Darauf kommt es bei Sustainability Software und der ESG-Datenstrategie an. Und so kann ein Chat GPT Assistant das CSRD-Reporting beschleunigen.
An diesen drei Themen kommen Unternehmen aktuell nicht vorbei, wenn sie in kurzer Zeit ein sauberes CSRD-Reporting aufsetzen und gleichzeitig ihre Emissionen reduzieren wollen: Generative KI, die Wahl der richtigen ESG-Software und eine gute Sustainability-Datenstrategie als Grundlage.
Stephan und Dilara, meine zwei Gäste in dieser Folge, diskutieren mit mir leidenschaftlich den Status quo zu diesen drei essenziellen Themen für Nachhaltigkeitsverantwortliche.
Das Fazit: Generative KI verändert bereits die Arbeit von Nachhaltigkeitsmanagern. Vor allem als Helfer, um Wissenslücken schnell zu schließen. Das Thema entwickelt sich rasend, kommt aber auch mit gefährlichen Fallstricken daher.
Viel wichtiger ist daher die Frage, wie man eine gute Nachhaltigkeitsdatenstrategie aufbaut und welche der vielen ESG-Software Lösungen die richtige für das Unternehmen ist. Und hier beginnt das große Kopfzerbrechen für die Verantwortlichen. Denn Stephan hat eine brandneue Studie im Gepäck, die zeigt, dass der Markt der ESG Tools starkt zersplittert und unglaublich vielfältig ist.
Aber keine Angst - diese Folge liefert Dir in allen drei Themen Antworten:
✅ Was kann generative KI in Bezug auf Dein Nachhaltigkeits-Reporting und was nicht?
✅ Welche ESG-Software Anbieter setzen sich im Markt gerade durch?
✅ Warum brauchst Du interne Kompetenzen und eine gute ESG-Datenstrategie, bevor Du eine passende Software-Lösung aussuchst?
Diese Podcast-Folge ist ideal für Nachhaltigkeitsmanager, CIOs, CTOs und alle anderen Menschen an der Schnittstelle von IT und Nachhaltigkeit. Der perfekte Guide zu einem Grundlagenthema für alle, die ihr Unternehmen nicht nur auf den Weg zu sauberem CSRD-Reporting bringen wollen, sondern vor allem erfolgreiche CO₂ Emissionen und Umwelteinwirkungen reduzieren wollen.
Transkript:
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Dilara Can [00:00:04]: Klar kann man jetzt sagen, ich mache das über ein Beratungshaus, weil ich habe keine Kapazität und nehme jetzt erst mal das Geld in die Hand und dann soll das jemand anders für mich machen, aber das ist auch nicht nachhaltig. Also Deswegen tut es mir leid, das so direkt sagen zu müssen, aber ich glaube, die Unternehmen müssen sich damit beschäftigen und es gibt keinen Zauberhut und keine Lösung, die anders heißt als es machen, also quasi angehen, anpacken.
Stephan Noller [00:00:27]: Wir wissen ja alle, der Klimaeffekt tritt nur dann ein, wenn ich wirklich quasi daily auf die Daten gucke und sie im Controlling habe und meine Supplier ständig ranke und Einkaufsentscheidungen damit steuere und so. Das wird nicht erreicht werden, wenn du einmal im Jahr mit vier Monaten Verzug deinen BP-Bericht abzeichnest.
Zackes Brustik [00:00:49]: In dieser Folge bekommt ihr gleich drei essentielle Themen an die Hand als Nachhaltigkeitsmanager oder Verantwortliche. Zum einen eins der heißesten Themen, nämlich die Frage, wird GenAI euch die Arbeit als Sustainability Professionals erleichtern? Spart euch das vielleicht sogar mega an Kosten für Software? Dann Stichwort Software, eins der Grundlagenthemen. Ohne Software geht natürlich gar nichts, weder Daten sammeln, noch aufbereiten, noch reporten. Aber das ist ein echtes Kopfweh-Thema, wie uns in dieser Folge eine absolut neue Studie zeigen wird. Das ist nämlich ein super zersplittertes Feld. Da werden wir reinschauen mit dem Menschen, der die Studie in Auftrag gegeben hat. Und dann noch ein drittes Thema, nämlich das Thema Datenstrategie an sich für ESG und Nachhaltigkeitsdaten. Denn ohne eine gute Strategie im Hintergrund braucht ihr euch über die vorgenannten Themen überhaupt keine Gedanken machen. Und damit herzlich willkommen zu Gewinne Zukunft, dem Podcast der Pioniere und Menschen, die Nachhaltigkeit erfolgreich in ihren Unternehmen umsetzen wollen. Mein Name ist Zakis, ich freue mich enorm, dass ihr mit an Bord seid und ich freue mich natürlich wie immer über meine Gäste. Diesmal wieder zwei an der Zahl. Zum einen mit an Bord, die Lara Chan, Sustainability Consultant bei Bosch Climate Solutions. Die Firma habt ihr vielleicht schon mal gehört, denn ihre Kollegen Moritz und Lisa waren schon mal hier zu Gast und haben für eine der mit Abstand am meistgehörtesten Folgen gesorgt, weil sie nämlich wirklich gar kein eigenes Produkt im Angebot haben, sondern einen sehr neutralen Einblick geben können, was da draußen Sinn für euch macht. Die arbeiten mit Kleinen, Die arbeiten mit großen Unternehmen und die haben einfach eine Kultur. So viel habe ich schon festgestellt, dass sie sehr frank und frei darüber reden, was schief läuft, was gut läuft. Und es wird sehr unterhaltsam, dann gleich mal für dich, Dilara, die Latte besonders hoch zu hängen.
Dilara Can [00:02:28]: Danke für die Einladung. Hallo zusammen.
Zackes Brustik [00:02:30]: Und mit an Bord ist auch noch Stefan Noller, CEO von uBerge, einem Unternehmen super spannende Story. Die haben zum Beispiel für die Bundesregierung den Koffpass umgesetzt technologisch und haben dann aber basierend wirklich auf einer internen Entscheidung des gesamten Teams gesagt, Wir widmen uns jetzt voll dem Thema Nachhaltigkeit und gehen da mit einer ISG-Daten-Austauschplattform an den Start. Zusätzlich war er auch noch lange Vice President des BVDW, also des Bundesverband Digitalwirtschaft, und hat einen super Einblick da rein, wie die Branche an sich sich gerade austauscht und auch in die ganze Bemühung gemeinsame Standards zu schaffen. Und er hat eben jene Studie in Auftrag gegeben, die geschaut hat, welche Softwarelösung verwenden Unternehmen da draußen in Deutschland. Und da kam tatsächlich überraschendes dabei heraus, weil es ein absolut zersplittertes Feld ist. Es gibt noch überhaupt niemanden, der dominiert. Auch darüber werden wir sprechen. Herzlich willkommen, Stefan.
Stephan Noller [00:03:20]: Ja, hallo ihr beiden und danke für die Einladung.
Zackes Brustik [00:03:23]: Wir starten mit dem heißesten Thema überhaupt. Ich sag mal das Clickbait-Thema, aber natürlich auch die Frage, ob Gen AI wirklich ganz viel nochmal komplett umkrempeln wird. Also wird viel Software plötzlich überflüssig, weil ich einfach mein Chatbot, mein CSRD-ChatGPT fragen kann? Oder ist das das Tool, was endlich diese riesige Wissensgap super schnell schließen kann? Lass uns da in den ersten Minuten mal eintauchen. Den Ball spiele ich gleich zu dir, Stefan. Ihr habt nämlich auch schon ein bisschen damit rumgespielt, eure eigene CSRD-Chat-GPT oder ESG-Chat-GPT gebaut. Was meinst du, ist das ein relevantes Thema? Sind wir da noch viel zu früh dran? Wie ist so dein erster Eindruck?
Stephan Noller [00:04:00]: Also wir haben nicht nur rumgespielt, sondern wir haben tatsächlich einen produktiven AI-Assistant in unser Tool eingebaut, der auf OpenAI-Technologie basiert, aber von uns speziell trainiert, angepasst, instruiert wurde und so weiter. Und monitoren das natürlich genau. Also wir haben inzwischen fast 1000 konversationen aufgezeichnet die leute mit dem assistant gemacht haben wir haben übrigens auch stand alone das ist ja auch eine spannende frage im im store von chat gpt also wir können auch beobachten wie leute mit dem ding stand alone war es bei uns in die Lösung integriert interagieren. Also ich halte tatsächlich ganz viel davon. Es ist natürlich noch brutal neue Technologie, auch das merkt man. Das Ding halluziniert tatsächlich manchmal, macht Manchmal komische Dinge, hält sich nicht an die Regeln, die man ihm vorgegeben hat und so weiter.
Zackes Brustik [00:04:49]: Hast du da direkt ein Beispiel für? Weil das ist ja durchaus entscheidend.
Stephan Noller [00:04:53]: Ich hab ein ganz lustiges Beispiel. Ich hatte nämlich in der Vorbereitung auf die Folge noch mal überlegt, weil ich wusste, dass es die andere Folge, die du eingangs erwähnt
Zackes Brustik [00:05:02]: hast, mit Bosch Climate schon gab. Und ich hatte
Stephan Noller [00:05:02]: mich nicht mehr genau erinnert, wer die beiden waren, Lisa Moritz. Unser AI auf der Webseite kennt aber deine Folgen. Also habe ich gedacht, frage ich ihn einfach, welches waren die beiden Kollegen von Bosch Climate, die schon mal bei dir zu Besuch waren und er wusste es nicht mehr. Da dachte ich mir, das kann doch nicht wahr sein. Und dann musste ich checken mit den Technikkollegen, der musste sozusagen neu gestartet werden. Er hat es vergessen, weil das ist tatsächlich, die Dinger verhalten sich wirklich, ich sag mal so, von so einem deutschen Technikperspektive heraus wirklich überraschend, sagen wir mal so. Unplanbar, wenig deterministisch, aber das geht auch noch viel krasser. Das Ding kann manchmal auch brutal falsch rechnen, zum Beispiel. Und zwar einfache Rechenaufgaben.
Zackes Brustik [00:05:49]: Da wird es jetzt spannend, also weil jetzt, ihr seid ja nicht die einzigen, super viele stützen sich auf das Thema. Davor war natürlich immer irgendwie so das Feature der Software, oh und wenn irgendwas bei euch an Daten nicht vorhanden ist, regelt das unsere KI für euch, so ganz salopp gesagt. Aber jetzt mit GenAI werben alle dafür und wir haben jetzt auch GenAI in unserem Tool, super viele bauen das auf. Also wenn du so auf alle Tools schaust, weil ihr könnt mir gleich erklären, wo das sinnvoll werden kann, aber wenn ich mir jetzt vorstelle, okay, ich will wissen, also wenn ich was berechnen lasse, wenn ich was wissen will, wenn ich eine Aussage zu aktueller Regulierung will, muss ich ja sicher davon ausgehen können, dass es stimmt, sonst brauche ich das Tool ja nicht.
Stephan Noller [00:06:24]: Ja, also ich meine, wir haben ein paar Dinge rein programmiert oder in die Trainingsdaten eingefügt. Also zum Beispiel sagt das Ding, welche Emissionsfaktoren es nimmt, als ein Beispiel. Er disclosed das sozusagen in der Antwort. Und damit sieht man dann, also die nimmt er dann schon wirklich. Also dann weiß man, ah, okay, er hat jetzt die UK Emission Factors von der dortigen Behörde oder vom Umweltbundesamt oder sowas genommen. Das macht er nicht von alleine, das muss man ihm halt sagen, dass er seine Quellen disclosen soll und so. So kannst du es ein bisschen einhegen. Und ich glaube, wir sollten darüber gar nicht zu lange debattieren, weil Das wird die Arbeiten mit unglaublicher Geschwindigkeit an der Technologie. Viele der Anfangs-Bugs und so weiter werden schon in wenigen Wochen behoben sein. Allerdings gibt es natürlich, das Generative AI ist halt in seiner Grundkonzeption ja sozusagen probabilistisches System. Also der ist nicht darauf trainiert, wie früher so Regelsysteme deterministisch zu sagen, ah, wenn die Frage kommt, dann nehme ich das und so. Und das macht er auch immer gleich, sondern der antwortet jedes Mal anders. Das ist super spannend. Das ist auch übrigens Entertaining und so. Das ist viel angenehmer, mit so einem Ding eine Konversation zu betreiben.
Zackes Brustik [00:07:34]: Sorry, da muss ich kurz reingehen, aber ich glaube, wenn jemand im Unternehmen für Compliance verantwortlich ist und mega Angst hat, ob er jetzt hier die ISRS richtig entspricht, dann ist glaube ich das letzte Wort, was er hören will, entertaining.
Stephan Noller [00:07:47]: Naja, auf der einen Seite. Auf der anderen Seite, ich glaube zum Beispiel, dass die Dinge an ganz anderen Stellen einen großen Hebel entfalten werden. Also zum Beispiel habt ihr alle schon irgendwelche ESG-Zertifizierungskurse durchlaufen, Wo man, und ich werde jetzt keine Namen nennen, aber das ist alles irgendwie ähnlich, das ist so old-fashioned Blog-Content, zig Stunden Videocontent, den man sich anguckt und so weiter. Die Idee ist, dass du irgendwann zwei Jahre später auf irgendeine Frage läufst und denkst dir plötzlich, ah, in Seminar Nummer vier damals, eine Stunde 30, kam ja die Antwort und so weiter. Zum einen funktioniert es so nicht, du wirst dich wahrscheinlich nicht erinnern daran also ein großteil dieses contents ist für die katz so wie wir es auch in der schule gelernt haben Und das ist einfach eine sehr old-fashioned Art, Wissen zu vermitteln. Und übrigens tatsächlich auch für ESG-Beraterinnen häufig sind die nicht so voll im Thema, dass sie jetzt gleich mal wochenlang Training machen können. Die müssen häufig schneller schon was machen. Und da ist, glaube ich, eine große Stärke, dass diese Dinger on point, dir sehr gute Antworten liefern können. Du hast eine sehr tiefe Fachfrage sozusagen und da hättest du jetzt früher monatelang trainiert haben müssen oder halt die Lava an deiner Seite, Das kann sich auch nicht jeder leisten oder sie hat nicht genug Zeit für alle Firmen, so eine Frage zu beantworten. Und jetzt kannst du dieses Ding eine tiefe Fachfrage stellen und er beantwortet sie recht gut. Also das hat uns am meisten überrascht, die Qualität der Antworten. Und du kannst dann halt in eine Konversation einsteigen. Du kannst auch sagen, bist du dir sicher? Kannst du nochmal eine zusätzliche Schätzung machen und so weiter? Also das wird ein richtiger Threat dann.
Zackes Brustik [00:09:23]: Das heißt eben gerade das Thema, also dieser riesige Wissensgap und das ist ein Problem, was alle haben. Also egal ob auf der Consulting-Seite oder auf der Unternehmensseite, die meisten Leute, die für Nachhaltigkeit verantwortlich sind, haben es nicht studiert, müssen sich gerade in unglaublich kurzer Zeit aufschlauen. Und das heißt, da punktuell das Wissen sich zu holen, was wirklich benötigt ist, ist natürlich eine unglaubliche Beschleunigung. Und die Lara hakt es ein und dann habe ich direkt schon eine Frage für dich.
Dilara Can [00:09:46]: Ja, ich wollte das eigentlich nochmal bestärken, was du gesagt hast, Stefan, weil am Ende des Tages, du musst wissen, was du suchst. Also quasi auch die Art und Weise, wie du mit den GPTs agierst, welche Fragen du stellst, da kommt ja dann auch dementsprechend die Antwort raus. Und aktuell ist es, glaube ich, eher für mich so ein Enablement-Thema, sich aufzuschlauen, Dinge schnell, verständlich zusammenzufassen und auf den Punkt zu bringen. Dafür ist es extrem hilfreich. Gerade wie du sagst, Zack ist, man hat nicht viel Zeit, man hat es nicht studiert, man muss sich in diverseste Sachen einarbeiten. Aber wo ich auch eine Herausforderung sehe, ist, wenn du da Kundendaten, wenn du da deine Daten rein pflegst sozusagen oder Fragen stellst, die Bezug auf, wo liegen denn die Daten jetzt überhaupt und was passiert damit, wenn ich spezifisch irgendwelche Umweltdaten, Emissionen etc. Aus meinem Unternehmen da rausgebe. Also auch dieses Vertrauen zu haben, was passiert damit und lernt das System jetzt weiter Und dann gibt es hier einen Industriestandard, der meinen Mitbewerber davon sozusagen, was klaut und lernt und macht und tut, also da vielleicht auch so ein bisschen diese Herausforderung, eher diese menschliche Enablement-Komponente und auch zu sagen, ich nutze das jetzt tatsächlich.
Zackes Brustik [00:11:03]: An dieser Stelle gibt es wie immer in knapp 60 Sekunden von meinem Werbepartner IBM eine Sustainability Offering, das euch passend zum Thema der Folge weiterbringt. Als Nachhaltigkeitsverantwortlich an deinem Unternehmen findest du dich vermutlich im Ergebnis einer Umfrage von Morning Consult wieder. Die hat nämlich gesagt, dass 93% Daten erfolgreich bereits einsetzen, Fortschritte zu tracken. Außer im Bereich Scope 3 Reporting, da sehen sich nur 45% gut aufgestellt. Und genau diese Lücke schnell zu schließen, setzt die IBM Envisi ESG Suite auf künstliche Intelligenz für das Coke 3 GHG Accounting. Kleines Beispiel, hast du zum Beispiel als Hardwarehersteller unterschiedlichste Ausgaben für elektronische Komponenten, dein einer Supplier nennt es Chips, dein anderer Supplier nennt es Festplatten, erkennt das KI-gesteuerte Natural Language Processing automatisch für alle Ausgaben die richtige Kategorie und den richtigen GHG-Emissionsfaktor. Mit IBM Nvisi hast du diese Funktion für alle 15 Scope 3 Kategorien zur Verfügung und über 40 verschiedene Methoden zur Berechnung von Treibhausgasen. Mehr Infos zu den KI-Funktionen der IBM Envisi ESG Suite über den Link in den Shownotes oder von Sustainability Specialist Oliver Gahr auf LinkedIn. Und damit zurück zu Stefan und Dilara. Da sind mehrere Fragen drin. Ich spare mir mal die Frage, die ich hatte und stelle sie danach. Aber das heißt, was ich bei dir heraushöre, Dilara, und ich glaube, das ist ein generelles Thema bei Gen AI, ganz viel läuft über Open AI Und eigentlich braucht es wahrscheinlich Corporate-Systeme, die auch ganz andere Trainingsdaten im Hintergrund haben, die rechtlich einwandfrei sind. Und dann das Bedürfnis, dass wenn das System aus meinen Daten lernt, dass es die auch nur in meinem Kontext verwendet und zumindest, wenn nicht gewünscht, eben nicht durch Zufall an Wettbewerber weitergibt, oder?
Dilara Can [00:12:48]: Ganz genau, weil ich glaube, das ist vielleicht auch der Grund, warum der ein oder andere sich noch scheut, damit zu arbeiten, weil es eben doch irgendwie noch eine Blackbox ist.
Stephan Noller [00:12:57]: Ja, also ich muss da ein bisschen erwidern, also das Problem ist auf jeden Fall schon da, aber wie gesagt, die arbeiten in unfassbarer Geschwindigkeit. Zum Beispiel, wir haben eine Auftragsdatenverarbeitung mit OpenAI abgeschlossen und wer sich mit DSGVO und sowas, da kommt das her, also damit regelst du ein ganz wichtiges Verhältnis zwischen der Firma und dir, nämlich dass sie, dass es sozusagen ein Weisungsverhältnis gibt zwischen dir und OpenAI und du bestimmen kannst, wie bestimmte Daten verwendet werden und das auch rechtlich sicher ist. Und jetzt ist es nicht so, dass wir so riesig sind, dass die mit uns gesprochen haben oder so, sondern die haben das erkannt und haben zwei Dinge eingebaut bei diesen Custom GPTs, die wir verwenden. Zum einen kannst du schlicht in der bezahlten Version ein Häkchen setzen, dass deine Daten nicht für andere verwendet werden sollen. Das ist ganz einfach. Kannst du einfach ausschalten und du kannst eine ADV abschließen. Das wird viele Corporate Abteilungen, die juristischen Abteilungen so sehr pleasen, weil das eine ziemlich starke Lösung für dieses Problem ist.
Zackes Brustik [00:13:57]: Kurz für mich, ADV?
Stephan Noller [00:13:59]: ADV ist eine Auftragsdatenverarbeitung. Das regelt einfach nur ein bestimmtes Vertragsverhältnis zwischen dir und dem Supplier, das sicherstellt, dass die Daten nur in deinem Sinne verwendet werden können, dass es sozusagen die rechtliche Konstruktion dafür gibt.
Zackes Brustik [00:14:12]: Wichtiger Hinweis an der Stelle, weil das heißt für mich, egal ob ich jetzt euer Tool oder ein anderes verwende, im besten Falle, weil das habe ich jetzt vor der Folge gemacht, ich habe halt gegoogelt CSRD Chat GPT und habe die ersten drei Treffermarkt genutzt. Das heißt, wenn ich da den ersten Treffer nutze, kann es halt sein, dass ich ein Tool nutze oder ein Chatbot, wo ich eben die ADV nicht habe. Das heißt, wenn ich das nutze, muss ich gucken, dass ich es durch einen Anbieter nutze, wo ich weiß, da ist das gegeben.
Stephan Noller [00:14:38]: Ja, und das andere ist halt, ich sagte ja, wir nutzen diese Custom GPTs, wo das tatsächlich schon so ist, dass wir ein wesentlicher Teil des Knowledge, was der verwendet, ist sozusagen Private. Das geht sogar so weit, wir arbeiten jetzt mit den ersten kunden an spezifischen gpt nur für ihren zweck die kennen dann das private knowledge was sie dann haben sind bestimmte shipping informationen zum beispiel oder bestimmte reise informationen von ihrem Team und so, die natürlich keiner außerhalb haben sollte. Oder die Lehrer hat es ja auch gesagt, eine Produktionsinformation, also kritische Informationen, die das Ding aber haben sollte, wenn es ein guter ESG-Assistant sein soll und die du schlicht in den Private-Trainings-Bereich reinpackst, dann weiß er das, kann wunderbar, die ganze Konversation kommt aus dem generischen Modell, aber bestimmte Sachen beantwortet er aus dem privaten, spezifischen Material. Und das ist natürlich hervorragend.
Zackes Brustik [00:15:28]: Auch da Fazit, egal ob bei euch oder bei anderen Lösungen, im besten Fall ist es integriert in eine bestehende Datenstrategie und ein Tool, was man verwendet, damit eben all die Daten, die man schon gesammelt hat, natürlich auch für den Assistant zugänglich sind. Die Lara, macht euch das arbeitslos?
Dilara Can [00:15:44]: Auf gar keinen Fall. Es bringt uns tatsächlich Arbeit, würde ich sagen. Warum, fragst du dich jetzt bestimmt? Am Ende des Tages muss man ja auch mit diesem System irgendwie klarkommen. Häufig ist auf der Menschenseite eher die Herausforderung. Also gerade, wie hat es vorhin schon gesagt, ich muss wissen, was ich will und was ich habe und kann die Tools dann auch nur dahingehend sozusagen einsetzen. Am Ende des Tages, finde ich, fehlt ganz, ganz häufig das Know-how, mit diesen Daten zu arbeiten. Und ESG beziehungsweise Nachhaltigkeit, unterschiedlichste Disziplinen, unterschiedlichste Fachbereiche, die da mit spielen aktuell. Im CSRD-Kontext ja sowieso. Rauskommt aus diesem Controlling. Man muss jetzt auch mit der Entwicklung sprechen, man muss auch mit der Produktion sprechen, man hat den Umweltmanager, man hat so viele Leute, die da jetzt mitmachen und viele haben vielleicht auch keine Kappa und kein Interesse und die Awareness nicht, was sie überhaupt liefern müssen. Dementsprechend geht es ganz, ganz stark Enablement aus meiner Sicht Und das ist das, wo wir auch als Beratung unterstützen, weil die Software ist nicht der heilige Gral. Also auch GenAI kann unterstützen, aber kann die Aufgaben nicht abnehmen, die Datenqualität zu erhöhen, gewisse Daten zu sammeln etc. Also diese Datenstrategie sich zu erarbeiten, was brauche ich überhaupt, das ist glaube ich erstmal der erste Schritt, bevor ich überhaupt daran denken kann eine Software einzusetzen.
Zackes Brustik [00:17:10]: Das heißt, wenn ich jetzt zum Beispiel als KMU mit einer Beratung zusammenarbeite, Die freuen sich wahrscheinlich drüber, weil ganz viele, jetzt ihr und das höre ich auch von vielen anderen, auch von ESG-Startups, die wollten eigentlich mit der Lösung rein oder mit der Strategieberatung, haben gemerkt, Mist, wir müssen jetzt überhaupt erstmal aufschlauen unseren Kunden und super viel Zeit dran investieren, dass die wissen, wovon wir sprechen. Das sparen sich Anbieter wie ihr jetzt. Das heißt, da könnt ihr schneller eigentlich zu eurem Kerngeschäft. Anders, wenn man jetzt Jetzt werde ich ein bisschen fies. Aber wenn man mit großen Beratungen zusammenarbeit, die sich gerade fleißig die Hände reiben und in den Tausenden ESG-Berater oder Sustainability-Berater einstellen, Da kann ich im Zweifelsfall eher den ESG Gen AI Assistant fragen, weil vermutlich mein Berater genau das gleiche macht, wenn ich ihm eine Frage stelle nach dem Motto, so, oh ja, ich melde mich in fünf Minuten ungefähr oder morgen. Und weil die auch genauso neu im Thema sind, werden die wahrscheinlich solche Tools natürlich auch nutzen. Dann kann ich mir den Umweg sparen. Ein bisschen flapsig ausgedrückt. Stefan?
Stephan Noller [00:18:04]: Also zum einen ist tatsächlich, wir haben am Anfang moderate Erwartungen gehabt. Inzwischen bin ich wirklich sehr überrascht an manchen Stellen, wie gut das in Kombination, also wenn du es mit guten Daten fütterst, gut trainierst, dann sagen wir inzwischen, das kann auf dem Niveau, ich hoffe die Lara haut mich jetzt nicht, eines mittelmäßigen ESG-Beraters, Beraterinnen in vielen Fällen die Antworten geben. Und ich will mal für eine ein Problem werben, weil alle deine Hörerinnen und Hörer beschäftigen sich ja, glaube ich, intrinsisch mit diesem Thema. Und wir haben nämlich ein unglaubliches Skalierungsproblem, denn man sagt ja, ungefähr 50.000 Unternehmen der EU werden direkt betroffen sein von der CSRD. Dann kannst du doch mal ausgehen, dass ungefähr, sagen wir mal, im Mittel haben die 20 Supplier, die sind auch betroffen, weil sie auch Daten zuliefern sollen. Das macht eine Million Unternehmen, die sehr schnell ESG-ready werden müssen, weil wir haben nicht viel Zeit. Das muss nicht nur wegen dem Gesetz, sondern wegen dem Klima. Es muss eben schnell gehen. Und das schaffen wir einfach nicht mit persönlicher Beratung. Deswegen ist es gut, dass die EU schon mal für Standards gesorgt hat und da auch noch weiter dran arbeitet. Aber ich glaube, das ist der Place für Gen AI. Dass wir sagen, die Lara und ihr Team werden sicherlich immer bei weitem genug Arbeit haben, aber irgendein Mittelständler in Spanien wird vielleicht sich niemand leisten können, es wird niemand da sein. Wir wollen den aber auch reinkriegen.
Zackes Brustik [00:19:28]: Das tatsächlich löst das entscheidende Nadelöhr potenziell, das in Folge, ich muss kurz überlegen, drei Thema war, da hatte ich René Schmidt-Peter zu Gast, quasi BWL-Professor, spezialisiert auf Nachhaltigkeitstransformation, der meinte, das Nadelöhr überhaupt, woran es scheitern kann, ist, dass wir innerhalb von fünf Jahren wirklich bis zu zweieinhalb Millionen im Mittelmanagement auf das Nachhaltigkeitsthema trainieren und fortbilden müssen. Und das ist genau das, was du gerade angesprochen hast. Das ist potenziell ein Tool, was hier wirklich, ich sag mal jetzt stark formuliert, ein Game Changer sein könnte, wenn man es richtig einsetzt.
Stephan Noller [00:20:04]: Was kann Gen AI und was nicht? Es ist zum Beispiel so, dass die Dinger momentan, wenn die komplexere Aufgaben machen sollen, also zum Beispiel jemanden durch eine Disclosure leiten, anhand eines Leitfadens, Das ist theoretisch möglich, aber da häufig noch spektakulär scheitern. Also auch wirklich ganz komisch abbiegen, plötzlich ganz seltsame Dinge fragen. Es ist lustig, aber es ist wirklich noch nicht brauchbar, muss man sagen. Sodass man da noch ganz viel mit klassischen Tools sozusagen fenzen muss. Das klappt einfach noch nicht. Ich glaube, dass das schon in einem Jahr deutlich besser sein wird. Aber man muss wirklich sehr genau wissen, was da klappt und was nicht. Da ist noch viel rechts und links.
Zackes Brustik [00:20:50]: Die Lara?
Dilara Can [00:20:50]: Ja, ich würde da noch ergänzen auch der Erklärungsbedarf, also gerade, was diese Anforderungen in der Regulatorik anbelangt. Also wenn ich mir das jetzt so vorstelle, ich habe da eine Softwarelösung, die mich so ein bisschen wie tax fix durch die ESG Anforderungen leitet und mit Fragen und so weiter und so fort. Häufig verstehe ich ja gar nicht, was da dahinter steckt. Also gerade diese Thematik des Know-how Aufsbaus sozusagen, was gefordert wird und was die Datenqualität sind, das zuverlässige Daten, was heißt das eigentlich, ist das repräsentativ, dieses Know-how zusammenzubringen. Also ich beobachte das auch in dem Zusammenhang. Du hast so diese klassischen Softwareanbieter, die sind super gut in Software schreiben Und dann hast du halt dieses Nachhaltigkeitsthema, was auch spezielle Anforderungen hat. Und wenn du dir jetzt den großen Markt anschaust, stürzen sich da natürlich alle drauf. Aber das heißt nicht unbedingt, dass diese Lösungen genau den Anforderungen entsprechen oder die Einfachheit halber, also quasi das einfache Machen, das zu nutzen, wenn ich eine Softwarelösung an der Hand habe. Also ich will nochmal diesen Enablement-Faktor stressen, weil das ist wirklich das, was ich tagtäglich erlebe. Jeder sucht nach der Software, aber der Umgang damit und was ich an Daten brauche, das Verständnis für die Daten, die Literacy und die Datenkultur, das ist einfach nicht gegeben in den Unternehmen, häufig zumindest.
Zackes Brustik [00:22:11]: Das wäre schon die perfekte Überleitung zum Thema Studie. Ich will noch zwei Minuten reinquetschen für Chennai.ai und dann komme ich darauf zurück und nehme das, was du gesagt hast, Dilara. Zwei Sachen will ich noch sagen. Persönlich beim Rumprobieren mit verschiedenen, ich sage mal in Anführungszeichen, ISG-Chennai's, die normale zum Beispiel JetGPT kannte die ESRS zumindest in einer ganz einfachen Frage noch nicht. Eine speziell darauf trainierte, konnte mir schon wirklich mehr bessere Antworten geben. Was ich ein spannendes Beispiel finde, ist zum Beispiel, bitte berechne mir die Emissionen für einen Flug München-Berlin, sagen wir mal eine typische Beraterdistanz, ist jetzt ein super Surface Level Thema, aber das kann einfach jeder nachvollziehen. Und drei Tools, drei verschiedene Antworten, weil drei Tools drei verschiedene CO2-Emissionsfaktoren für den Flug nehmen. Ich habe mal kurz mir die Zahlen rausgesucht. Also ich weiß zum Beispiel bei einem der ersten Google-Treffer von Jenny Eid für CSRD, die hat mit 0,13 Kilogramm CO2 pro Flugkilometer gerechnet. Bei euch, Stefan, waren es 0,18. Bei der Uni Graz, die da sehr fundiert angehen, waren es 0,29. Und ich glaube, das sind ja unglaubliche Unterschiede. Quasi von dem ersten Tool zu Unikrats ist das fast das Dreifache. Wenn das die Daten disclosed, muss ich auch wissen, ob die disclosed, also den Faktor, den es nimmt, ob der für mich in meinem spezifischen Kontext überhaupt der richtige ist oder der legitime.
Stephan Noller [00:23:29]: Wobei, sag ich jetzt mal, zum einen würde ich erwidern, frag mal drei verschiedene ESG-Beratungen, die gleiche Frage. Und du wirst mit Sicherheit mindestens, also ich würde sogar sagen, du wirst größere Unterschiede bekommen, weil du noch ein bisschen Human Factor und so weiter. Also zum einen, das ist ein Problem. Und das andere ist, das ist halt ein Standardisierungsproblem, das können wir tatsächlich nicht der AI überlassen, sondern wir müssen zum Beispiel Branchenverbände sind da gefragt, die sollten dafür sorgen, dass ihre Unternehmen, ihr Vertical sich einigt auf eine eine Datenbank von Emissionsfaktoren oder eine ISO-Norm, also für den Transportsektor zum Beispiel gerade eine neue ISO-Norm rausgekommen, die genau das tut. Da stehen exakt Emissionsfaktoren drin. Das brauchen wir natürlich mehr, weil das hat nichts mit der AI zu tun. Wir haben einfach sehr viele Quellen für Emissionsfaktoren, die werden unterschiedlich berechnet und so weiter. Das ist ein Problem, was wir momentan haben. Das hat die Lara auch in ihrer täglichen Arbeit.
Dilara Can [00:24:22]: Absolut. Da geht es eher die Transparenz, dass man eben darüber spricht, was man nutzt und konsistent damit ist, weil sonst hast du auch keine Vergleichbarkeit. Und eigentlich solltest du dich auch nur mit dir selber vergleichen und nicht unbedingt rechts und links, weil du eben nicht weißt, welche Emissionsfaktoren wurden da genutzt am Ende des Tages.
Zackes Brustik [00:24:39]: Also das heißt, das ist so eine Mischung aus, was ist so die regulatorische Anforderung und was ist der eigentlich Goldstandard, Da brauchst du einfach Transparenz, im besten Falle branchenübergreifend oder generell. Allererste Frage zu dem Thema. Chennai, ich hatte es mit Anja Schröder drüber, die ja immer auch immer den Ding super auf den Grund geht auf LinkedIn. Die meinte halt so, ja, Rebound-Effekt, ne? Einerseits ein fantastisches Tool, andererseits unglaublich energieintensiv. Also was muss passieren, dass wir GenAI so einsetzen können, dass es tatsächlich unterm Strich einen Mehrwert leistet und die Rechnung nicht dadurch halt wieder zunichte wird, weil natürlich damit einfach kolossal die Serverkapazitäten steigen, der Energieverbrauch und so weiter.
Stephan Noller [00:25:17]: Ich würde sagen Fairpoint sollte man auf jeden Fall disclosen und berechnen, aber dann gegenhalten gegen drei BeraterInnen, die sonst eingeflogen werden und im Hotel gewohnt hätten und ein Dienstwagen und so weiter und so fort. Was das nicht wegwischen soll, das ist bei AI definitiv ein Problem. Die Serverkapazitäten sind unfassbar, die da derzeit verwendet werden. Ich denke, ich bin halt technologieaffin. Ich glaub, das werden die in den Griff kriegen.
Zackes Brustik [00:25:42]: Okay, Software-Thema. Ist Software ein unglaublich wildes Thema, ne? Die Lara hat's ja schon angedeutet, aus allen Ecken drängen alle in diesen Markt, der ich glaube in den nächsten Jahren wirklich auf 1,4 Milliarden ansteigen wird, der Markt für ESG-Software. Es gibt super große Player, die schon im Softwarebereich unterwegs sind, die jetzt darauf einbiegen. Es gibt super kleine neue Startups, es gibt wirklich Pioniere, die schon länger dort unterwegs sind und wirklich customized Solution oder spezialisierte Lösungen anbieten. Ich habe eine Studie dafür aufgegeben, stell dir mal vor, dass es auch interessiert hat. Was in der Nutshell ist die wichtigste Erkenntnis?
Stephan Noller [00:26:17]: Ja, es sind zwei, drei Sachen. Zum einen, wie zersplittert der Markt ist. Das weiß jeder, der so ein bisschen da rumfragt, mit Kunden spricht. Aber wie krass es ist, hätte ich nicht gedacht. Die meisten haben irgendwie einen Marktanteil von 1% und drunter. Und übrigens auch kein einziger, ein zweistelligen Marktanteil hat auch nicht die ganz großen. Das fand ich sehr überraschend, muss ich ehrlich sagen. Und es ist definitiv ein Problem. Es waren aber auch ein paar andere Sachen. Uns hat zum Beispiel interessiert, wie ist die Reportingfrequenz? Auch eine große Frage. Ich hätte gedacht, die meisten reporten annually, einfach weil die CSRD das erfordert. Da waren aber viel mehr, die quartalsweise, monatlich, sogar wöchentlich ESG-Zahlen reporten. Das fand ich sehr ermutigend, muss ich ehrlich sagen, auch überraschend. Und dann gab es natürlich das Wissensgap, weniger als 40 Prozent fühlen sich ausreichend informiert, ihr Reporting zu machen. Sehr viele haben Budget, etwa 90 Prozent haben gesagt, sie haben für ESG ein Budget und es hat eine entsprechende Priorität. Auch das fand ich überraschend hoch. Und noch eine Sache, die ich persönlich immer toll finde, weil sie dem Thema auch sehr hilft, ist Realdatenwunsch. Also ein sehr, sehr viel größerer Teil als wir dachten, sagt, sie würden gerne mit Primär- oder Realdaten beim ESG arbeiten und nicht mit Schätzungen. Das waren auch an die 90 Prozent.
Zackes Brustik [00:27:32]: Und Das ist natürlich die Grundlage auch zum Reduzieren, das A und O, wenn ich wirklich dann nicht nur reporten, sondern reduzieren will.
Stephan Noller [00:27:39]: Genau, aber trotzdem hätte ich nicht gedacht, dass so viele das schon auf dem Schirm haben und das wirklich die Ambitionen haben. Das hat mich sehr positiv überrascht, weil ich hätte damit 30% gerechnet oder so. De facto sind es 90%.
Zackes Brustik [00:27:49]: Und nur kurz der Vollständigkeit halber, für die Umfrage habt ihr so knapp 200 Entscheider in ein Interview. Den Link zur Studie packen wir natürlich auch in die Show Notes, einfach reingucken, ist kostenlos, also hier keine Werbung oder irgendwas in der Art. Und Dilara, du hast ja auch schon reingeschaut. Deckt sich das mit deiner Erfahrung aus dem Feld?
Dilara Can [00:28:05]: Ehrlich zu sein, bin ich überrascht, dass so viele sich damit so intensiv beschäftigen. Gleichzeitig finde ich, also klar, der zersplitterte Markt, das ist mir auch bekannt. Das erlebe ich tagtäglich auch. Von daher kann ich nur sagen, ich bin gespannt, wie sich das konsolidieren wird, weil da waren jetzt auch Sachen drauf, von denen ich noch gar nicht gehört habe, wo ich dachte,
Zackes Brustik [00:28:26]: beispielsweise
Dilara Can [00:28:28]: damit, dass die KPMG da an erster Stelle steht, da dachte ich so, ist das jetzt eine Lösung oder ist es die Wirtschaftsprüfung, ist es die Beratung, was ist dahinter? Genau, da war ich ein bisschen überrascht drüber, ganz ehrlich zu sein.
Zackes Brustik [00:28:39]: Nur kurz, damit die Leute das Bild vor Augen haben, grob zusammengefasst, also es waren freie Nennungen möglich in der Studie Und es gab so drei, die ein bisschen herausstachen. Ich glaube KPMG, SAP und Avato. Die hatten alle roundabout zwischen 5 und 8 Prozent oder so was.
Dilara Can [00:28:56]: Und
Zackes Brustik [00:28:56]: dann ging es ganz schnell runter, dass alle, die danach in dem Feld folgen, also die nächsten 50, waren alle im 1-Prozent-Bereich. Und also super große wie kleine Namen. Und das mit KPNG hat mich auch überrascht, weil die sind ja auch, also wir wissen jetzt nicht, weil das eine Freifeldnennung war, ob da ein bisschen verwechselt wurde, ob die einfach nur beraten oder ein Tool haben, Aber das ist ja auch die Frage, die sind ja eigentlich auch im Prüfungsbereich. Also dürfen die überhaupt einen zum Thema Sustainability, Datenstrategie, Tools etc. Beraten?
Stephan Noller [00:29:24]: Unglaublich spannende Frage. Es ist auch tatsächlich so, dass, während wir sprechen, mehr oder weniger, setzt die Bundesregierung die bestimmte Sachen der CSRD ein nationales Recht Das fehlt ja noch in Deutschland. Diverse andere Länder sind da schon fertig. Und eine der großen Streitfragen ist, ob nur WirtschaftsprüferInnen, die die Auditierung machen dürfen, oder ob zum Beispiel auch TÜVs und andere anerkannte Prüforganisationen das machen dürfen. Viele unserer Nachbarländer haben sich dafür entschieden, das zu erweitern, einfach weil wir unfassbare Ressourcen brauchen, das den Unternehmen anbieten zu können. Und in Deutschland ist der aktuelle entwurf sagt es dürfen nur wirtschaftsprüferinnen csd prüfen was glaube ich ein riesen problem wird
Dilara Can [00:30:07]: das sehe ich genauso also ich merke es auch in den kunden projekten in denen wir haben wir sprechen mit vielen unterschiedlichen wps die dann unsere kunden prüfen werden und so der tenor ist eigentlich wenn man mal ganz ehrlich ist die sind sich auch gerade noch am sammeln, wie sie das überhaupt machen werden, die Kapazitäten aufzubauen und die lernen von den Unternehmen aktuell, wenn man mal ganz ehrlich ist. Auf der anderen Seite hatte ich jetzt auch einen Bereichsleiter aus dem Controlling. Da war ein Wirtschaftsprüfer, einer der Big 4 da und hat denen das sozusagen vorgestellt, was sie da erwartet, hat ein bisschen Angst gemacht und sie akademisch erschlagen am Ende des Tages, wenn man so möchte. Das Gute war, die haben verstanden, sie müssen es tun, Aber Sie haben auch gleich gesagt, auf keinen Fall mit dem BP.
Stephan Noller [00:30:49]: Ja, und BP ist meiner Ansicht nach auch, ich meine, es ist gut, dass wir wissen alle, dass es auditiert wird.
Zackes Brustik [00:30:54]: Und nur kurz, BP für Dummies wie mich, Wirtschaftsprüfer.
Stephan Noller [00:30:57]: Genau, ein Wirtschaftsprüfer ist gut, weil die Auditierungspflicht ist eine große Innovation in der CSRD und dass sie langsam angehoben wird und so, weil es einfach die Wichtigkeit des Themas unterstreicht. Aber ein Problem, das ich sehe, deswegen waren wir auch so interessiert auf die Reportingfrequenz. Wir wissen ja alle, der Klimaeffekt tritt nur dann ein, wenn ich wirklich quasi daily auf die Daten gucke und die im Controlling habe und meine Supplier ständig ranke und Einkaufsentscheidungen damit steuere und so. Das wird nicht erreicht werden, wenn du einmal im Jahr mit vier Monaten Verzug deinen WP-Bericht abzeichnest. Der Steuerungseffekt wird dann nur minimal sein. CSRD erlaubt das, aber das wollen wir nicht.
Dilara Can [00:31:38]: Das ist ja nur das Berichten. Am Ende des Tages ist damit noch keine einzige Tonne CO2 eingespart worden,
Stephan Noller [00:31:44]: nur weil
Dilara Can [00:31:44]: ich darüber berichte, sondern das muss dann auch ins Doing kommen.
Zackes Brustik [00:31:47]: Das wird das dritte Thema gleich für diese Folge noch. Aber kurz vorher, Dilara, weil deine Kunden kommen bestimmt auch oft durch und sagen, okay, was sollen wir jetzt kaufen? Welche Software holen wir ins Haus oder nutzen wir eine, die wir schon haben, die vielleicht auch das Feature erweitert wird? Klingt für mich so, als ob auch ihr noch nicht eine schnelle, einfache Antwort geben könnt. Es gibt noch nicht den Player, der den Markt dominiert. Es gibt wohl noch nicht die eierlegende Wollmichsau. Und vielleicht, das stell ich mir so vor, ist das ein Problem, dass ihr gar nicht wisst, welchen Player es in drei Jahren noch gibt?
Dilara Can [00:32:17]: Das ist eine gute Frage, Zackes. Da wollte ich gerade noch mal drauf eingehen wegen der Studie, weil am Ende des Tages, wie definierst du denn ESG? Also es gibt irgendwie ein Umweltmanagement-System, es gibt irgendein HR-Tool. Wir haben ja unterschiedlichste Systeme, wo wir Daten rausziehen wollen. Und wenn ich jetzt auch noch mal auf die Umfrage eingehe oder da drauf gucke, was heißt das denn eigentlich ESG Softwarelösung? Nur wenn ich jetzt ein Umwelt Management System im Einsatz habe, sage ich da ja, ich nutze eine ESG Lösung. Vielleicht ja, aber es ist nicht voll empfänglich. Also wie du sagst, dieses Vollempfängliche, das gibt es Stand heute einfach nicht. Und meine Empfehlung wäre erstmal, die Transparenz zu schaffen, also diese Datenbasis, sich eine Datenstrategie zu überlegen, was brauche ich überhaupt. Also nochmal einen Schritt nach vorne sozusagen zu gehen bzw. Zurückzugehen eigentlich und sich darauf vorzubereiten. Die Systeme, die es gibt, also auch in den vielen Mittelstandsunternehmen, in denen wir unterwegs sind, da gibt es dann vielleicht mal ein SAP-System, aber es gibt ganz, ganz viele Non-SAP-Lösungen oder andere Lösungen oder Excel-Tabellen, wo irgendwelche Daten erfasst werden. Diese Strukturen erst mal zu schaffen oder die Awareness zu haben, welche Daten muss ich denn jetzt berichten. Also viele der Unternehmen sind noch ganz, ganz, ganz am Anfang dahingehend erstmal zu verstehen, was wird überhaupt benötigt, weil es bis dato eben nicht der Fall war.
Zackes Brustik [00:33:37]: Dann lass uns an der Stelle direkt in das Thema ESG-Datenstrategie einsteigen. Würdest du das unterstreichen, Stefan? Also bevor man sich überhaupt Gedanken über eine technische Lösung macht, muss man erstmal sagen wir mal 80 Prozent der Arbeitshilfe sich überhaupt erst mal richtig aufzustellen?
Stephan Noller [00:33:51]: Ja, ich würde gerne noch einen, aber es ist eine Überleitung zu dieser Frage, einen kurz nennen, den ich auch spannend finde, nämlich SAP, habt ihr ja auch schon gesagt, ist ja als Nummer zwei genannt worden, weil das ist eine der Fragen, also zum einen ist es wirklich spannend zu gucken was wie es sich da positioniert die sagen das wird ein zweiter ledger die esg daten werden sozusagen die qualität bekommen wie finanzdaten nur dass es sozusagen jetzt komplett zweites system wird was schon riesig hoch aufgehängt ist und da arbeiten hunderte leute dran sozusagen neue module rauszubringen und so weiter ich weiß dass vieles davon quasi bevor shipping ist deswegen ist auch spannend dass diese hoch genannt wurden ich verstehe das so dass es häufig leute auch eher sagen ja wir haben ein sap system die werden das schon irgendwie lösen werden sie ja auch das wird ein modul dafür sustainability tower geben aber es geht eben auch richtung datenstrategien aber natürlich in den erp systemen viele sehr relevante informationen drin sind da sind meine ganzen transaktionen meine einkäufe meine verkäufe meine transportkosten steht alles drin Insofern ist schon eine spannende Frage zur Datenstrategie. Guck dir mal dein ERP System. Das haben natürlich die meisten Firmen, auch kleinere, müssen irgendein kaufmännisches System haben, wo sie ihren Einkauf und Warenbestand und sowas haben. Das ist natürlich, die Lara wirst du bestimmt bestätigen, ganz viel davon hat eine CO2-Entsprechung. Das sind quasi die Sachen, die man braucht.
Dilara Can [00:35:11]: Das ist der Fokus. Genau.
Stephan Noller [00:35:13]: Ja. Insofern ist eine Frage, was können dir deine bestehenden Normalsysteme vor ESG sozusagen schon liefern, entweder an ESG-Faktoren oder an Rohdaten, die du dann umrechnen kannst.
Dilara Can [00:35:23]: Das ist eigentlich viel Scope-3-Thematik am Ende des Tages. Eingekaufte Sachen etc. Dazu gucken, was da ein CO2-Äquivalent dahintersteht, Aber das ist tatsächlich in Anführungsstrichen geschenkt. Also es ist natürlich immer noch schwierig, aber das Thema CO2 und Klima, das ist das, womit sich die meisten Unternehmen beschäftigen. Wenn wir jetzt Richtung Biodiversität oder sowas gucken, keine Ahnung, das sind halt dann wieder andere Umweltthemen, die noch dazukommen jetzt mit dem CSRD-Kontext, wo viele Unternehmen noch so gar keine Daten haben oder gar keine Informationen haben.
Zackes Brustik [00:35:58]: Und nicht nur im CSRD-Kontext, alle Unternehmen, die ernsthaft einen Beitrag zu den planetaren Grenzen oder zum 1,5 Grad Ziel grundsätzlich und zur Nachhaltigkeit schaffen wollen, müssen sich natürlich Böden, Biodiversität, Wasser etc. Anschauen. Aber es gibt natürlich immer beide Treiber. Die einen hören zu, weil sie compliant werden wollen, die anderen hören zu, weil sie transformieren wollen, uncompliant. Aber unabhängig davon, genau, der ganze Strauß der planetaren Grenzen ist wichtig. Eine Sache, die Lara, ich weiß, werden wir die Woche aufzeichnen, vor zwei Wochen hatte ich schon mal zu der Studie gepostet, Steffen Müller hat ja auch immer super geilen Content auf LinkedIn, postet also an der Stelle Shoutout folgt Steffen mit Doppel-F Müller auf LinkedIn. Der hat richtig geilen Content. Von Salesforce ist der. Er meinte, es braucht halt immer drei Stufen, Daten integrieren, berichten und aktiv managen in Business-Prozesse bringen. Das heißt, er meinte halt, du brauchst eher eine Plattform als eine punktuelle Lösung. Ist das ein bisschen ein Echo zu dem, was Stefan gesagt hat? Schaut in eure ERP-Daten oder neben Nutzprovider, die schon vor Ort sind und mit bestimmten Daten, egal ob Finanz- oder HR- oder sonst was, arbeiten, die Lara?
Dilara Can [00:37:00]: Definitiv. Also man muss da das in Stücke teilen und Schritt für Schritt vorgehen. Und am Ende des Tages dieses Managen, das ist auch so meine Beobachtung. Wir schauen uns viele Softwareanbieter an, von kleinen zu den großen. Und häufig ist es eben erst mal erfassen, aber dieses Monitoring und Ziele setzen und Analysen, Szenarien etc., Dashboards, das ist alles das, was noch kommt oder wo wir dann auch immer denken, naja, das wäre eigentlich, wird das noch cool und das fehlt noch. Also diese nachgelagerten Schritte, die sind auf jeden Fall noch nicht wirklich vorhanden.
Zackes Brustik [00:37:35]: Was tun, diese Schritte zu ergänzen?
Dilara Can [00:37:37]: Aktuell ist es das, was wir tun als Beratung. Also dass du quasi, wenn du am Ende des Tages erstmal deine Daten erfasst und deinen Status quo hast, dass wir dann nochmal tiefer eintauchen, dementsprechend Beratungsleistung, glaube ich, oder sich da Experten an die Hand holen und in den unterschiedlichsten Bereichen nochmal tiefer reintauchen, wo Reduktionspotenziale beispielsweise wären. Das sind aber wieder eher die Early Adopters, die sich damit schon beschäftigen, sondern ganz, ganz viele sind erst mal in dieser Datensammlungsphase, zu ja, die Qualität zu erhöhen oder die Transparenz zu haben. Von daher, das ist, glaube ich, echt noch ein bisschen ein Weg, den wir gehen müssen am Ende des Tages.
Zackes Brustik [00:38:15]: Also das heißt, Thema Software, egal wie umfänglich sie aufgestellt ist, davor muss unglaublich passieren und danach auch noch. Stefan, ich weiß, vorhin hat dir kurz der Finger gezuckt, du wolltest was beitragen.
Stephan Noller [00:38:25]: Ja, also zum einen nochmal zum Thema Biodiversität und das kam auch in der Studie raus, das hat mich auch überrascht, aber eigentlich ist es total klar, dass gerade in Deutschland zum Beispiel viele Unternehmen schon seit vielen Jahren sich mit diesen Themen beschäftigen, einfach weil es zum Beispiel Umweltauflagen gibt oder weil sie bestimmte ISO-Normen erfüllen müssen, die ein Umweltmanagement-System erfordern oder einfach Auflagen haben. Wenn du ein Rechenzentrum baust in Deutschland, musst du Ausgleichsflächen machen. Wenn du in gefährliche Flächen nutzt, dann musst du besondere Auflagen und so weiter und so fort. Und das Spannende daraus finde ich, wir müssen denen helfen, das zu mappen. Die werden das natürlich nicht abstellen, die können das gar nicht abstellen. Die Pflichten bleiben ja auch bestehen. Aber wenn wir jetzt zum Beispiel Biodiversitätsquote berichten wollen unter CSRD, dann sollte das natürlich irgendwie möglich sein, das rauszuziehen aus dem Umweltmanagement System, was sie jetzt haben, auch ohne, dass sie da monatelang Transformationsprojekt machen müssen. Das ist auch ein bisschen übrigens Richtung EU. Natürlich, ich kann manchmal die UnternehmerInnen verstehen, wenn die sagen, der Regelungswut. Weil das ist ja das Gleiche. Also ob ich jetzt nach ISO 14001 meinen Flächenverbrauch reporte oder nach CSRD, sollte eigentlich ungefähr das gleiche sein. Und ich sollte es möglichst leicht mappen können.
Dilara Can [00:39:41]: Da vielleicht auch die Angst so ein bisschen zu nehmen, Also was ich beobachte, häufig sind ja schon ganz, ganz viele Sachen da. Sie sind aber halt nicht aufgeräumt, so wie wir es jetzt gerade brauchen. Und das ist auch das zu gucken, die Verfügbarkeit. Was habe ich schon, damit ich auch so ein bisschen ein Erfolgserlebnis habe und nicht demotiviert in diese ganze Thematik eintauche, sondern schon ein bisschen was mitnehme, was ich sowieso schon irgendwo reporte oder erfasse in irgendwelchen anderen Systemen und dann anzustupsen und zu sagen, wie kannst du vielleicht auch die Qualität verbessern? Ach, guck mal, hättest du nicht vielleicht da Richtung Primärdaten nochmal gucken zu können etc. Also die Unternehmen an die Hand zu nehmen, sie etwas zu strukturieren und dahingehend zu leiten, dass sie eben wissen, wo sie hingucken müssen.
Zackes Brustik [00:40:32]: An dieser Stelle eine kurze Bitte in eigener Sache. Dank euch ist Gewinn der Zukunft kräftig am Wachsen und ich würde mich enorm freuen noch mehr Hörende für das Thema Nachhaltigkeit zu gewinnen. Dafür könnt ihr einfach eine kurze Bewertung in eurer Podcast App hinterlassen, bei Spotify zum Beispiel Sterne, bei Apple Sterne und auch zwei Sätze und vernetzt euch gerne mit mir auch auf LinkedIn, die Themen, die ich hier nur mit meinen Gästen diskutieren kann, dann auch nochmal gemeinsam mit euch zu diskutieren. Zu jeder Folge gibt es den entsprechenden Beitrag, Hinterlasst eure Meinung, ob ihr mit dem, was wir besprochen haben, übereinstimmt, ob ihr eine andere Meinung habt und welche Themen ich generell noch im Podcast platzieren sollte. Also schnell das Smartphone raus, kurze Bewertung in eurer Podcast App und dann noch eine Vernetzung an mich auf LinkedIn schicken. Zack, ist brustig. Den Link findet ihr auch in den Show Notes. Ich freue mich von euch zu hören. Kurze Frage, die Lara. Ich habe vorhin dich gefragt, ob dich Chennai arbeitslos machen kann. Jetzt können wir den Ball mal in die andere Richtung spielen, weil das klingt für mich, es braucht alle Systeme, egal wo sie sind, die brauchen auf jeden Fall irgendwie offene APIs, dass sie miteinander kommunizieren können, der Datenaustausch passiert. Da ist natürlich das, wo jetzt Stefan dran arbeitet, eine ESG Data Exchange Plattform, also damit alles was gibt und welche Software auch immer nutzt, vielleicht zusammenkommt. Aber da hat die Lara zu mir im Vorfeld natürlich gesagt, gibt ja eigentlich schon das Carbon Disclosure Project, also die CDP. Brauchst du überhaupt noch mehr?
Stephan Noller [00:41:51]: Ja, also das Carbon Disclosure Project ist groß. Es ist sehr fokussiert auf den Corporate Footprint, also den CCF. Sie haben ja gerade erst mit einer Lösung angefangen für Scope 3 Datenerfassung. Sie sind relativ schwach was Product Carbon Footprints und sowas, also sozusagen differenziertere Carbon Statements findest du selten, sondern das sind meistens die großen Firmen, die ihren Gesamtfootprint disclosen. Ist auch wichtig, aber das hilft bei Scope 3 relativ wenig und es hilft wenig beim Supply Chain Management, weil du da PCS brauchst oder du brauchst irgendwie feiner, du brauchst Produktlevel Carbon Footprints und da versuchen die sich auch zu positionieren. Da gibt es auch andere Initiativen wie PACT zum Beispiel. Deswegen glaube ich, da ist noch viel room for improvement. Aber in der Tat, es gibt ein paar große, ist ja nicht nur CDP, die schon viel Vorarbeit gemacht haben. DNK ist ein deutsches Beispiel, die ein bisschen ähnlich unterwegs sind. Auch das ist mir, glaube ich, für die nächsten zehn Jahre zu starr und zu top level, dass ich eben mein Gesamtfootprint disclose. Super, aber für Einkaufsentscheidungen, für Suppliermanagement brauche ich höhere Granularität, differenzierteres Angebot.
Dilara Can [00:43:07]: Darf ich dich da challengen, Stefan, weil meine Beobachtung ist, gerade für das Supply Chain Management ist so ein CDP das Tool, was viele nutzen. Also gerade in der Automobilbranche gefühlt fragt jeder, hast du ein CDP Rating? Wie ist dein Rating? Bist du bei SPTI committed? Also daran machen die ihre Einkaufskriterien teilweise auch schon fest und nehmen das mit in die Bewertung, nicht nur Qualität und Preis, sondern auch zu gucken, okay, was hast du für ein ECOVADIS oder CDP oder sonst was. Also da würde ich dir so ein bisschen widersprechen, dass das nicht, also es wird schon genutzt als Einkaufs- oder als Lieferantenmanagement-Tool.
Stephan Noller [00:43:42]: Ne, dem widerspreche ich gar nicht. Es wird auf jeden Fall genutzt. Wir haben auch SBTI bei uns integriert deswegen, weil es tatsächlich die meisten Kunden wollen das wissen, ob man SBTI committed ist und was genau und so weiter. Aber du wirst mir auch zustimmen, wenn ich jetzt Einkäufe...
Zackes Brustik [00:43:55]: Auch da kurz, wir vergessen das immer sehr schnell, SBTI einmal kurz für alle.
Stephan Noller [00:44:00]: Ja, Science Based Targets Initiative, das ist eine große Datenbank, wo an die 8000 Firmen ihre Klimaziele, Commitments hinterlegt haben. Aber es ist halt eben, das ist jetzt mein Punkt, nur auf Firmenlevel, da steht dann halt drin, Axel Springer hat sich spti 1,5 grad auf ja keine ahnung 2035 sowas committed mega aber das spannende wird ja sozusagen die steuerungswirkung entfaltet sich dann wenn ich auf ebene der produkte komme wenn ich eben sag ok ich kann bei denen aber auch eine grüne Rotation kaufen. Dann sind es bestimmte Ad-Slots, die selber optimiert sind. Das kann mir aber SBTI nicht liefern und auch CDP ist meistens ein Firmenlabel. Also die Firma hat sich bei CDP hinterlegt. Aber ihre Product Carbon Footprints sind halt da nicht. Die müssen auch auf einem anderen Level, die müssen operativ steuerbar verfügbar sein. Und da wollen wir eigentlich eher, wir wollen eher CDP-komplementär sein, wenn du so willst.
Dilara Can [00:44:57]: Bei den PCFs wollte ich gerne noch Achtung sagen, auch Achtung an die Zuhörer, weil man immer so, ja, ich frage einen PCF an, also einen Product Carbon Footprint, mit wie viel CO2 kaufe ich dieses Produkt ein und dann schaue ich mir noch einen Wettbewerber an, der auch das gleiche Produkt in grün verkauft. Mit welchem CO2 Fußabdruck kommt der denn? Aber da gibt es ja auch unterschiedliche Berechnungsmethodiken. Also da kann es dann natürlich auch sein, dass ich wieder Äpfel mit Birnen vergleiche. Deswegen wäre da die absolute Empfehlung, nicht unbedingt den PCF als Vergleichsthema zu nutzen, wenn man nicht weiß, wie dieser PCF berechnet ist. Also da muss es dann auch einen einheitlichen Standard und eine einheitliche Methodik geben, was da in den Systemgrenzen drin ist und was nicht. Die gibt es natürlich. Also es gibt ja auch beim GHG-Protokoll beispielsweise einen Leitfaden dafür oder eine ISO-Zertifizierung etc. Es gibt unterschiedliche Leitfäden, aber wir müssen halt darauf achten, dass wenn wir es miteinander vergleichen, dass da auch die ähnlichen Rahmenbedingungen miteinander verglichen werden.
Zackes Brustik [00:45:52]: Ich leite damit einfach mal kurz einen Trick für Zuhörende, ab die aus der Unternehmensperspektive zu hören. Das heißt, für viele, gerade Automotive, hatten wir schon öfter im Podcast, wird das plötzlich ausschreibungsrelevant und kann eben das Kriterium dafür sein, ob ich den Zuschlag kriege oder nicht. Wenn ich also da schon einem Product Carbon Footprint arbeite, dann im besten Fall bereite ich den so auf, dass mein potenzieller Kunde auch weiß, wie er zustande gekommen ist. Und wenn ich da besonders gut vorgehe, mache ich auch klar, was bei mir anders ist, als im Vergleich zum Wettbewerb, oder? Absolut. Das heißt nicht nur einfach den PCF im Angebot machen, sondern wirklich sagen, wir haben da so und so und so berechnet und da wähnen wir uns irgendwie ganz vorne an der Speerspitze mit.
Dilara Can [00:46:30]: Transparenz und Offenlegung ist da das A und O, absolut.
Stephan Noller [00:46:33]: Die Lara hat es genannt, auch wenn es das Langweiligste ist, was man vorschlagen kann, aber in Deutschland darf man es, glaube ich. Also ISO-Normen sind tatsächlich ein unglaublich spannendes Feld, weil die genau das lösen. Es kommen auch jetzt diverse neue diesbezüglich raus und dann kannst du sagen, das ist ein PCF gemäß ISO 14083. Da ist alles festgelegt. Emissionsfaktoren, Berechnungsmethoden, Ausnahmen und so weiter und so fort. Und dein Wettbewerber wird sich auch auf die, weil die, weil die branchenspezifisch meistens dann vereinbart werden, wird die gleiche hinterlegen und dann hast du auch noch eine hohe Vergleichbarkeit. Hast dann zwar noch mal 200 Seiten Text, den man irgendwie der ESG-Berater im Haus auch noch mal lesen muss, Aber das ist ein wunderbares Element, diesen fehlenden Level der Standardisierung, den die Lara zurecht gefordert hat, zu lösen.
Zackes Brustik [00:47:24]: Das heißt, ich höre jetzt schon mal raus, egal welche Entscheidung man schlussendlich trifft, wichtig ist, dass das, was ich mir reinhole, möglichst anschlussfähig ist an alle anderen Systeme im Unternehmen und dass ich Transparenz darüber habe, welche Standards da berücksichtigt werden, sofern irgendwo im Hintergrund eben nicht nur Daten gesammelt und aggregiert werden, sondern eben bestimmte Dinge berechnet werden. Das heißt, ich brauche immer eine Transparenz zu, wie ist eine Software gefüttert, mit welchen ISO-Normen, mit welchen Standards, worauf bezieht die sich. Dilara, ganz kurz, aber trotzdem, wenn ich möglichst viel Geld versenken will, wie gehe ich dann vor? Also, weil es werben alle da draußen, die sagen, kommt zu uns, unsere Software erledigt das für euch. Also ist ja eigentlich...
Dilara Can [00:48:05]: Das wäre schön, wenn das so wäre. Ich glaube, die Herausforderung ist für die Unternehmen, investiere ich jetzt in eine Softwarelösung, die es vielleicht, wie du schon gesagt hast, in fünf Jahren gar nicht mehr gibt? Oder hole ich mir gleich die großen ins Haus und denke naja so eine SAP, so eine Salesforce, so eine IBM, so eine was auch immer wird es schon richten. Die kostet natürlich mega viel Geld und ist wahrscheinlich nicht auf meine Bedürfnisse zugeschnitten. Also da so ein bisschen diesen Mittelweg zu finden. Ja am Ende des Tages glaube ich lohnt es sich das Geld zu investieren. Erstmal was es braucht, die Belegschaft, das ist ein kulturelles Thema, das Geld eher intern zu investieren im ersten Schritt, auch diese Datentransparenz, diese Datenkultur aufzubauen und nicht, ich kaufe mir jetzt einen, ich nehme jetzt irgendeinen Berater und kaufe mir jetzt eine Softwarelösung und schubsi wups ist das Thema gegessen, weil das funktioniert nicht. Also ich glaube da ist das Geld dann direkt versenkt, sondern erstmal zu gucken, vielleicht brauche ich eine Anschubs-, also Finanzierung ist das falsche Wort, aber einen Stups durch einen externen Berater, der mich enabelt, der mich unterstützt und der mir zeigt, wie ich diesen Weg zu gehen habe. Aber ich darf es nicht outsourcen. Das ist ein Thema, was beim Unternehmen bleiben muss. Und aus dem Grund würde ich sagen, lieber da rein investieren, als jetzt die nächste Softwarelösung zu kaufen und sich erst mal vorbereiten, bevor man verkauft.
Zackes Brustik [00:49:27]: Das klingt für mich so, als ob jetzt sagen wir mal mittelgroße bis große Unternehmen, die nicken da bestimmt, Das sind vielleicht auch die, die Stefan in der Studie gesagt haben, wir geben dafür Geld schon aus. Also wir haben intern Positionen besetzt. Wir schlauen Leute auf. Und wenn wir es wirklich transformativ angehen, dann bauen wir sogar eine entsprechende Kultur auf. Besonders die Kleinen, die das Gefühl haben, wie sollen wir das schon schaffen, wenn wir schon Fachkräfte mangelt? Die denken sich jetzt wahrscheinlich so, what? Ressourcen aufbauen, Kompetenzen aufbauen, anspruchsvoll, wie mache ich das?
Dilara Can [00:49:53]: Man sagt ja auch immer, der Mittelstand hat alles außer Kapazitäten. Aber Stefan, du wolltest…
Stephan Noller [00:50:00]: Ja, ich wollte dir zum einen zustimmen, Dilara, weil ich glaube, es braucht leider auch bei den kleinen Unternehmen ein cultural shift. Die müssen das zu einem Herzensthema machen. Und übrigens hilft das sogar gegen den Fachkräftemangel, weil die Leute arbeiten gern bei solchen Firmen, die das ernst meinen. Das merken wir ganz stark, dass sich Leute bei uns nur deswegen bewerben, weil sie bei einem Sustainability-Unternehmen arbeiten wollen. Das habt ihr bestimmt auch, Dilara. Also man kann damit direkt helfen, den Fachkräftemangel zu lindern.
Dilara Can [00:50:27]: Gleichzeitig hast du, Stefan, auch das Thema, das will ich noch ergänzen, viele im Unternehmen haben ein Interesse daran und würden sich freuen, wenn sie sich in diese Richtung weiterentwickeln können. Also da ist eine intrinsische Motivation da und das ist auch ein, ich sage jetzt mal, Schatz, Erfahrungsschatz von den Mitarbeitenden, die diese Unternehmen schon besser und gut kennen und längere Jahre dabei sind. Wenn man denen die Möglichkeit gibt, sich in so eine Richtung zu entwickeln und die haben Bock auf das Thema und gerne es sich da rein arbeiten, dann ist es ein Win-Win für beide Seiten, für das Unternehmen und für die Mitarbeiter.
Stephan Noller [00:50:56]: Und das andere, sag es nicht, ich glaube, dass es von dem regulatorischen weg zu einem Marktthema werden wird. Und das bedeutet aber auch, dass auch kleine unternehmen sich einen großen vorteil erschaffen das vorhin schon ausschreibungen erwähnt wenn sie einfach total herausragende umweltdaten mit providen können also einmal da sehr gut sind aber auch eine gute daten lieferung bei der ausschreibung mit versprechen können ihr kennt schon Unternehmen, die haben deswegen Ausschreibungen gewonnen, völlig überraschend, die wussten, dass sie teuer anbieten, aber haben gewonnen, weil sie die besten ESG-Daten mitliefern konnten und den Einkäufer das überzeugt hat. Und in dem Moment ist es nicht mehr, ich glaube, es sind auch kleine und mittelständische Unternehmen, die heiß drauf sein werden, werden ihr Business Development drauf loslassen und sagen, das ist eine verkäuferische Chance, wenn wir da jetzt schnell, wenn wir da besser sind und wir können aus diesem verdammten Preiswettbewerb vielleicht rauskommen und einfach sagen, wir gehen in Nachhaltigkeits-Qualitätswettbewerb, weil die Großen wegen CSRD-Verpflichtungen so einkaufen müssen. Die muss man gar nicht großartig überzeugen, die müssen ihr Scope 3 optimieren. Und wir machen ein schön grünes Produkt, geben gute Begleitdaten dazu und positionieren uns so als Qualitätsanbieter.
Dilara Can [00:52:05]: Ich würde gerne auch nochmal, deine Frage zu beantworten, was die kleinen Unternehmen machen müssen. Am Ende des Tages würde ich sagen, es geht nicht anders, als sich damit auseinandersetzen zu müssen am Ende, weil das lässt uns ja auch nicht los und es wird jedes Jahr aufs Neue. Klar kann man jetzt sagen, ich mache das über ein Beratungshaus, weil ich habe keine Kapazität und nehme jetzt erst mal das Geld in die Hand und dann soll das jemand anders für mich machen, aber das ist auch nicht nachhaltig. Also deswegen tut es mir leid, das so direkt sagen zu müssen, aber ich glaube, die Unternehmen müssen sich damit beschäftigen und es gibt keinen Zauberhut und keine Lösung, die anders heißt als es machen, also quasi angehen, anpacken.
Zackes Brustik [00:52:47]: Hast du mir da vielleicht konkrete Beispiele, sofern du Namen nennen kannst, mache es gerne, wenn ich vielleicht anonym von Kunden, mit denen ihr arbeitet, die Lage, wo du sagst, die einen, die machen sich das eher schwerer auf die Art und Weise und die anderen machen das wirklich eher so best practice mäßig.
Dilara Can [00:53:00]: Ja, also ich glaube, Kundennamen würde ich jetzt erstmal nicht nennen, aber es ist tatsächlich so, dass wir einige Kunden haben, die das Thema sehr ernst nehmen und sehr intrinsisch und proaktiv sagen, ich weiß, ich bin jetzt noch nicht berichtspflichtig, aber ich möchte mich da jetzt darauf vorbereiten. Dann gibt es ja auch in den Standards noch so Face-In-Faktoren, KPIs und Datenpunkte, die gesammelt werden. Aber es gibt einige Unternehmen, die sagen, ich weiß, ich muss das zwar jetzt noch nicht tun, aber wenn ich mich doch damit schon beschäftige, dann mache ich es richtig. Und da nehme ich auch die Standards mit rein, die vielleicht im ersten Schritt jetzt nicht unbedingt für mich relevant sind, weil ich jetzt dieses Fass einmal aufmache und wenn man so eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse macht und das sozusagen die Basis für alles ist, was dann hinten raus in der Software auch erfasst werden soll oder reported wird, dann mache ich das jetzt einmal ordentlich. Das ist so das eine Spektrum. Und die anderen, die dann sagen, naja, quick and dirty, was brauche ich, was kann ich direkt ausschließen, ich will da gar nicht so viel Zeit verlieren, Die gibt es natürlich auch, da einen pragmatischen Weg zu finden. Vor allem die ganzen Mittelstandsunternehmen sind damit ja erschlagen, was das an Anforderungen mit sich bringt. Da dann auch einen pragmatischen Weg zu finden, auch das Thema Financial Materiality, wenn wir jetzt im CSRD wieder denken, dann den finanziellen monetären Wert dahinter zu stellen, was denn Chancen bzw. Risiken anbelangt im Biodiversitätsumfeld. Also das sind ja Sachen, die Jahre in der Zukunft liegen, wo wir vielleicht jetzt noch keine Zahl hinschreiben können. Also solche Themen, diese Herausforderungen erstmal sozusagen zu umshiften und zu sagen, bevor ich gar nichts tue, fang ich mal pragmatisch an und, ähm, ja, geh quasi erst mal den ersten Schritt.
Zackes Brustik [00:54:43]: Wenn ich das gründlich angehe, auch mit der Wesentlichkeitsanalyse, kann ich mir dadurch Zusatzaufwand sparen? Weil ich mir vorstellen kann, viele haben Angstschweiß auf der Stirn, weil sie was in die ISRs reinschreiben müssen, haben Angst, ob sie's richtig machen und ob sie irgendwann vielleicht sogar mal eine Penalty bekommen und schreiben viel zu viel rein.
Dilara Can [00:55:02]: Definitiv. Definitiv ist das häufig auch der Fall, dass man sagt, dieser vorauseilende Gehorsam mäßig, ich nehme lieber alles und schließe gar nichts aus. Was aber eigentlich, also ich würde sagen, nicht unbedingt der richtige Weg ist, weil dann macht man, glaube ich, gar nichts. Das ist wie, wenn man fünf Sachen gleichzeitig macht, dann macht man nichts fokussiert. Und das sollte man vielleicht auch nicht unbedingt tun, sondern da die Experten an die Hand nehmen und darüber diskutieren, was sind tatsächlich wesentliche Themen. Kleine Dinge schon angehen und vorantreiben als gar nichts zu tun, weil man zu viele Themen, zu viele Bälle in der Luft hat.
Zackes Brustik [00:55:34]: Stefan, was würdest du da ergänzen?
Stephan Noller [00:55:35]: Ich würde gern auch dafür sorgen, mit euch zusammen die Leute zu empowern und in diesen Can-Do-Modus zu bringen, auch kleine Firmen. Weil manchmal ist es eben auch einfacher, als man denkt. Wir neigen so ein bisschen dazu, zu sagen, ah, ist kompliziert und das kommt noch und C-D-D könnte auch noch kommen und so weiter und so fort stimmt ja auch alles ein bisschen aber wir arbeiten zum beispiel an einem guideline der ist geprüft geprüft mit kunden das wurde deine scope 1 2 3 Emissionen in unter einer Stunde erfassen kannst. Geht nur mit AI Hilfe, aber du kannst zum Beispiel, du musst nicht unbedingt deine Controlling Abteilung nach dem Müllverbrauch des Büros fragen, das kannst du auch schätzen lassen, gibt es gute Studien zu und so weiter. Und das tut auch nicht weh, das kann man machen, man kann dann immer besser werden, nächsten Jahr fragt man vielleicht doch und hat dann die Realdaten und so weiter. Wunderbar. Aber ich finde, wir müssen auch diese Idee so ein bisschen transportieren, dass es auch geht, dass es auch geht, wenn ich mir nicht eine große Beratung leisten kann oder so. Ich kann eine meaningful Disclosure machen, die vielleicht sogar, eine Stunde ist jetzt sehr sportlich, sagen wir mal an einem Tag, mich hinsetzen. Auch wenn ich nicht fünf Jahre Sustainability studiert habe, das geht alles mit der Tool-Unterstützung. Und man sollte es auch machen. Ich finde, man braucht dieses Gefühl, hey, mega, ich kenne auch so Unternehmen, die dann sagen, Mensch, am Anfang vorne Wand und dann nach ein paar Tagen haben wir unsere Disclosure gemacht und Es fühlte sich gut an. Wir hatten plötzlich das Gefühl, wir sind irgendwie Herr oder Frau des Verfahrens und können unsere Daten sehen. Die Mitarbeiter fanden es toll. Steuerungswirkung fängt an, sich zu entfalten und so weiter. Man kommt in dieses Gefühl, das geht doch. Ich bin eine kleine Firma, ich kann es trotzdem machen.
Zackes Brustik [00:57:16]: Du hast gerade ein Stichwort fallen lassen, einfach weil es tagesaktuell ist, CSDDDD. Jedes Mal, wenn ich es sage, muss ich dreimal nachdenken, ob ich es richtig sage. Es ist die Corporate Sustainability Due Diligence Directive. So rum ist es richtig. Eigentlich kommt sie ja. Jetzt gibt es irgendwie politische Bemühungen aus Deutschland, seitens einer Splitterpartei, die dann doch wieder abzuwenden. Ihr schüttelt beide den Kopf, während ich das sage. Euer Saktus, doch beide mal kurz in zwei Sätzen. Warum ist die CS Triple D für Unternehmen eigentlich was Gutes und man braucht keine Angst davor haben.
Dilara Can [00:57:47]: Ganz viele Unternehmen machen heutzutage schon beim Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz, haben Sie vielleicht auch schon mal gehört, LKSG. Also am Ende des Tages ist es ja auf EU-Ebene ein ähnliches Konstrukt und ich glaube, Ja, es ist ein bisschen mehr Aufwand als das LKSG, aber so grundsätzlich ist es auch überschaubar und es spielt mit der CSRD einher. Das heißt, auch die Anforderungen, die in der CSRD abgefragt werden, spiegeln sich in der CSR Triple D auch wieder. Also irgendwie ist das alles Hand in Hand und man darf da glaube ich nicht die Scheu haben, jetzt kommt wieder das Nächste ums Eck, sondern ich habe da sowieso schon ganz schön viel, was ich tue und am Ende des Tages will ich da nur zu ermutigen, da keine Scheu vorzuhaben, dass das auch noch kommt, sondern eigentlich ist es nur was, was noch ein bisschen mehr hinzufügt, aber überschaubar in einem Rahmen ist.
Zackes Brustik [00:58:37]: Wäre es nicht sogar ein Wettbewerbsvorteil, weil deutsche Unternehmen dank des LKSG eigentlich auch schon Vorsprung haben, Stefan?
Stephan Noller [00:58:43]: Ja, das wollte ich gerade sagen. Also was lustig ist an der Position dieser Splitterpartei ist, dass es eigentlich ein Nachteil für deutsche Unternehmen im Ergebnis sein wird. Also mal aus dieser Regulierung ist schädlich Perspektive gesprochen. Denn wenn die CSDU scheitert, dann wird nur Deutschland ein entsprechendes Gesetz haben, alle anderen EU-Unternehmen nicht. Das ist das eine, also es ist eine ziemlich wirre Vorgehensweise, finde ich. Und das andere ist, man sagt ja immer 80, 90 Prozent der Emissionen liegen in Scope 3, also in der Supply Chain, aber es liegt auch die größte Gefahr an Kinderarbeit, an unerträglichen Arbeitsbedingungen, an Umweltschäden, an gesundheitlichen Verletzungen von Arbeiterinnen und Arbeitern in der Supply Chain. Das passiert nicht in Deutschland. In Deutschland gibt es keine Kinderarbeit. Aber wir kaufen diese verdammte billige Kleidung und so weiter und so fort. Man hat jahrelang verhandelt und die CS Triple D ist ja nicht jetzt eine neue Idee. Da wird seit Jahren daran gearbeitet, dies auf den allerletzten Metern jetzt wirksam zu werden für alle EU-Unternehmen. Und die jetzt scheitern zu lassen ist einfach unsäglich, muss ich wirklich sagen. Übrigens auch für die Unternehmen,
Dilara Can [00:59:49]: die haben sich auch
Stephan Noller [00:59:49]: schon längst darauf vorbereitet. Alle gehen davon aus, die wird kommen. Entsprechende Tools sind in Vorbereitung, Leute sind geschult. Es wäre ein Desaster, wenn die jetzt durch Deutschland zu Fall gebracht werden würde, aber es sieht sehr danach aus.
Zackes Brustik [01:00:00]: Danke noch mal für euer Schlussplädoyer, auch für die CS Triple D. Ich glaube, ich hätte noch viel mehr Fragen, aber für eine Folge reicht das erstmal. Ich glaube, viele der Themen greife ich dann einfach nochmal in den nächsten Folgen auf. Daher vielen, vielen Dank, Dilara.
Dilara Can [01:00:16]: Danke dir, Zakkes. Hat richtig Spaß gemacht.
Zackes Brustik [01:00:18]: Und vielen Dank, Stefan.
Stephan Noller [01:00:20]: Ja, danke auch von mir. Mir hat es auch Spaß gemacht.
Zackes Brustik [01:00:22]: Wie immer gibt es zu dieser Folge natürlich auch den entsprechenden großen LinkedIn-Post. Daher vernetzt euch mit Stefan Noller, mit Dilara Can auf LinkedIn und natürlich auch mit mir. Immer so knapp irgendwas zwischen fünf und zehn Tagen nach Erscheinen der Folge kommt der entsprechende Post auf LinkedIn. Da werden wir fleißig diskutieren. Dort sammeln sich in der Regel immer richtig coole, spannende Sustainability Pioniere, Verantwortliche, Peers. Also wenn ihr euch vernetzen wollt, dann mischt auf LinkedIn mit. Die Links zu unseren Profilen findet ihr natürlich in den Show Notes und ich freue mich dann darauf, die Diskussion auf LinkedIn fortzuführen. Vielen Dank, dass ihr an Bord wart und Bis zur nächsten Folge.
Über Dilara Can:
Dilara ist Sustainability Consultant bei Bosch Climate Solutions. BCS berät kleine und große Unternehmen beim Aufbau interner ESG-Kompetenz und dem Entwickeln einer soliden Nachhaltigkeitsstrategie.
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Über Stephan Noller:
Stephan ist CEO von Ubirch. Ubirch hat für die Bundesregierung den Cov-Pass technologisch umgesetzt. Nach einer Entscheidung des gesamten Teams habe sie sich nun das Thema Nachhaltigkeit vorgeknöpft und fokussieren sie sich auf den Bau einer ESG-Datenaustauschplattform mit speziellem Fokus auf Scope 3 Daten. Direkt zur ESG-Stoftware-Studie:
🔗 https://ubirch.com/de/esg-studie#c7723
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