienz-Check.