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Worum es in dieser Folge geht

Für wen macht der freiwillige Berichtsstandard Sinn? Und wie zahlt die DNK-Plattform für deutsche Unternehmen darauf ein?

Du überlegst nach dem VSME zu berichten? Dann gibt dir diese Folge die volle Orientierung! Eine Expertin und ein Sustainability Manager erklären mir wirklich alles zu einem der heißesten Themen aktuell: Die kommende Anwendung des VSME als freiwilligen Nachhaltigkeitsberichtstandard für Unternehmen unter 1.000 Mitarbeitenden.

Martin steckt als Nachhaltigkeitsmanager eines Mittelständlers mitten im Umstieg von den ESRS auf den freiwilligen VSME. Er ist spannender Weise glücklich darüber, dass er die doppelte Wesentlichtkeitsanalyse schon in der Tasche hat, obwohl sie im VSME wegfällt. Warum? Das und weitere strategische Überlegungen beim Umstieg auf den freiwilligen Berichtsstandard begründet er mir in dieser Folge.

Und Hilke, Geschäftsführerin der Beratung Heldenrat und DNK-Lotsin, steuert alle harten Fakten als auch noch offenen Fragen rund um den Wechsel zum VSME bei:

✅ Was ist der aktuelle Stand zum VSME?
✅ Was musst du für die praktische Umsetzung wissen?
✅ Welche Chancen und Risiken liegen für Unternehmen in der Freiwilligkeit?
✅ Wie kann einem die neue Plattform des DNK dabei helfen?

Plötzlich könnten übrigens GRI und andere Berichtsstandards wieder mehr Relevanz bekommen. Gerade für deutsche Unternehmen ist die Frage spannend, was es braucht, um vom DNK auf den VSME umzustellen. Oder - falls sie noch nicht berichtet haben - wie die kostenfreie Plattform des DNK sie sowohl bei den ESRS als auch dem VSME unterstützen wird.

Dies ist genau die eine Folge, die Du hören musst, wenn Du als CEO oder Nachhaltigkeitsmanager nur 60 Minuten für wichtige Entscheidungen rund um Omnibusprozess der EU und die Vereinfachung der CSRD hast.

Vollständiges Transkript anzeigen

Hilke Posor [00:00:03]: Es gibt sehr unterschiedliche Aussagen darüber, ob dieser Stand, den wir im Moment haben, ob der überarbeitet wird oder nicht. Die einen sagen, das was wir jetzt haben, das ist auch das, mit dem wir weiterarbeiten werden, das ist das, was dann auch verabschiedet wird. Und es gibt andere, die sagen, nee, wir glauben, der VSME muss noch mal überarbeitet werden.

Martin Hartmann-Schüler [00:00:20]: Aber wenn man da jemanden hat, der das hauptverantwortlich betreut, dann kann man dem VSME und auch so eine Wesentlichkeitsanalyse leiten. Das kann man erst mal machen und gucken, wie weit man kommt. Das ist so mein Tipp. Sich erst mal hinsetzen, auch mit der Identifikation der wesentlichen Handlungsfelder. Was hat Auswirkungen? Das kriegt man im Zusammenspiel mit den Abteilungen ganz gut hin.

Zackes Brustik [00:00:43]: Es war schon lange überfällig, aber hier ist sie. Die Folge zum Einmaleins des VSME. Flott unter dem Motto, brauche ich den VSME und wenn ja, wie viele? Denn es wird wohl verschiedene Aufbaustufen geben. Wir klären daher, für wen der VSME oder in seiner vollen Pracht der Voluntary Standard von Non-Listed, micro, small und medium-sized undertakings relevant und sinnvoll wird. Welche Möglichkeiten öffnen sich ein, wenn man jetzt plötzlich von der ISRS auf den VSME umschwenken kann und was riskiert man, wenn man es sich vor lauter Freiwilligkeit vielleicht zu einfach macht? Wie sollten wir also die gewonnene Zeit dank Stop the Clock im Omnibus-Prozess nutzen und welche Rolle spielen auch durch den ganzen Prozess plötzlich wieder Standards wie GRI oder wie zahlt der DNK mit seiner Plattform auf die ESRS und vor allem den VSME ein? Und damit du wirklich in 1 Folge alles zum Thema bekommst, gibt es mal wieder 2 Perspektiven. Einerseits mit Hilke Posur, Geschäftsführerin von Heldenrat. Eine Beratung für das Thema Change Management in der digitalen Transformation und der Nachhaltigkeitstransformation. Zudem ist sie DNK-Lotsin. Das heißt, sie bringt uns die frischesten Insights mit, wie der DNK gerade mit seiner Plattform am Start ist, euch als deutsches Unternehmen bei der ESRS oder auch dem VSME zu helfen. Und wir haben natürlich wie ganz so oft einen Sustainability Manager mit an Bord, der direkt aus seiner Praxis berichtet. Martin Hartmann, Schüler, Nachhaltigkeitsmanager bei Neumann & Müller, einem Unternehmen für Veranstaltungstechnik, das mit knapp über 900, aber unter 1000 Mitarbeitenden genau an dieser magischen Grenze des Omnibus ist. Das heißt, er hat super Einblick aus strategischer Sicht in petto, wie man damit umgehen kann, wenn man sich einerseits auf die CSRD vorbereitet hatte, mitten im Prozess war und jetzt plötzlich die Möglichkeit hat, auf den VSME umzuschwenken. Außerdem ist er auch noch in der School for Sustainable Development und hat einen super Einblick, was unsere ganzen Peers da draußen so bewegt. Und damit herzlich willkommen bei Gewinne Zukunft, dem Nachhaltigkeits-Podcast der Pioniere und Professionals. Mein Name ist Zakis, ich freue mich enorm, dass du mit an Bord bist. Los geht's! Hallo, Hilke! Hallo, Zakis! Ich

Hilke Posor [00:02:50]: freue mich sehr, dabei zu sein.

Zackes Brustik [00:02:52]: Mega, dass du an Bord bist und moin Martin.

Martin Hartmann-Schüler [00:02:55]: Ja, hallo Zakis, vielen Dank für die Einladung. Hallo Hilke.

Zackes Brustik [00:02:58]: Die Reaktionen auf den Omnibus sind jetzt natürlich schon weich hinher, aber umso mehr Zeit hatte ich zu gucken, wie die Leute damit umgehen, was sie umtreibt. Und ich glaube, das ist eine große Bandbreite von Himmel hoch jauchzend nach dem Motto, so endlich Zeit gewonnen, wir waren viel zu spät dran. Oder das war ultra nervig mit der CSRD. Bis hin zu einem riesigen Teil der Drehen natürlich ganz klar bei ESG SaaS Software Anbietern oder natürlich auch Nachhaltigkeitsberatungen, wo, das muss man ganz ehrlich sagen, einfach gerade richtig die Felle wegschwimmen und alles zwischendrin. Wie war das für euch? Martin, fangen wir bei dir an in der Praxis.

Martin Hartmann-Schüler [00:03:34]: Also einerseits erstmal ein tiefes Durchatmen, klar. CSRD stand direkt vor der Tür, war ein drängendes Thema und war ein sehr umfangreiches Thema. Also die erste Reaktion schon ein bisschen Erleichterung, aber ein bisschen später auch eine kleine Enttäuschung, weil wir haben uns auf den Bericht vorbereitet. Wir wollten Anfang 2026 mit unserem Nachhaltigkeitsbericht nach ISRS rausgehen, rauskommen und ja, Stop the Clock sagte, okay, 2 Jahre könnt ihr mindestens noch warten. Von den Schwellenwerten mal abgesehen, du hast es in der Einleitung gesagt, wir wären betroffen gewesen, sind es aktuell nicht mehr. Mal gucken, was da noch bei rauskommt.

Zackes Brustik [00:04:13]: Hilke, bei dir hätte ich gern gleich 2 Perspektiven. Also fangen wir erstmal an mit 1 ganz persönlichen aus der Beratungssicht.

Hilke Posor [00:04:19]: Genau, also ganz persönlich, als ich das erste Mal davon gehört habe oder realisiert habe, was heißt das eigentlich? Es war ja bevor es veröffentlicht wurde schon auf dem Flurfunk zu zu hören, was da kommt Und im ersten Moment habe ich gedacht, ah gut, sie gehen es jetzt an, dass sie es nochmal überdenken. Das ist ja das, worauf wir gerade alle warten. Dann habe ich realisiert, was das eigentlich heißt und dass die Schwellenwerte angepasst werden und dass jetzt Unternehmen betroffen sind, die minimal 1000 Mitarbeitende haben. Und dann habe ich gedacht, oh Gott, das verändert ja gerade die Dynamik total. Wir hatten wirklich breit in den Unternehmen, in der Wirtschaft diese Dynamik, dass alle gerade so in die gleiche Richtung unterwegs waren, am gleichen Strang gezogen haben und diese Dynamik, das war mir sofort klar, dass die jetzt wirklich unterbrochen ist. Und so kam es dann ja auch, dass wir wirklich gemerkt haben, auf einmal ist überall Erstmal Verwirrung, Irritation und Pause.

Zackes Brustik [00:05:19]: Und das muss man schon wirklich so sagen. Also ich merke es an ganz vielen Stellen. Nachhaltigkeits-Events haben Schwierigkeiten, die gleichen Zahlen zu erreichen wie letztes Jahr. Ich merke SaaS-Startups, egal ob ganz kleine, die vielleicht noch vor einem halben Jahr in den Start gegangen sind, sogar zu ganz großen Playern, die eigentlich auch die großen Kunden, über 1000 Mitarbeitenden haben, die müssen tatsächlich Leute gehen lassen. Teilweise geht es so weit, dass Mittelständler, die eigentlich schon Lizenzen gebucht haben, versuchen wieder aus diesen Verträgen rauszukommen. Ganz viele ESG-Beratungen, die Teams aufgebaut haben, nur für diesen CSRD-Sprint, stehen jetzt mit Mitarbeitenden da, die nicht gebraucht werden. Merkst du das auch, Hilke? Also das ist die zweite Perspektive, die mich interessiert. Wie reagieren die Mittelständler darauf? Weil auf mich wirkt es erst mal so, als ob ganz viele jetzt plötzlich die Füße in die Hand nehmen und so weit wie möglich weg sprinten von der CSAD.

Hilke Posor [00:06:05]: Genau, tatsächlich und da bis zu wirklich auch dramatischen Entwicklungen. Ich weiß von einem Unternehmen, da hat man dann sofort der Nachhaltigkeitsmanagerin, ich weiß nicht, 26.2. Und 28.2. Hat man ihr gesagt, Ende April ist bei ihr Schluss. Die war total verzweifelt und nach 4 Wochen hat sich das Unternehmen aber ein bisschen berappelt und hat gesagt, ah nee, vielleicht sollten wir doch ein bisschen was weitermachen. Ich weiß gar nicht, wie da jetzt der aktuelle Stand ist, Aber das ist das, was ich auch aus anderen Unternehmen gehört habe, dass im ersten Moment wirklich so Schock, oh Gott, da wurden dann Nachhaltigkeitsmanager auf einmal von Projekten abgezogen und nach ein paar Wochen hat man festgestellt, okay, wir haben jetzt doch noch was zu tun. Okay, jetzt wissen wir, worauf wir uns konzentrieren wollen. Und dann haben sowohl die Geschäftsführung als auch die Nachhaltigkeitsmanagerinnen und Manager sich ein bisschen sortiert und haben dann herausgefunden, in welche Richtung soll es jetzt gehen.

Zackes Brustik [00:06:56]: Wie habt ihr eure Kunden bei Stange gehalten? Weil ich kann mir vorstellen, es hat einige von euch ja auch umgetrieben, die sich gedacht haben, so, hey, das war schön, wir melden uns in 2 Jahren wieder.

Hilke Posor [00:07:03]: Genau, also da wir einen starken Fokus ja darauf haben, dass nicht nur jetzt ein Reporting erstellt wird, sondern auch ein Nachhaltigkeitsmanagement-System aufgebaut wird und auch eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt wird, war unseren Kunden eigentlich klar, okay, wir können jetzt nicht sofort jetzt hier alles fallen lassen. Das heißt, da ging es mit unseren Projekten schon weiter, aber man hat es gemerkt bei den Anfragen. Die Anfragen, die wir hatten, die sind sofort eingestellt worden, weil man gesagt hat, nee, im Moment wissen wir noch gar nicht, wofür wir künftig eine Beratung brauchen und deswegen brauchen wir die Anfrage jetzt auch gerade gar nicht.

Zackes Brustik [00:07:39]: Wo genau im Prozess standet ihr Martin und was hat das für dich bedeutet? Also hast du auch quasi die E-Mail vom CEO bekommen, von Neumann und Müller und so. Martin, das war richtig schön mit dir. Wie wäre für dich das Lagerarbeit? Wir hätten einen super Job in der Technik Sortierung.

Martin Hartmann-Schüler [00:07:53]: Haben wir auch tolle Jobs? Keine Frage. Aber ich würde da, Hilke, zustimmen. Auch gerade über die Peerschool, das ja ein großer Austausch an Nachhaltigkeitsmanagerinnen und Managern ist, war am Anfang große Enttäuschung und auch eine Angst die eigenen Jobs. Je nach Fortschritt der Unternehmen, manche sind am Ball geblieben, aber die Anfragen nach neuen Projekten sind ein bisschen zurückgegangen. Das ist auch das, was ich so erlebt habe. Die, die schon unterwegs waren, so wie wir, wir hatten uns ja auf CSRD vorbereitet, die spielen das Spiel natürlich weiter. Die gehen weiter mit ihren Prozessen und die fahren selten alles komplett runter. Aber wer jetzt noch so an der Schwelle war oder vielleicht erst mit der nächsten Welle betroffen war, der fährt jetzt sicherlich schon konkrete Maßnahmen auch zurück.

Zackes Brustik [00:08:45]: Und wo genau wart ihr im Prozess?

Martin Hartmann-Schüler [00:08:47]: Also wir waren so weit, dass wir einzelne Stakeholder, die wir als wesentlich identifiziert hatten, für unsere doppelte Wesentlichkeitsanalyse bereits eingebunden hatten und mit denen dabei waren, konkrete IROs zu bewerten. Also schon relativ weit für den CSRD verpflichtenden Teil ist der jetzt für die VSME nicht mehr vorgesehen, aber ist auf jeden Fall ein Instrument, was ich weiterhin empfehlen würde. Und dann haben wir daran anschließend die klassische GAP-Analyse gemacht und geguckt, welche Daten werden wir denn brauchen, welche Daten haben wir schon, wo kriegen wir sie her und was müssen wir noch umsetzen. Das war unser Gang bisher.

Zackes Brustik [00:09:27]: Wir machen noch einen kleinen Teaser mit dem wirklichen, den Hard Facts zum VSME, da starten wir in ein paar Minuten. Aber vorher noch ist schon erstes schönes kleines Takeaway, weil das immer wieder kommt im Podcast und ich jetzt das hier nochmal höre, ist, wurde man denn mal dazu gezwungen, die doppelte Wesentlichkeitsanalyse zu machen oder sich mit den Risiken zu beschäftigen? Dann bleibt man, glaube ich, viel eher dran, als wenn man diesen Schritt noch nicht gemacht hat, oder? Weil man dann plötzlich merkt in der Praxis, ja Mensch, verdammt, das war echt viel Arbeit, aber Holler die Waldfee, jetzt haben wir hier wirklich was Wertvolles in der Hand. Hilke?

Hilke Posor [00:09:56]: Ja, ganz genau so haben wir das auch mitbekommen. Wir haben ja auch verschiedene Austauschformate noch angeboten, wo Nachhaltigkeitsmanagerinnen und Manager sich austauschen konnten. Und das war so eine Erkenntnis, dass die Unternehmen, die schon eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt haben, die also genau wie du es gerade gesagt hast, die Chancen, Risiken und die Auswirkungen transparent hatten, für die war klar, okay, da müssen wir was machen. Das können wir jetzt nicht mehr einfach in der Schublade verschwinden lassen. Das heißt, die sind schon, und das merkt man wirklich ganz deutlich, über diese erste Hürde gegangen. Was heißt das eigentlich und was bringt uns das eigentlich auch?

Zackes Brustik [00:10:31]: Wir parken das kurz und kommen nachher direkt darauf zurück, was das bei euch konkret war, Martin und warum ihr dann gemerkt habt, hier müssen wir dranbleiben, auch wenn es jetzt freiwillig wird. Aber erstmal Freiwilligkeit, Hilke. Also wo genau stehen wir gerade im Prozess? Der Vorschlag der EU-Kommission, das muss jetzt noch quasi ins Parlament, dann wird es nochmal im Rat. Also quasi wie viel ist denn da noch in Bewegung? Wie klar ist das alles schon mit dem VSME?

Hilke Posor [00:10:53]: Genau, also Stop the Clock ist ja schon verabschiedet, dass wir auf jeden Fall, was die ISS angeht, 2 Jahre Pause haben. Der VSME ist noch nicht final verabschiedet. Wir arbeiten nach wie vor mit einem Entwurfsstatus vom Dezember 2024. Es gibt sehr unterschiedliche Aussagen darüber, ob dieser Stand, den wir im Moment haben, ob der überarbeitet wird oder nicht. Wirklich sehr unterschiedliche Stimmen, auch aus der EU, oder von Experten, die EU-nah sind, hört man da sehr unterschiedliche Rückmeldungen. Die einen sagen, das, was wir jetzt haben, das ist auch das, mit dem wir weiterarbeiten werden, das ist das, was dann auch verabschiedet wird. Und es gibt andere, die sagen, wir glauben, der VSME muss noch mal überarbeitet werden. Aber ich kenne das auch aus dem Unternehmenskontext und da würde mich auch mal interessieren, wie das bei Martin ist. Solange wir keine neue Entscheidung haben, arbeiten wir mit der alten Entscheidung weiter und das heißt, solange wir keine neue Version haben, arbeiten wir mit diesem Entwurfsstatus. Das haben wir ja damals bei dem ESRS auch gemacht, dass wir schon angefangen haben, mit dem Entwurfsstatus zu arbeiten und das ist immer eine gute Grundlage, auf jeden Fall einzusteigen.

Zackes Brustik [00:12:01]: Und nur kurz, Hilke, wenn du sagst, der muss überarbeitet werden, also noch weiter verschlankt oder verschärft werden, in welche Richtung könnte das gehen?

Hilke Posor [00:12:09]: Genau, also ich muss gestehen, da mischt sich jetzt so ein bisschen das, was höre ich aus der Community Und was wünsche ich mir? Ich wünsche mir natürlich, dass er überarbeitet wird, weil er wirklich sehr, also er ist ja entwickelt worden für Kleinst- und Mittelständische Unternehmen und vor allen Dingen mit Blick auf so was wie Handwerksbetriebe beispielsweise. Und das reicht natürlich, und da wird mich gleich Martins Meinung auch interessieren, natürlich für ein Unternehmen, was fast 1000 Mitarbeitende hat, reichen diese Informationen eigentlich nicht.

Zackes Brustik [00:12:39]: Martin, wie geht ihr mit

Martin Hartmann-Schüler [00:12:41]: Ich habe natürlich auch keine Ahnung, wie sich es weiterentwickelt. Das ist, wenn man da in der politischen Bubble nicht so drin ist, unvorhersehbar. Hilke hast absolut recht. Na klar müssen wir uns vorbereiten und wir hatten die Wahl, machen wir die CSRD weiter mit den umfangreichen Datenpunkten und wenn man aber hört, okay, wir wollen 80 Prozent davon verschlanken, dann wäre es Quatsch, da jetzt Prozesse aufzubauen, Datenpunkte zu berichten, die nachher wegfallen. Aber für den VSME, ich glaube, weiter verschlankt werden wird er nicht. Wie Hilke sagte, der ist schon relativ schlank und ist Small-Medium-Enterprises. Also Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass zwischen dieser Lücke 250 Mitarbeitende bis 1000 Mitarbeitende, wenn diese Schwelle denn CSRD-Berichtspflicht bestehen bleibt, dass da noch ein Standort dazu kommt, VSME Plus, der vielleicht noch ein bisschen draufpackt, wobei man gucken muss, wie groß ist denn da die Lücke? ESAS 80 Prozent bereinigt, verschlankt. Was bleibt dann da noch zum VSME übrig? Aber da gebe ich Hilke recht. Der ist sehr schlank. Der ist für kleine Unternehmen Und die, die in dem Bereich 250 bis 1000 Mitarbeitende agieren, können da sicherlich noch ein bisschen mehr berichten und sollten das auch tun.

Zackes Brustik [00:13:53]: Jetzt ist natürlich der allererste Buchstabe das Wie-wir-wollen-Terry. Also, eigentlich muss man sich überhaupt keine Gedanken mehr drüber machen, oder, Hilke? Bevor Hilke darauf eingeht, gibt es einen ganz kurzen Shoutout, der vor allem dann für euch spannend ist, wenn ihr schon freiwillig mehr macht, als die Nachhaltigkeitsregulatorien von euch verlangen. Vielleicht sogar so viel mehr, dass ihr in eurer Branche damit an der Spitze seid oder andere was von euch lernen könnten. Denn vom 25. Bis zum 27. November findet die 11. Sustainability Heroes Konferenz statt. Ein rein digitaler Event von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltigkeit und der Deutschen Gesellschaft für Qualität. Das Spannende ist, ihr bekommt hier super viel Input all die Themen, was sich gerade zum Beispiel im ESG Reporting verändert, wie man beim Thema Menschenrechte dran bleibt, auch wenn da die regulative Kettensäge einmal durchgegangen ist oder wie sich das Umweltenmenschment in so stürmischen Zeiten verändert. Jetzt ist natürlich dem November noch einiges hin, aber einen Tag nach Erscheinen dieser Folge, also ab dem 18. Juni, könnt ihr euch schon für den Sustainability Heroes Award bewerben. Sowohl kleine als auch große Unternehmen können mitmachen und wenn ihr meint, ihr habt ein Nachhaltigkeitsprojekt, was richtig spannend ist, dann ist das eure Chance. Die Jury ist unabhängig von den Veranstaltern, der Award ist komplett kostenlos und es können, wie gesagt, große und kleine Unternehmen gewinnen. Letztes Jahr zum Beispiel war 1 der Gewinner Aldi Nord und Aldi Süd zusammen mit Naturland für ein Artenvielfaltprojekt in der Biolandwirtschaft oder Siegwerk Druckfarben hat für die Vermeidung von Kunststoff in Lebensmittelverpackungen einen Award gewonnen. Dieses Jahr wird es 3 Kategorien geben. Der Bewerbungsprozess ist recht einfach. Ihr könnt euch direkt durchklicken, einfach auf den Link in den Show Notes klicken Und wenn ihr Fragen habt, dann beantwortet die euch. Constanze von DQS garantiert gerne auch den Link zu ihr auf LinkedIn findet ihr in den Show Notes. Und jetzt zurück zum VSME. Jetzt ist natürlich der allererste Buchstabe das wie wir wollen, Terry. Also eigentlich muss man sich überhaupt keine Gedanken mehr darüber machen, oder, Hilke?

Hilke Posor [00:15:51]: Ein Stück weit. Also wenn man sich verpflichtet oder wenn man sagt, wir wollen nach diesem Standard berichten, dann verpflichtet man sich gleichzeitig, Mindestanforderungen zu erfüllen. Also das heißt, dass man mindestens das sogenannte Basismodul berichtet oder wenn man halt sich entscheidet, wir wollen auch das sogenannte Comprehensive Modul berichten, also darauf aufbauende Informationen liefern, dann muss man auch die Basisinformation zur Verfügung stellen. Also das heißt, ganz freiwillig ist, also ja, ich kann mich freiwillig entscheiden, aber wenn ich mich entschieden habe, dann muss ich die Anforderungen auch erfüllen.

Zackes Brustik [00:16:26]: Aber das heißt, theoretisch kann ich ihn komplett wegfallen lassen. Ich kann mir vorstellen, gerade bei kleinen Handwerksbetrieben liegt das vielleicht nahe, weil die den Sinn nicht so sehen. Wenn die Betriebe ein bisschen größer werden, dann wird es umso relevanter. Also welche Gründe gibt es denn, den VSME umzusetzen? Also welche wirklich handfesten Motivationen?

Martin Hartmann-Schüler [00:16:45]: Genau, also unsere Motivation war, dass wir aufgrund der Unternehmensstruktur bisher noch gar keinen Nachhaltigkeitsbericht hatten. Also wir brauchten keine Anlage zum Finanzbericht oder ähnliches mitzuschicken, sondern hatten mit Aufkommen der CSRD gesagt, okay, das nehmen wir zum Anlass und dann machen wir es richtig. So, das ist jetzt weggefallen und oder nicht weggefallen, zumindest erstmal 2 Jahre verschoben für uns eventuell auch ganz vom Tisch. Das soll aber natürlich nicht heißen, dass wir keine Nachhaltigkeitsberichte mehr anfertigen wollen und Deswegen nehmen wir den VSME, uns für unseren Bericht eine Grundlage zu schaffen, die ja auch dazu dienen soll, Auskünfte von anderen Unternehmen bedienen zu können. Also den Subway Chain Cap, dass man sagt, große Unternehmen dürfen eigentlich nicht mehr abfragen, als in diesem VSME drin steht, halt kleinere Unternehmen vor überbordender Bürokratie und Abfragen zu schützen. Ich glaube, das kennt jeder Nachhaltigkeitsmanager, der mit großen Firmen zusammenarbeitet. Da kommen Fragebögen von Kunden, teilweise von anderen Lieferanten, weil die eine Zertifizierung anstreben und dann soll man da groß Auskunft geben. Das ist sehr zeitfressend. Diese Fragebögen finde ich immer sehr unpersönlich, wenn man da anruft und mal in den Austausch geht, dann kann man da von Nachhaltigkeitsmanagement zu Nachhaltigkeitsmanagement ganz andere Dinge identifizieren und bewegen. Aber auch das war für uns so ein Grund, dass wir sagen, okay, dann haben wir zumindest die Anforderungen in einem Bericht und können den dann unseren Kunden weitergeben. Dass wir den Bericht natürlich noch darüber hinaus mit unseren Vorstellungen anreichern können, das ist ja nochmal ein anderes Thema.

Zackes Brustik [00:18:25]: Hilke, du baust bestimmt gleich auf. Ich würde gleich mal noch 1 unterfüttern. In meinem Newsletter, während wir aufnehmen, ist der morgens gerade rausgegangen, da habe ich einen super spannenden Artikel verlinkt, den mir Anja Schröder geschickt hatte, dass der norwegische Pensionsfonds, das ist der größte der Welt, ich glaube aus dem Kopf raus, es waren so was wie 1, 5 Trilliarden Euro, also eine unvorstellbar große Summe und die haben einfach richtig radikal aufgeräumt. Also die haben Unternehmen, wo sie das Gefühl haben, die sind von Klimarisiken bedroht, haben sie rausgeworfen. Also das heißt, kommt jetzt plötzlich, obwohl die Berichtspflicht vielleicht super vereinfacht wird und wegfällt und freiwillig wird, kommt einfach plötzlich Druck von Stakeholdern wie Banken, den wir bisher völlig unterschätzt haben?

Hilke Posor [00:19:02]: Ganz klar. Martin hatte ja gerade nochmal die Kunden auch genannt. Das ist ja das, was die Community auch wirklich umtreibt. Die Fragebögen von Kunden, die da ausgefüllt werden müssen und viel, viel Zeit fressen und aber auch genau Banken, Investoren, so was wie Fonds, wie du gerade gesagt hast, die Informationen brauchen, einfach ihr Portfolio bewerten zu können und die ja auch weiter Anforderungen aus der EU erfüllen müssen. Und dann gibt es natürlich noch weitere Anforderungen, wie beispielsweise Bewerberinnen und Bewerber, die gucken, was macht eigentlich mein Arbeitgeber oder die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einfach auch sehen, was läuft vielleicht nicht gut, was kann man vielleicht anders machen. Das sind so ganz zentrale Motivatoren.

Martin Hartmann-Schüler [00:19:48]: Im letzten Sustainability Transformation Monitor war ja auch die Regulatorik 1 der Treiber für Nachhaltigkeit, gerade bei Banken und Versicherungen. Weil die natürlich mit solchen Standards ihre Zahlen kriegen und bewerten zu können, ist das ein weiterhin lukratives Geschäftsmodell oder nicht und wie, wenn das ein bisschen kritisch belastet ist, wie geht das Unternehmen das an? Also Banken und Versicherungen gucken da definitiv drauf.

Zackes Brustik [00:20:12]: Also es gibt handfeste Gründe, dran zu bleiben und es gibt handfeste Gründe, gerade den VSME zu nutzen, weil man damit dann eine ganz standardisierte Vorlage hat, mit allen möglichen Stakeholdern zusammenzuarbeiten, die weiterhin Daten brauchen, gerade weil sie berichtsfähig sind oder ihre Portfolios aufräumen. Also komm, steigen wir ein. Der VSME, Hilke, Was ist aktuell, soweit man es absehen kann, der Stand, wie ist er ausgestaltet, was muss ich wissen, welche verschiedenen Möglichkeiten habe ich?

Hilke Posor [00:20:37]: Also es gibt 2 Module, einmal ein Basismodul und einmal das Comprehensive Modul. Beide Module sind wie folgt aufgebaut. Es gibt immer einen allgemeinen Teil. Es gibt Umweltinformation, es gibt soziale Information und Governance-Informationen, beziehungsweise hat nur das Basismodul wirklich eine ganz explizite Information zu Governance-Themen. Bei dem Comprehensive-Modul ist das eher so ein bisschen in den anderen Modulen mit drin. Da kann ich dann wählen, was für mein Unternehmen wirklich relevant ist. Das ist der sogenannte If-Applicable-Ansatz. Also wenn es für ein Unternehmen relevant ist, dann muss es die jeweiligen Informationen zur Verfügung stellen. Im Basismodul sind das, glaube ich, 55 Datenpunkte insgesamt und im Comprehensive Modul sind es, glaube ich, dann nochmal 40 oder 41 Datenpunkte. Und wir sehen da schon, eine der wesentlichen Unterschiede ist, dass wir im VSME nicht mehr die doppelte Wesentlichkeitsanalyse als Voraussetzung haben, sondern das wird ersetzt, wie gesagt, durch diesen applicable Ansatz, dass das Unternehmen selber ableitet, welche Themen für sie relevant sind. Das setzt allerdings natürlich voraus, dass es sich vorher darüber im Klaren geworden ist, welche Themen sind denn für mich und meine Branche wirklich relevant. Und da interessiert mich auch wirklich, wie das bei Martin dann war.

Zackes Brustik [00:22:00]: Ja, eine Ergänzung. Wenn man sagt, das trifft zu, dann muss man wiederum sehr konsequent sich durchdeklinieren. Aber man kann natürlich sagen, hey, nee, das trifft nicht zu. Kann man sich dann schlanken Fuß machen und sich das eine oder andere eigentlich materielle Thema rummogeln, Martin?

Martin Hartmann-Schüler [00:22:14]: Oh, Das weiß ich gar nicht, weil wir dadurch, dass wir die Wesentlichkeitsanalyse ja schon durchgeführt haben oder Ergebnisse davon greifbar haben, ja unsere Bereiche schon haben. Unsere Handlungsfelder, wo haben wir Umweltauswirkungen, was sind die Auswirkungen auf uns? Hast du sicherlich auch schon eine Sendung zu gemacht, zur doppelten Wesentlichkeit. Die haben wir halt schon identifiziert und letzten Endes kommen wir in beide Module. Wir werden mit beiden Modulen arbeiten und werden so über 75 bis 80 Prozent der Datenpunkte berichten. Also es gibt welche, wo wir tatsächlich außen vor sind. Beispiel wäre Treibhausgasreduktionsziele, weil da redet man von klimaintensiven Branchen, da fallen wir nicht drunter. Und andererseits muss man auch ehrlich gestehen, sind wir noch nicht so weit, da konkrete Reduktionspfade aufzeigen zu können. Aber das ist so ein Punkt, der bei uns zum Beispiel noch außen vor bleibt.

Zackes Brustik [00:23:08]: Wir ergänzen noch mal ein paar Basics, Hilke. Wenn ich das richtig verstanden habe, in den ESRS hast du ja auch die unterschiedlichen ES Kapitel. Ich glaube, ja dann im VSME sind das die B oder C, also Basis, Basic oder Comprehensive. Und ich glaube bei Basic gibt es 11 und bei Comprehensive nochmal zusätzliche 9.

Hilke Posor [00:23:27]: Ja genau, so ist es. Und die sind dann durchnummeriert von B1 bis B11 oder C1 bis C9. Und das ist ja der große Vorteil. Jeder, der schon mal so einen Bericht erstellt hat und auch mal in andere Berichte reingeguckt hat, dass durch diese Durchnummerierung man sich wirklich super schnell orientieren kann in so einem Bericht und dadurch die Informationen ja einfach wirklich vergleichbar werden. Insofern muss man sich das gut überlegen, welche Daten man dann wirklich ausspart, wenn sie gegebenenfalls in der Branche einfach total üblich sind und dann fällt es sofort auf, wenn in dem eigenen Bericht die Daten nicht zur Verfügung stehen.

Zackes Brustik [00:24:06]: Und auch das spannend, also der Bericht an sich ist freiwillig, ist man erstmal drin, gibt es aber verschiedene zwingende Logiken. Also berichte ich zum Beispiel Zahlen, dann muss ich sie im nächsten Jahr wieder berichten, die Vergleichbarkeit von einem Bericht zum nächsten und dem Fortschritt zu haben. Also ich kann nicht sagen, so dieses Jahr war if applicable, keine Ahnung, unsere Reisedaten und nächstes Jahr lassen wir die raus, weil wir plötzlich alle wieder hin und her geflogen sind, wie Consultants in den 90ern sozusagen. Das heißt, das kann ich nicht plötzlich, kann ich nicht beliebig rein und raus nehmen. Wenn es drin war, dann bleibt es drin, der Vergleichbarkeit wegen. Spannend, auch das gesagt, klar, DWR fällt raus, aber die Inside-Out Perspektive ist nach wie vor drin. Also die Perspektive sozusagen, welche finanziellen Risiken stellt der Klimawandel für mich dar und welche Auswirkungen hat meine Unternehmung auf wiederum die Umwelt?

Hilke Posor [00:24:50]: Ganz genau, wobei was ich wirklich schade finde und da würde ich mir wünschen, dass der VSME in die Richtung weiterentwickelt wird, diese intensive Auseinandersetzung mit den Chancenrisiken und den Auswirkungen, wie wir sie aus den ESRS kennen, die es in VSME zumindest nach meinem Verständnis in der Intensität nicht enthalten, zumindest die qualitative Auseinandersetzung. Der VSME-Standard setzt ja viel, viel stärker auf quantitative Daten. Das ist wiederum das Gute, dass er deswegen halt eben auch so einfach anwendbar ist und dass der Standard auch in den Handlungsempfehlungen, also der Standard hat dann, ist einmal aufgebaut, die Standardinhalte und dann gibt es sowohl für das Basismodul als auch für das Comprehensive Modul noch Leitfäden oder Handlungsempfehlungen und da sind dann Tabellenvorlagen auch mit drin und Formeln und Beispielberechnungen und so weiter. Das heißt, ich kann das wirklich total einfach anwenden und übernehmen. Und diese Orientierung an diesen quantitativen Informationen ist natürlich großartig, aber diese wirklich qualitative inhaltliche Auseinandersetzung kommt zumindest nach meinem Verständnis etwas zu kurz. Martin, ich weiß nicht, wie das bei euch ist.

Zackes Brustik [00:26:03]: Bevor Martin antwortet und wir zu den Iros kommen bei Neumann Müller, gibt es einen kurzen, coolen Hinweis, weil ich weiß, ihr habt fleißig Ressourcen gesammelt, oder? Hilke und Martin, haut mal kurz raus, weil es gibt schon super viele spannende Darreichungen, One-Pager, Listen, die unglaublich spannend sind für Leute, die gerade in dem Prozess sind.

Hilke Posor [00:26:20]: Jeder, der schon mal einen Bericht erstellt hat, weiß, wie hilfreich das ist, in andere Berichte reinzugucken. Und die IT-Beratung Sustained stellt ein Google Doc-Dokument zur Verfügung, wo VSME-Berichte gesammelt werden. Da sind aktuell nur 6 Berichte drin, aber das soll weiter vervollständigt werden und das ist wirklich Gold wert, wenn man da reinguckt, zu gucken, wie berichten eigentlich andere nach dem VSME-Standard.

Zackes Brustik [00:26:45]: Und Martin, du hattest auch eine spannende Ressource.

Martin Hartmann-Schüler [00:26:48]: Wir haben uns natürlich angeschaut, was hat denn die EFRAG dazu bieten und die hat natürlich den Standard an sich als Noch-Entwurf veröffentlicht. Es gibt eine deutsche Übersetzung dazu, wer sich an der besser langhangeln kann und die EFRAG hat halt auch Excel-Tabellen zur Verfügung gestellt, wo tatsächlich dann alle Datenfelder, Hilke hat es angesprochen, mit Berechnungen und applicable, ja, nein und dann tun sich die anderen Felder auf. Das ist dann tatsächlich super einfach, da die Daten, über die man berichten soll, einzugeben.

Hilke Posor [00:27:17]: Die eFRAG hat sogar auch eine Beispiel-Excel-Tabelle zur Verfügung gestellt, mit Beispieldaten. Das finde ich auch total spannend, da einmal durchzuklicken und zu gucken, was könnte denn da jetzt so eine Information sein.

Zackes Brustik [00:27:30]: Mit all diesen Links habe ich nichts zu tun, aber ich kann sie euch zur Verfügung stellen, wie immer über den Newsletter, wer zackes.com slash Newsletter, also den Gewinner Zukunft Newsletter abonniert hat, kriegt Zugriff auf die gesammelte Ressourcenliste aller empfohlenen Ressourcen in allen bisherigen Folgen. Also abonniert den Podcast oder wenn ihr ihn schon abonniert habt, dann klickt einfach nach Erscheinen der Folge mal wieder auf die Ressourcenliste, dann habe ich das da ergänzt. Grüße gehen raus unbekannterweise an Sustain, die diese großartige Liste zusammengestellt haben. Ich weiß, der ESG Navigator hatte das gleiche Google Doc für die CSRG Berichte zusammengestellt, eine super beliebte Ressource. Ich kann mir vorstellen, also sehr coole Ideen, Sustain, dass ihr das für VSME macht. Das wird sehr beliebt sein. Und dann gibt es die anderen 2 Links ebenfalls noch dazu. Und weil wir im letzten drittel vom Podcast garantiert auch noch über die Arbeit vom DNK zu dem Thema sprechen. Der hat auch einen sehr coolen One Pager gemacht, eben zum Omnibus Paket, was die wichtigsten Facts, die ihr wissen müsst und gleichzeitig, wie der DNK mit seiner Plattform dazu positioniert ist, samt GAP Analyse und allem möglichen. Also auch das. Es gibt also insgesamt 4 Ressourcen. Es lohnt sich reinzuklicken. So, Hilke hatte gesagt, die IROs fallen weg. Und da kommen wir ein bisschen zurück zu was, was du ganz am Anfang gesagt hast, Martin, oder wo ich nachfragen wollte. Also welche IROs sind denn bei euch relevant? Und dieser Erkenntnisgewinn durch die DWA gegangen zu sein, die die IROs herausgefunden haben und zu merken, zum Glück haben wir uns das nicht erspart.

Martin Hartmann-Schüler [00:28:55]: Genau, also das war ein sehr erhellender Prozess, nicht nur bei mir, sondern natürlich auch bei Abteilungen, die nicht so viel mit Nachhaltigkeit per se zu tun haben. Also mit denen in den Dialog zu gehen und zu gucken, schaut mal, das wären die Auswirkungen, die die Umwelt auf unser Geschäftsmodell haben kann. Bewertet die mal. Auch Das ist schon ein nettes Spiel. Das sieht der eine ein bisschen anders als der nächste. Aber das hat zu viel Verständnis geführt. Und klar haben wir dann wesentliche Handlungsfelder für uns identifiziert. Wir sind ein Dienstleistungsunternehmen. Wir transportieren viel. Wir reisen viel. Das sind natürlich Treibhausgasemissionen. Wir haben viele Mitarbeitende mit teils, ich sage mal, gefährlichen Tätigkeiten, wenn es Elektronik oder Höhenarbeit geht, also die eigenen Mitarbeitenden. Und in der CSRD waren es natürlich auch noch die Mitarbeitenden der Wertschöpfungskette. Über die berichten wir auch, sind nach VSME aber nicht mehr ganz so im Blickpunkt. Also das war ein großer Vorteil, sich damit zu beschäftigen. Natürlich auch, solche Risiken mal greifbar zu machen. Was heißt es dann, Wenn wir im Sommer mehrere Hitzetage haben, sollen unsere Mitarbeitenden draußen in körperlicher Arbeit etwas aufbauen. Es ist vorstellbar, dass die Mitarbeiter im Bereich von 12 bis 15 Uhr gar nicht mehr draußen arbeiten können, weil die Hitzebelastung oder die Sonneneinstrahlung zu hoch ist. Unwettergefahren hatten wir erst vor kurzem wieder in Baden-Württemberg und Bayern, wo es ja bis zum Tornado ging. Also solche Sachen. Wir haben halt Installationen auch draußen vor Ort und wenn da mal so ein richtiger Orkansturm Wasser drüber kommt, dann kann da schon Auswirkungen auf Technik und hoffentlich nicht auch auf Menschen nicht unüblich sein.

Zackes Brustik [00:30:37]: Während wir die Folge aufnehmen, startet gerade die Sommerfestival-Saison und das ist ja ein Bereich, in dem ihr tätig seid. Logisch, also ich glaube, da braucht man nicht lange drüber nachzudenken, dass steigende Extremwetterereignisse ein eklatantes Businessrisiko für deine Branche sind. Und auch spannend, ganze Veranstaltungsausfall und sowas und dann klar, vielleicht ist das versichert, aber dann werden garantiert die Versicherungspolisen steigen. Braucht man nicht lange darüber nachdenken, dass das für euch ein Thema ist?

Hilke Posor [00:31:02]: Ja, ich wollte noch einmal darauf zurückkommen, was Martin gerade sagte, die doppelte Wesentlichkeitsanalyse, wie sehr das geholfen hat, einfach diese Aha-Effekte auch im Unternehmen zu produzieren. Und das ist das, was wir auch immer wieder erleben, wenn wir Unternehmen dabei begleiten, eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse zu machen, dass einfach unterschiedliche Fachbereiche auf einmal sehen, welche Chancen und Risiken stecken dahinter, aber auch welche Auswirkungen haben wir eigentlich. Das war oder ist vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in vielen Bereichen häufig gar nicht bewusst. Und deswegen ist die doppelte Wesentlichkeitsanalyse auch wirklich aus Change Perspektive ein tolles Tool, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sensibilisieren, fit zu machen in Nachhaltigkeitsfragen und da vor allen Dingen auch mitzunehmen und deswegen natürlich halte ich die Fahne hoch auch wenn man den VSME anwendet eine Wesentlichkeitsanalyse zu machen. Vielleicht braucht man sie dann nicht mehr in der Detailtiefe wie wir sie für die ERSS brauchen, aber in irgendeiner Form eine doppelte Wesentlichkeit sollte man auf jeden Fall ermitteln.

Martin Hartmann-Schüler [00:32:06]: Wie gehe

Zackes Brustik [00:32:06]: ich da vor? Ganz praktisch, Hilke. Also ich mache jetzt den VSME, jetzt habe ich gehört, okay, die IROs, die DWA, eigentlich eine clevere Idee, das zu machen. Wo gehe ich hin? Wer sagt mir, wie ich es jetzt mache? Also wie ich es so mache, weil jetzt kann ich es mir ja passend machen, sozusagen. Jetzt kann ich mir die schönste Version der DBA aussuchen für mich, die aber gleichzeitig sinnvoll und anschlussfähig sein muss. Also an wen wende ich mich, wo finde ich Vorlagen, nutze ich einfach die ESR, wie sie war oder ganz konkret?

Hilke Posor [00:32:32]: Genau, das muss man ganz klar sagen. Es gibt jetzt im Moment noch keinen etablierten Standard oder keine etablierte Vorgehensweise für eine DBA Light. Ich gehe davon aus, dass das jetzt noch kommen wird. Ich gehe auch davon aus, dass es da wahrscheinlich von der EFRAG noch, oder könnte ich mir vorstellen, von der EFRAG Empfehlungen gibt. Ich weiß, dass die, dass der DNK daran arbeitet, da auch Empfehlungen zur Verfügung zu stehen. Ich stelle mir das vor, wir haben ja ganz früher, früher als wir beispielsweise noch nach GRI berichtet haben, da hat man ja einfach mit so 1 Matrix gearbeitet, wo man Relevanz für Stakeholder und Relevanz für das Unternehmen gegenübergestellt hat. Heute gehen wir ja deutlich weiter, dass wir sagen, wir gucken einmal Auswirkungen und wie gesagt Chancen und Risiken. Ich glaube, das wird wie gesagt irgendwo eine Mischung sein. Ich glaube, wir werden stärker auch wieder auf Auswirkungen, Chancen und Risiken gucken, aber nicht mehr so im Detail durchdekliniert, wie wir das in den ESRS gemacht haben.

Zackes Brustik [00:33:29]: Da schließt sich eine spannende Frage an. Ich würde mal sagen, der Standard bisher war, wenn ich das Thema angehe, egal ob als kleines oder großes Unternehmen, erstmal wende ich mich an einen externen Dienstleister, der mir hilft, möglichst die Umwege zu vermeiden und schnell auf den Punkt zu kommen. Das heißt, auch wenn ich Geld nach außen investiere, war das erstmal gut investiert. Und jetzt ist die Frage, kann ich den VSME und so ein potenziell kommender DWA-Lite gleich selbst und in-house machen oder nach wie vor eine gute Idee mit Menschen wie dir und all deinen KollegInnen zusammenzuarbeiten?

Hilke Posor [00:33:57]: Ich glaube, man kann den VSME auch in der einfachsten Form alleine anwenden. Gerade wenn man vielleicht vorher sich auch schon mal mit so Standards beschäftigt hat, wenn es vielleicht ein Qualitätsmanagement System gibt oder man hat vielleicht schon mal nach DNK berichtet. Dann geht es, glaube ich, gut auch alleine. Aber in dem Moment, wo ich sage, okay, ich will wirklich eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickeln, ich will Nachhaltigkeitsmanagement aufbauen, ich will wirklich das Unternehmen beteiligen, die Fachbereiche einbinden, dafür sorgen, dass das Nachhaltigkeitsmanagement wirklich auch im Unternehmen verankert wird, Da würde ich auf jeden Fall empfehlen eine Beratung mit hinzu zu ziehen.

Zackes Brustik [00:34:33]: Wie sieht das bei euch aus Martin? Wie seid ihr da durchgegangen und wo steht ihr gerade im Punkto externe versus interne Ressourcen?

Martin Hartmann-Schüler [00:34:40]: Ja, wir haben so branchentypisch so eine machen wir erst mal selbst Mentalität. Die ist zum einen auch unternehmenseigen. Das heißt, wir entwickeln auch Software selbst und haben da viel Kompetenz im Haus. Ich glaube auch, wie gesagt, der VSME ist ein Start, den kann man gut alleine machen. Je größer das Unternehmen wird, desto eher gibt es da ja auch Personen, die mit Nachhaltigkeitsmanagement betraut sind. Ich glaube, wenn das wie in manchen Situationen noch die Assistentin der Geschäftsführung nebenbei mitmacht, dann wird es tatsächlich schwierig. Aber wenn man da jemanden hat, der das hauptverantwortlich betreut, dann kann man dem VSME und auch so eine Wesentlichkeitsanalyse leiten. Und da würde ich mir auch eine Hilfestellung seitens DNK oder eFRAG noch wünschen, was da denn vorgesehen ist. Das kann man erst mal machen und gucken, wie weit man kommt. Das ist so mein Tipp. Sich erst mal hinsetzen, auch mit der Identifikation der wesentlichen Handlungsfelder, was hat Auswirkungen. Das kriegt man im Zusammenspiel mit den Abteilungen ganz gut hin. Und je mehr es nachher strategische Entscheidungen betrifft, desto eher. Oder man halt auch Probleme sieht bei der Umsetzung. Absolut keine Frage. Man kann sich auch mit dem Wirtschaftsprüfer mal ein bisschen austauschen, was der so für Erfahrungen hat. Da kann man auf jeden Fall Beratungen mit hinzuziehen. Wir haben es bisher noch nicht gemacht.

Zackes Brustik [00:36:03]: Da hattest du im Vorfeld was Spannendes gesagt. Ihr hattet euch Wirtschaftsprüfer angeguckt und dann aber gesehen, die sind auch alle noch am rumrudern, lassen wir lieber.

Martin Hartmann-Schüler [00:36:10]: Naja, es fehlt ja. Also der Wirtschaftsprüfer hat natürlich Kompetenzen, wie er Finanzbuchhaltung zu prüfen hat, wie so ein Finanzbericht zu prüfen ist. Und klar kann er da adaptieren, wie das bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung auch ablaufen soll. Aber es gab ganz am Anfang einfach noch keine Vorgaben, wie sowas aussehen soll. Und ja, dann kamen wir immer in so eine Spirale. Eigentlich wollten sie ja prüfen, dann wollten sie beraten. Also es gab viele Agenturen und Startups auch im Softwarebereich. Wir hatten es am Anfang, die haben sich da auf den Weg gemacht, die hatten gute Produkte. Jetzt sind denen die Kunden vielleicht so ein bisschen weggebrochen. Es war viel Bewegung am Markt und ich glaube alle haben sich so ein bisschen gegenseitig mit den Kompetenzen hochgeschaukelt und aufgebaut. Also das will ich jetzt gar nicht negativ meinen. Da haben viele tatsächlich gut zusammengearbeitet, aber es gab schon den einen oder anderen, wo ich den Eindruck hatte, okay, die sind nicht viel weiter als wir als Firma.

Zackes Brustik [00:37:07]: Okay, was ich bei dir herausgehört habe, ist ihr seid das erst mal alleine angegangen, weil ihr aber auch intern schon für die verschiedenen Aspekte vorhandene Ressourcen hattet. Gleichzeitig aber bist du natürlich auch Mitglied in der Peer School for Sustainable Development, die wir schon öfters mal erwähnt hatten im Podcast. Super cooler Austausch, auch super niedrigschwellig und unkommerziell. Also es lohnt sich immer da reinzugehen, wenn man die Dinge alleine anfasst, dann zumindest mit den Peers im engen Austausch zu sein. Bevor wir zum nächsten Thema kommen, ich weiß, du wolltest noch was ergänzen, Hilke.

Hilke Posor [00:37:33]: Ja, genau, ich wollte noch berichten. Ich habe vor kurzem mit Rainer Grendel gesprochen. Der ist Nachhaltigkeitsmanager bei der Lübecker Hafengesellschaft und der hat beispielsweise berichtet, der hat im Jahr vorher noch einen GRI-Bericht erstellt und konnte jetzt mit den Informationen, die er da schon zusammengestellt hatte, sehr einfach sich mit dem VSME auseinandersetzen, konnte sich eine Struktur zusammenstellen und konnte dann auch eigenständig daraus den VSME-Bericht ableiten. Also wenn man da schon erste Grunderfahrung hat, dann kann man da tatsächlich sehr einfach auch den VSME ausfüllen.

Martin Hartmann-Schüler [00:38:09]: Weißt du, Hilke, was da die Motivation dahinter war? Also erwarten Sie sich vom VSME eine größere Akzeptanz oder vielleicht dort in meiner Vorstellung, ich habe noch nicht nach GAI reported, aber wäre der VSME auch ein bisschen schlanker als GAI?

Hilke Posor [00:38:25]: Tatsächlich habe ich mit ihm jetzt darüber ganz konkret nicht gesprochen. Meine Interpretation wäre jetzt gerade, ich höre tatsächlich von keinem Unternehmen aktuell, zumindest in unserem Netzwerk, kein Unternehmen mehr, was nach GAI berichtet. Und ich glaube, dann ist eher der Schwenk zum VSME, den wirklich in Deutschland sich künftig voraussichtlich durchsetzenden Standard anzuwenden, genau, da einfach diese Transparenz herzustellen. Das wäre meine Interpretation.

Zackes Brustik [00:38:54]: Superspannende Frage. Also auch da, wenn ihr gerade zuhört und Gedanken dazu habt oder selbst Entscheidungen getroffen habt, schickt sie gerne. Vielleicht ist das auch eine gute Frage für den nächsten Newsletter quasi. GRI, DNK, VSME, wohin geht die Reise? Da werden wir jetzt gleich eintauchen mit dir, Hilke. Einen Hinweis habe ich vorneweg. Ich hatte in der Folge vorher Pamela Vandel von Merck, also einem großen internationalen Mittelständler und die haben den GRI gehabt. Die werden mit dem GRI weitermachen, gerade auch wegen der internationalen Stakeholder, weil sie damit anschlussfähig sind auf internationalem Parkett. Aber du hast ja gerade die Stadtwerke angeführt. Logisch, dass die eher regional schauen. Und das eröffnet schon direkt die Einflugschneise, Hilke, zu der Frage GRI, DNK, VSME. Also GRI ist back auf internationale Ebene würde ich sagen oder war schon immer da. Wie sieht es beim DNK aus?

Hilke Posor [00:39:41]: Genau beim DNK müssen wir heute unterscheiden zwischen alter DNK in Anführungsstrichen und neuer DNK. Der alte DNK, Wer da mal reingeguckt hat, weiß der DNK war aufgebaut nach 20 Kriterien, aber auch allgemeine strategische Aussagen, Umweltinformation, soziale Information und Information der guten Unternehmensführung. Und der DNK hat sich ja schon auf den ESRS eingestellt, arbeitet zwar immer noch mit 20 Kriterien, aber diese 20 Kriterien bilden die ESRS Standards ab und aktuell wird auch gerade ein VSME Modul entwickelt und das Tolle aus meiner Sicht am DNK ist, dass dafür auch eine kostenfreie Plattform zur Verfügung steht bzw. Für den VSME ab Spätsommer, also August, September ungefähr, wird das VSME-Modul zur Verfügung stehen. Das heißt, die Unternehmen, die nach VSME berichten wollen, können dann die Online-Plattform vom DNK verwenden. Die wird wahrscheinlich etwas leichter handhabbar sein als die Excel-Tabelle von der eFRAG. Die ist auch schon gut für die, die jetzt starten wollen, aber der große Vorteil bei der DNK-Plattform ist, dass da dann auch Hilfestellungen zur Verfügung stehen. Der DNK wird eine Checkliste erstellen, wo ich dann ganz viel auch Links finde praktisch oder weitere Tipps und Tricks, wie ich dann auch wirklich den Bericht aufbauen muss.

Zackes Brustik [00:41:11]: Das heißt, ich hatte den DNK noch nie zu Gast, jetzt explizit, daher super spannend, so ein bisschen deine Perspektive von halb außen darauf zu hören, Hilke. Aber was ich herausgehört habe, der DNK, der vorher ja sozusagen ein super freiwilliger Standard war, der hat jetzt einen kleinen Pivot hingelegt und sich sozusagen als niedrigschwelliger und teilweise kostenfreier Dienstleister für die ESRS-Erfüllung oder jetzt dann eben einen kommenden VSME positioniert mit 1 Plattform. Ich glaube, das Spannende daran ist, dass der DNKS geschafft hat oder daran arbeitet, alles in recht einfache Sprache zu übersetzen. Das macht die Plattform einfach und gleichzeitig ist im Hintergrund aber dann der knallharte Gesetzestext verlinkt, auf den man zugreifen muss, dann wiederum in Bezug auf die ESR tatsächlich prüfsicher zu sein. Und ich nehme an, das ist dann beim VSME ähnlich, oder?

Hilke Posor [00:41:55]: Ganz genau. Das ist der große Vorteil. Ich habe es einmal in einfacher Sprache, leicht verständlich und kann gleichzeitig immer in den Standard reinklicken und sehe dann, was sagt denn jetzt wirklich der Standard und habe gleichzeitig noch weitere Hilfestellungen als Ergänzung und auch Beispiele, wie machen es denn beispielsweise andere. Das ist wirklich großartig. Ich würde aber gerne auch noch mal zu dem DNK ergänzen, weil das ist auch eine aktuelle Diskussion, als du gerade sagtest, was machen denn die Unternehmen im Moment gerade. Es gibt wirklich eine laute Diskussion, die fordert den alten DNK nach den alten 20 Kriterien noch weiter laufen zu lassen. Stand heute ist, dass der bis zum November noch möglich ist. Also Unternehmen können bis zum November noch nach altem DNK Standard einen Bericht einreichen auf der DNK Plattform. Und der wird dann noch geprüft. Und dann läuft das aus. Und da wünschen sich viele Unternehmen eine längere Übergangsfrist, dass sie auch noch länger ein DNK nach DNK berichten können. Ich weiß, das wird intensiv geprüft vom DNK. Das hat allerdings was mit Lizenzen und Rechten und so weiter zu tun, dass da voraussichtlich dieses Jahr im November der Cut sein wird und man dann wie gesagt entweder nach ESRS oder nach VSME über die neue DNK Plattform berichten kann.

Zackes Brustik [00:43:14]: Full Disclosure an der Stelle, weil ich habe mich nicht intensiv damit beschäftigt, wie ist denn das Businessmodell vom DNK? Also wo bekomme ich kostenfrei Tools und Informationen und ab wann muss ich dafür blechen und habe vielleicht andere spannende Alternativen und gehe in den Preisvergleich?

Hilke Posor [00:43:27]: Tatsächlich der DNK selber, alles was der DNK anbietet ist kostenfrei. Das ist wirklich großartig. Ich denke auch immer, wenn das die Unternehmen gewusst hätten, als sie so laut geschrien haben, ESRS ist alles so fürchterlich, wenn sie vorher gewusst hätten, was es da an kostenfreier Unterstützung gibt. Ich glaube, der Aufschrei wäre nicht ganz so laut gewesen. Also es gibt ein Lotsinnen-Netzwerk, also Beraterinnen und Berater, die Schulung anbieten zum DNK, die Unterstützung anbieten beim Aufbau des Berichts oder dann auch des Nachhaltigkeitsmanagements. Wenn ich dann Beratungen von DNK-Lotsinnen und Lotsen in Anspruch nehme, das kostet dann Geld.

Zackes Brustik [00:44:06]: Also Menschen wie du sozusagen, die kosten dann Geld. Verstehe. An dir komplett vorbeigegangen, Martin.

Martin Hartmann-Schüler [00:44:11]: Das war tatsächlich eine Überlegung, aber immer mit dem Wissen, okay, da kommt eine CSRT auf uns zu, nach der wir ohnehin berichten müssen, war das für uns nicht relevant. Aber der DNK hatte für die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland schon eine gewisse Relevanz und auch eine Akzeptanz von bei Kunden und Lieferanten. Mit dem konnte man schon was vorzeigen. Also einerseits finde ich es ein bisschen schade, dass es den nicht mehr gibt. Andererseits klar, die switchen auf die europäische Gesetzgebung und die europäischen Standards Und wie sie das gemacht haben, mit welcher Leistung, also da echt mal Hut ab. Also das Portal, ich habe es mir in der Beta-Version mit angeguckt, die Handreichung, es gibt ja auch einen Leitfaden für die doppelte Wesentlichkeitsanalyse. Also was da zur Verfügung gestellt wird, super. Und, Hilke, da pflichte ich dir absolut bei. Ich glaube, wenn die für den VSME was umsetzen, dann wird es ein bisschen einfacher als die Excel-Tabelle.

Zackes Brustik [00:45:08]: War nicht abgesprochen, hätte nicht besser für dich laufen können, oder Hilke?

Hilke Posor [00:45:13]: Genau und ich möchte noch einen Hinweis geben. Wir hatten eben schon doppelte Wesentlichkeitsanalyse und wird es so etwas wie eine Wesentlichkeitsanalyse light geben und was bietet da der DNK? Der DNK plant, dass er branchenweite Empfehlungen für Iros entwickelt, die dann halt eben für die VSME Berichterstellungen herangezogen werden können, dass man sagen kann, bei uns in der Branche sind das wesentliche Chancen, Risiken und Auswirkungen. Und deswegen leiten wir ab nach dem If-Applicable-Ansatz, dass wir D&T-Datenpunkte berichten. Und das glaube ich, wird auch schon eine große Unterstützung werden, wenn ich da Transparenz habe, was sind eigentlich so branchenübliche IROs. Wie gesagt, da ist der DNK auch gerade dabei, das aufzubereiten und vorzubereiten, dass das dann auch für den Herbst zur Verfügung steht.

Zackes Brustik [00:46:02]: Ich habe mal reingeguckt, also den Link, den ich vorhin erwähnt habe, das One Pager, da war auch eine GAP-Analyse vom DNK zum VSME drin und da gab es schon ein paar rote Ampeln. Also das musst du vielleicht noch mal erklären. Also zum Beispiel beim Thema Kreislaufwirtschaft Scheint der DNK nicht so aufgestellt gewesen zu sein wie der VSME. Das heißt, da fehlt noch ein Thema und gibt noch ein paar andere relevante Themen, die doch nicht drin waren bisher.

Hilke Posor [00:46:25]: Genau, da sagst du bei Kreislaufwirtschaft ganz explizit, der DNK war schon ein auch recht einfacher Standard. Aber wie gesagt, der wurde sehr gerne gerade von kleineren und mittelständischen Unternehmen verwendet, weil er viel Hilfestellung geboten hat und leicht anwendbar war, überhaupt erstmal Grundinformationen zur Verfügung zu stellen. Jetzt mittlerweile wissen wir, was muss man eigentlich alles auch im Branchenvergleich und unternehmensübergreifend an Informationen zur Verfügung stellen und das, was du gerade sagst, ist glaube ich 1 der markantesten Themen Kreislaufwirtschaft, da einfach auch weiterführende Informationen zur Verfügung zu stellen.

Zackes Brustik [00:47:05]: Am besten auf diese Ressource klicken, das hilft einem sehr schnell zu erkennen, falls man den DNK hatte, wo der Unterschied noch liegt. Martin, ich weiß, du willst kurz was ergänzen.

Martin Hartmann-Schüler [00:47:12]: Ja genau, ich glaube, DNK mit zur Beliebtheit beigetragen hat, dass er ja geprüft wurde. Also wenn man da tatsächlich sich Ziele gesetzt hat in bestimmten Punkten, dann wurde im nächsten Jahr geguckt, was habt ihr denn da gemacht? Und das bringt halt dann doch schon eine Verbindlichkeit mit sich, die jetzt eine Veröffentlichung nach VSME nicht so konkret hat.

Zackes Brustik [00:47:33]: Guter Punkt. Also das heißt, VSME, ich veröffentliche es und wir hatten ja vorhin gesagt, wenn ich bestimmte Dinge angebe, muss ich sie durchdeklinieren. Also wenn ich zum Beispiel, korrigiere mich, wenn ich falsch liege, ich glaube bei comprehensive geht es dann auch die Treibhausgase oder wenn ich das für mich als if applicable, also als angebracht angebe, dann muss ich tatsächlich in alle 15 Kriterien reingehen des GHGs. Das heißt, ist es immer, wenn, dann richtig, dann schaut tatsächlich jemand drauf am Schluss oder ist es eigentlich egal?

Hilke Posor [00:48:02]: Also im Basismodul berichtest du genau Scope 1, Scope 2 und wenn auch Scope 3 relevant ist für deine Branche oder für deinen Sektor, dann auch das. Und im Comprehensive Modul berichtest du dann, ok, welche Ziele haben wir uns gesetzt und welche Maßnahmen verfolgen wir da oder welche Maßnahmen haben wir ergriffen. Und genau das, was Martin gerade sagte, das war in der Vergangenheit immer schon der Vorteil und das wird auch in der Zukunft wirklich der Vorteil sein, wenn man die DNK-Plattform nutzt, dass es eine Vollständigkeitsprüfung gibt. Das heißt, der DNK guckt, ob ich tatsächlich alle relevanten Informationen, die ich zur Verfügung stellen muss, auch wirklich geliefert habe. Sprich, dieses Durchdeklinieren ist das dann auch konsistent. Es ist allerdings nicht, wie das ja bei den ESRS mit dem Wirtschaftsprüfer gefordert ist, dass der Wirtschaftsprüfer auch inhaltlich prüft, ob das alles seine Richtigkeit hat und testiert wird, sondern es ist wie gesagt nur eine Vollständigkeitsprüfung. Aber immerhin und das ist wirklich mehr als gar nichts sozusagen, es gibt diese Vollständigkeitsprüfung. Das heißt, es hat nochmal jemand drauf geguckt und hat nochmal gesagt, okay, es ist zumindest von den Informationen her vollständig.

Zackes Brustik [00:49:13]: Aber dann nochmal an der Stelle wirklich explizit. Also einerseits ist der VSME, wenn man bestimmte Dinge angeht, sehr konsequent, aber überprüfen tut es niemand. Das heißt, dann ist ja eigentlich wieder wurscht. Oder ist dann halt so die Frage, quasi dadurch, dass es öffentlich ist und vergleichbar, dass dann sozusagen, keine Ahnung, der Wettbewerber eine Unterklassungsklage schicken kann oder da einem reinkretscht?

Hilke Posor [00:49:31]: Genau, ich glaube, das ist nicht zu unterschätzen. Ich glaube, das können wir uns heute noch gar nicht vorstellen, was das für eine Wirkung hat. Also ihr merkt, ich bin da natürlich auch wirklich Überzeugungstäterin, aber Ich glaube wirklich, das wird eine große Wirkung haben, diese Transparenz, die wir da herstellen, dass ich die Informationen zur Verfügung stellen kann, dass ich mir angucken kann, was macht ein Unternehmen wirklich? Und jeder von uns, der schon mal in ein, 2, 3 Berichte reingeguckt hat, der erkennt sofort, wie ernst gemeint ist das eigentlich. Ist es Greenwashing? Sind es hübsche, bunte Bilder? Oder hat da sich jemand wirklich inhaltlich auseinandergesetzt? Und das erkenne ich einfach und damit wird es vergleichbar.

Zackes Brustik [00:50:16]: Bisschen Anekdoten hier an dieser Stelle für die eine oder andere Veranstaltung in den letzten Wochen habe ich mir Nachhaltigkeitsberichte durchgelesen, CSRD-Berichte und es ist durchaus spannend, wie kreativ man sie auf der, ich sag mal benutzerfreundlichen Darstellung gestalten kann. Wenn es zum Beispiel eine gute Reduktionsleistung in Emissionen geht, dann ist sie meist in den Prozenten dargestellt. Wir haben, keine Ahnung, 30 Prozent an Emissionen reduziert. Wenn das in Relation eigentlich nur ein Prozent war, dann geht man es in absoluten Tonnen an. Was zum Beispiel bei einem großen, großen, energieintensiven Unternehmen, wenn du da 20.000 Tonnen einsparst, wirkt das kolossal und macht sich gut als Zahl im Bericht. Würde das im Kontext stehen, dann wäre es eigentlich lächerlich. Und da sind natürlich Sachen, die kann man so, ich sag mal, an dem Consumer-Facing-Bericht, den man so immer noch schön aufbereiten kann, da kann man damit spielen, aber in den harten Daten, die man im Hintergrund braucht, da fällt das natürlich auf. Und wir hatten jetzt schon zweimal, es gibt klar, das Google Doc für diese SSD-Berichte, wir haben gesehen von Sustain, was gibt es, fangen gerade an zu sammeln, was ist ein VOS im E-Berichten rausgeht. Man muss sich ja nur das Ganze weiter denken, dass irgendwann jemand ein Tool draufsetzt, ein cooles Dashboard baut, wo du all das sofort aufbereitet hast und ganz klar siehst, wie die Leute dann mit runtergelassenen Hosen dastehen, wenn sie es falsch gemacht haben. Martin, ich weiß, du hast heftig geneckt.

Martin Hartmann-Schüler [00:51:33]: Ja, also klar, die Transparenz ist wichtig, auch teilweise die Vergleichbarkeit. Man muss halt schon schauen, die Unternehmen sind halt auch super unterschiedlich. Also wenn man jetzt sagt, man hat einen Autobauer und den nächsten, da ist das Geschäftsmodell so homogen und Produktionsprozesse etc. Da mag das vielleicht gehen. Wir hatten, weil wir vorhin über die Branchenwesentlichkeitsanalyse gesprochen hatten, innerhalb der Veranstaltungsbranche natürlich auch die Idee zum Beispiel so eine Wesentlichkeitsanalyse aufzustellen für die Veranstaltungswirtschaft, weil sie ja schon mit der 6 größte Wirtschaftszweig in Deutschland ist mit allen Beteiligten und da ist uns aber auch aufgefallen wie super divers das ist. Da gibt es Catering, die haben natürlich Bezug zur Biodiversität, Dann gibt es die Veranstaltungshäuser vor Ort, die Energieverbräuche haben. Dann gibt es uns als Dienstleister. Die Unternehmen sind also auch alle super unterschiedlich. Und da nachher eine Vergleichbarkeit über diese Zahlen zu haben, Da bin ich mal gespannt, wie das gelingen wird. Aber wenn man so relative Sachen nachher anschauen, Treibhausgasemissionen pro Euro Umsatz oder sowas, dann kann das schon helfen. Klar.

Zackes Brustik [00:52:40]: Ich glaube, die wichtigste Vergleichbarkeit ist ja durchaus auch eben von einem Jahr zum nächsten. Aber da muss man auch fair sein, das kann durchaus anspruchsvoll werden. Also wie gesagt, nochmal anekdotische Erzählungen. Als ich mich durch den einen oder anderen Bericht durchgearbeitet habe, habe ich zum Beispiel gemerkt, das sieht gerade richtig lächerlich aus. Die scheinen irgendwie sich innerhalb von 2 Jahren nur 3 oder 5 Prozent verbessert zu haben, was irgendwie nicht genug ist, wenn man überlegt, dass sie bis 2030 in 5 Jahren schon 25 Prozent erreicht haben wollen oder so. Was dann aber spannend war, ist, dass bei dem speziellen Unternehmen zum Beispiel die Emissionen pro Umsatz wirklich auf die Hälfte gesunken sind. Und das heißt, nur weil die Zahlen im Bericht stehen, sagen sie immer noch nicht unbedingt so viel aus. Also es ist echt anspruchsvoll, habe ich gemerkt, Nachhaltigkeitsberichte auch wirklich zu lesen und zu verstehen, in dem Kontext und der Unternehmensgeschichte. Wurde da was dazu gekauft? Haben sie das Missungsmodell verändert? Also das wirklich so aufzubereiten, dass eine sinnige Story dahinter ist, anspruchsvoll.

Martin Hartmann-Schüler [00:53:39]: Absolut. Für mich wird das, wenn ich so andere Berichte lese, immer glaubhaft, wenn ich das Gefühl habe oder lesen kann, die leiten aus ihren Zahlen und aus ihren identifizierten Handlungsfeldern auch tatsächlich Maßnahmen ab. Ein Unternehmen setzt sich Ziele, am besten mit öffentlichen Maßnahmen. Wie können wir diese Ziele erreichen? Welche Steps wollen wir da gehen? Wen binden wir da von Stakeholdern mit ein, wenn es Mitarbeitende in der Wertschöpfungskette geht? Textilindustrie produziert ja viel in Asien zum Beispiel. Dann wird das, glaube ich, noch mal viel glaubhafter und greifbarer, als wenn ich da einfach nur Zahlen sehe und sage, so gebe ich dir absolut recht, wenn man dann so ein Verhältnis hat, die haben die letzten 5 Jahre ihre Emissionen pro Umsatz stetig reduziert, auch wenn sie vielleicht insgesamt ein bisschen nach oben gegangen sind, aber wenn sie damit auch positive Maßnahmen umsetzen konnten, ist alles super.

Hilke Posor [00:54:31]: Genau, das würde ich noch ergänzen wollen. Ein Blick auf die Homepage hilft da ja auch häufig schon weiter. Also sehe ich, lese ich wirklich nur unter der Rubrik Nachhaltigkeit 1 Unternehmens Nachhaltigkeitsthemen Oder findet sich das auch auf anderen Seiten wieder, weil das wirklich ein Thema ist, was im Unternehmen verankert ist. Also insofern, das ist sehr erkennbar, wie ernst gemeint ist es denn wirklich. Und insofern müssen sich die Unternehmen das in der Zukunft überlegen, wie weichgespült sie das dann tatsächlich auch umsetzen.

Zackes Brustik [00:55:02]: Und nur 1, weil ich weiß, der eine oder andere hört und die eine oder andere hört wirklich mit sehr genauen Ohren zu. Ich weiß, wie du es gemeint hast, Martin, aber klar, wenn pro Umsatz sich die Emissionen sinken, insgesamt hoch bleiben, kann natürlich nicht das Ziel sein. Insgesamt müssen wir runter auf insgesamt 10 Prozent der Gesamtemissionen, nur einmal hier das Ganze sozusagen textbookmäßig klar ausdifferenziert zu haben. Aber das sind natürlich Diskussionen, da führt jetzt eine Folge zu weit. Dafür empfehle ich die Folge mit Ralf Turm zur Triple Materiality, das heißt dem ganzen Faktor Kontext zu diesen Daten. Wer da reinhören möchte, ergänzt sich an dieser Stelle unglaublich gut die Folge mit Ralf Turm sozusagen zum Kontext von Nachhaltigkeit in der dreifachen Materialität. Hilke, du hast jetzt gerade noch einen spannenden Punkt eingebracht. Das Spannende bei euch ist ja, dass ihr aus dem digitalen Change Management kommt, aus der digitalen Transformation. Aus dem Bereich komme ich auch. Also die 15 Jahre, in denen ich Moderator bin, habe ich unglaublich viel Zeit, gerade in dem Prozess auch verbracht. Und ich fand es immer spannend, wie viele Ressourcen da drauf geworfen wurden, wie viele Trainings und Agile und Scrum Master hier und Hacker von da und die Leute in Silicon Valley schicken und Stellen schaffen und dann denkst du so, okay Nachhaltigkeit, ganz ehrlich, ein viel viel anspruchsvolleres Thema, allein den Business Case zu finden, die Daten, die ganze Komplexität zu verstehen, alles Neuland und dann soll das in den meisten Fällen eine Person so als universal Gelehrte oder Gelehrte machen. Also was läuft da schief und wie können wir das verändern?

Hilke Posor [00:56:25]: Wir stehen halt eben auch dafür oder gucken speziell darauf, was wir eigentlich an Erfahrung aus der digitalen Transformation für die Nachhaltigkeitstransformation übernehmen können. Und du hast es aber gerade schon gesagt, die Nachhaltigkeitstransformation ist komplexer und vor allen Dingen der Effekt auf das Geschäftsmodell ist mit viel, viel mehr Unsicherheit verbunden, weil er nicht so klar auch positiv besetzt ist. Bei der Digitalisierung sehen viele sofort, ah ja wunderbar, damit kann ich Aufwand reduzieren, damit kann ich Kosten reduzieren, damit kann ich neue Geschäftsfelder eröffnen, also wunderbar, Investitionsvolumen dort rein und Attacke. Das habe ich beim Thema Nachhaltigkeit nicht so transparent, deswegen da liegt es nicht so auf der Hand. Aber wir wissen alle und Studien belegen es ja wirklich. Es gibt einen positiven Business Case für Nachhaltigkeit. Wir wissen, dass es langfristig Risiken und damit auch Kosten reduziert. Es ist nur nicht so auf der Hand und nicht so kurzfristig realisierbar. Und deswegen ist es eine große Herausforderung. Aber das Spannende und das ist ja die gute Nachricht, wir haben aus der digitalen Transformation so viel gelernt, gerade was diesen Transformationsprozess, diesen Veränderungsprozess angeht, wie wir die Menschen mitnehmen, wie wir auch das, wie sagt man immer so schön, das Mindset verändern. Insofern aus diesen Erfahrungen können wir wirklich voll schöpfen und dann ein auch gutes Change Management für die Nachhaltigkeitstransformation entwickeln. Also jedes Unternehmen, was eine digitale Transformation schon erfolgreich bewältigt hat, kann auch der Nachhaltigkeitstransformation dar.

Zackes Brustik [00:57:58]: Ganz heißes Thema, weil das nämlich auch war, Also was letztes Jahr Nachhaltigkeit bei allen Events war, als Keynote Speech und in allen Breakout Sessions ist gerade Gen AI und wie werfe ich damit Leute raus? Ganz fies zugespitzt. Das heißt durch den harten Wettbewerbsdruck. Das heißt wirklich, dass die beiden Themen zusammen zu denken, digitale Transformation und Nachhaltigkeit, unglaublich wichtig. Wegen dem sozialen Aspekt der Mitarbeitenden, aber eben auch zu gucken, dass eben Nachhaltigkeit jetzt nicht untergeht, wo plötzlich wieder alle, garantier, ganz viele Ressourcen auf das Thema GenAI werfen. Abschließendes Statement von dir, Martin, wie schaffst du es wirklich eben diesen Change-Management-Gedanken und den Transformationsgedanken ins Unternehmen reinzubringen, am Leben zu erhalten. Wir haben jetzt so viel über Berichte gesprochen, egal ob verpflichtend oder freiwillig. Das Entscheidende ist ja eigentlich die Transformation.

Martin Hartmann-Schüler [00:58:42]: Digitalisierung ist natürlich, du sagtest, auch ein wichtiges Feld, gerade wenn es Logistik, Optimierung von Prozessen, von Transportrouten, auch die Mitarbeitenden werden ja entsprechend eingesetzt. Da sind wir schon von Haus aus relativ weit, da werden wir sicherlich in Zukunft auch noch das eine oder andere machen. Aber wie Hilke sagte, ganz wichtig ist, die Mitarbeitenden auf diese Nachhaltigkeitsreise mitzunehmen und nicht einmal im Jahr anzuklopfen und nach Daten zu fragen, sondern tatsächlich mit denen den Austausch zu gehen in die einzelnen Abteilungen. Was können wir uns für Ziele setzen? Also vornherein, was sind

Zackes Brustik [00:59:18]: die Auswirkungen? Was können wir uns für Ziele setzen? Also vornherein,

Martin Hartmann-Schüler [00:59:18]: was sind die Auswirkungen? Was können wir uns für Ziele setzen? Was habt ihr für Maßnahmen, die man da umsetzen kann? Das kann ich als Nachhaltigkeitsmanagement mit dem fachlichen Blick in die Abteilung, der mir ja so ein bisschen fehlt, gar nicht leisten, sondern das müssen, die sind die, die die Prozesse nachher letzten Endes mit umsetzen. Und meine Aufgabe, so wie ich Nachhaltigkeitsmanagement verstehe, ist halt, da alle auf diese Reise mitzunehmen, dafür zu begeistern und dafür zu sorgen, dass das im Unternehmen verankert ist.

Zackes Brustik [00:59:45]: Megaspannend, das hat Pamela auch in der vorangehenden Folge gesagt, dass das unglaublich wichtig ist, quasi nicht im Elfenbeinturm zu agieren, sondern immer ganz konkret tatsächlich mit den Menschen am Band, in der Entwicklung, in der Produktion zusammenzuarbeiten und mit denen die Lösung gemeinsam zu erarbeiten. Hilke, du wolltest noch was ergänzen.

Hilke Posor [01:00:02]: Genau, weil das ist dann wieder 1 der großen Unterschiede zur digitalen Transformation. Bei der Nachhaltigkeitstransformation sind die, zumindest ist das mein Erleben, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter viel eher auch bereit mitzudenken, weil das die gleichen Fragen sind, die sie sich auch im Privaten beschäftigen oder die Fragen, mit denen sie von ihren Kindern konfrontiert sind. Und bei der digitalen Transformation, die ist für Menschen häufig, wenn sie nicht gerade aus der IT sind, viel stärker mit Unsicherheiten verbunden, noch mehr mit Unsicherheiten verbunden, weil die Frage, kann ich das eigentlich, mache ich meinen Arbeitsplatz überflüssig, die kommt sofort auf den Tisch und beim Thema Nachhaltigkeit. Ja genau, diese Fragen haben wir uns doch schon lange gestellt oder meine Kinder fragen auch immer schon danach, was machen wir eigentlich, warum haben wir so viele LKWs auf dem Hof stehen oder so was. Also da haben wir viel niedrigschwelligeren Zugang auch zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sie dort mitzunehmen bei der Nachhaltigkeitstransformation im Vergleich zur digitalen Transformation.

Zackes Brustik [01:01:01]: Ich finde, das war ein unglaublich großer Bogen, den wir gespannt haben und eine extrem gründliche Aufbereitung vom Thema VSME. Warum sollte man ihn angehen? Für wen? In welcher Dimension? Wie hängt das Ganze jetzt zum Beispiel mit der ESRS oder mit dem DNK und GRI zusammen? Vielen, vielen Dank für eure Zeit und eure Einblicke. Vielen Dank Martin.

Martin Hartmann-Schüler [01:01:19]: Ja, danke auch. Ich glaube, wir könnten noch Stunden weitermachen. Danke, Herr Jücke.

Hilke Posor [01:01:23]: Ja, ich danke auch. Das hat wirklich viel Spaß gemacht, gerade diese beiden Perspektiven irgendwie zusammenzubringen. Ich bin gerne auch wieder mit dabei. Vielen Dank für das tolle Gespräch.

Zackes Brustik [01:01:31]: Und danke, dass du bis zum Schluss mit dabei warst als Zuhörender. In den nächsten Folgen wird das richtig spannend. Ich weiß, die nächste zum Beispiel geht tief in die Baubranche rein. Wie kann man eine dieser wirklich in Anführungszeichen dreckigsten Branchen der Welt, nämlich die Zementherstellung, sauberer machen? Und ein super spannendes Thema, weil die Frage ist von diesen wirklich anspruchsvollen Transformationen, wie wichtig ist zum Beispiel Public Procurement und wie wichtig sind grüne Leitmärkte, das Ganze zum Fliegen zu bringen. Also das Zusammenspiel von interner Transformation und externen Rahmenbedingungen. Da werden wir in eine top aktuelle Studie reinschauen mit einem der weltweit größten Zementhersteller der Deutschlandsparte davon. Also das wird unglaublich spannend. Und dann arbeite ich auch noch dran, bald eine Folge zum Clean Industrial Deal zu machen, der ja, man weiß es nicht genau, den Green Deal ablösen, ersetzen, ergänzen wird. Auf jeden Fall wird er sehr relevant werden in den nächsten Jahren. Also abonniert Gewinne Zukunft in eurer Podcast App. Einfach auf die Glocke drücken. Dann seid ihr mit an Bord. Und wenn ihr alle Informationen, die sich darum noch ergeben, ganz viele Infos, die ich hinter den Kulissen bei Events einsammle, Ressourcen, die ich einsammle, Bücher oder Feedback aus der Community haben wollt, zackis.com slash Newsletter. Bis zum nächsten Mal. Copyright WDR 2021

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