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Worum es in dieser Folge geht

Was der STM über den Business Case für Nachhaltigkeit verrät. Neue Daten, Herausforderungen und Chancen.

Das sorgte prompt für heiße Diskussionen: Mitte Februar erschien der Sustainability Transformation Monitor 2026 und bot einige Reibungspunkte für Profis. Denn die Befragung von über 800 Unternehmen zeichnet ein fragmentiertes Bild - gerade bezüglich dem Thema Business Case und Wirtschaftlichkeit von Nachhaltigkeit. Kurios: Politische Vertreter:innen vom ganzen Spektrum zitierten anschließend daraus, um ihr jeweiliges Narrativ zu untermauern. Auch Podcast-Host Zackes muss nochmal eines seiner liebsten Narrative hinterfragen: Der vermeintlich kommende ESG-Druck aus dem Finanzsektor. Ist doch nicht so viel dran, wie er in bisherigen Folgen meinte?

Im Gespräch mit Podcast-Host Zackes Brustik ordnen zwei an der Studie beteiligte Profis die Ergebnisse ein: Manuel Reppmann von der Uni Hamburg hat den STM mit aufgebaut und Incken Wentorp, Nachhaltigkeitsleiterin der Zech Gruppe, ist über die Peer School for Sustainable Development daran beteiligt. Zudem ist sie jemand, die die Studienergebnisse täglich in der Unternehmenspraxis spürt.

✅ Warum sehen viele Unternehmen den Business Case für Nachhaltigkeit noch nicht – und was hilft dagegen?
✅ Wie viele der Unternehmen außerhalb des neuen Scopes werden freiwillig weiter reporten?
✅ Wie repräsentativ ist der STM wirklich - auch im Vergleich zu anderen Studien?

Eine Folge für alle, die das Narrativ rund um Nachhaltigkeit glaubwürdig mitgestalten und den aktuellen Herausforderungen mit echtem Pragmatismus begegnen wollen.

Vollständiges Transkript anzeigen

Incken Wentorp [00:00:04]: Wenn in dieser Studie Nachhaltigkeitsverantwortliche angegeben, in unserem Unternehmen wird dieser Business Case gerade nicht gesehen, dann ist das ja erstmal ein Fakt. Das fand ich so spannend zu sehen, wie gerade die Bubble der Nachhaltigkeitsmenschen und da sind wir ja alle drin, damit umgeht, wenn mal Ergebnisse aus einer Nachhaltigkeitsstudie kommen, die oh, es ist nicht alles schön und wir tanzen auf rosa Wolken und jeder sieht den Business Case. Und dann ist doch die Frage Wie geht man mit diesen Ergebnissen um?

Manuel Reppmann [00:00:30]: Und da ist es, glaube ich, gut, wenn wir diese Debatte anstoßen, um einfach auch sie weiterzudenken, voneinander zu lernen, Forum zu schaffen, wo wir Best Practices teilen, weil ich glaube, es ist nicht eine Frage von Gibt es im Business Case ja oder nein? Also den gibt es auf jeden Fall. Da brauchen wir nicht drüber diskutieren. Die Frage ist ja nur, wie erreiche ich den als Unternehmen? Und ich glaube, da ist es immer eine sehr, sehr, sehr individuelle Unternehmensrealität, abhängig von meiner Branche, ob ich produziere oder nicht, Wer sind meine Kunden? Wie bin ich finanziert? Bin ich auf Bankenfinanzierung angewiesen? Über so viele verschiedene Hebel kann ja ein Mehrwert entstehen. Und deshalb hilft, glaube ich, einem einzelnen Unternehmen diese ganzheitliche Betrachtung. Gibt es jetzt den Business Case oder nicht? Glaube ich relativ wenig. Ich glaube, dieses Ergebnis, was wir da berichtet haben, hilft eher so ein bisschen der öffentlichen Debatte und vielleicht auch als Signal Richtung Politik.

Zackes Brustik [00:01:13]: Mensch, was war denn da los? Mitte Februar kam der neue Sustainable Transformation Monitor raus und hat direkt für Kontroverse gesorgt. Einerseits innerhalb der Bubble ging es auf LinkedIn wirklich hoch her. Was ist denn da dran an diesem Zahlen? Geht es jetzt nach vorne, mit dem Thema Nachhaltigkeit geht es völlig nach hinten. Da waren wir uns irgendwie nicht so einig, wie die Zahlen zu interpretieren sind. Auch ganz spannend in dem Bericht treffen ja Reale und Finanzwirtschaft aufeinander und ist da in der Finanzwirtschaft wirklich so viel Druck hinter dem Thema Nachhaltigkeit, wie wir uns erhoffen oder vielleicht doch nicht? Und ganz klar, auch Thema Business Case scheint echt der große Schmerzpunkt für alle zu sein. Warum ist das so und wie könnte man das lösen? Und dann auch völlig random, warum hat sogar die AfD aus dem Report zitiert? Also ich glaube, wir haben richtig viel zu besprechen, daher freue ich mich gleich zwei Menschen an Bord zu haben, die an dem Report beteiligt waren. Zum einen Manuel Reppmann von der Uni Hamburg hat den STM mitentwickelt, einer der vier großen Partner hinter auch dem Sustainable Transformation Monitor. Da ist nämlich die MacArthur Stiftung beteiligt, die Bertelsmann Stiftung, die Uni Hamburg und die Peerschool for Sustainable Development für letztere im Rennen. Und eben auch am Report beteiligt Inken Ventor. Sie ist auch zusätzlich noch bei der Zech Gruppe oder was heißt zusätzlich ist eigentlich ihr Hauptjob und ich glaube, der nimmt sie auch ordentlich in Beschlag. Da ist sie nämlich Leiterin für das Thema Nachhaltigkeit, baut das auf, entwickelt das, das heißt, steckt in ganz vielen Themen drin, die auch im Report immer wieder auftreten und kann dann wirklich aus ihrer Praxis, aus dem Nähkästchen plaudern, wie sie bei der Zech Group diese Themen angehen und zum Beispiel das Thema Business Case für sich hier und da schon gelöst haben. Es wird mal wieder eine Folge, wo wir einerseits wirklich den Überblick in die Branche bekommen, damit ihr wisst, wie eure Wettbewerber unterwegs sind, ob die dranbleiben beim VSME oder nicht. Und dann schauen wir ganz individuell rein, wie ihr für euch und der Organisation das eine oder andere Thema lösen könnt mit einem eurer Peers. Ich freue mich mega drauf. Wenn euch das Ganze zu schnell geht und ihr strukturiert nachlesen wollt, über welche Zahlen und Graphen wir uns unterhalten, dann klickt auf die Links zum STM in den Shownotes. Ich habe sowohl den Langbericht als auch den Executive Summary verlinkt. Und damit herzlich willkommen bei Gewinne Zukunft, dem Nachhaltigkeits Podcast der Pioniere und Professionals. Mein Name ist Zakkes. Ich freue mich mega, euch mit an Bord zu haben. Als Hörende. Ganz wichtig, wenn ihr irgendjemanden kennt, wo ihr das Gefühl hätte, Mensch, für diese Person, für diese Kollegin wäre der Podcast echt eine Bereicherung. Empfehlt ihn weiter. Und wenn ihr nichts verpassen wollt, abonniert auch noch den Newsletter Zackes Com Newsletter, Z A C K E S COM Newsletter. Da packe ich wirklich so knapp einmal im Monat alle Infos rein, die es nicht in den Podcast schaffen. Und das sind schon einige.

Manuel Reppmann [00:03:48]: Los geht's.

Zackes Brustik [00:03:50]: Mensch, herzlich willkommen Manuel. Frisch aus dem Urlaub, habe ich gehört.

Manuel Reppmann [00:03:54]: Du bist so gut informiert.

Zackes Brustik [00:03:55]: Zack es. Du warst in Lagos. Also eine schöne Reise gehabt so erholt an einem Freitag machen wir die Aufnahme, habe ich glaube ich selten meine Gäste und auch mit an Bord. Inken war nicht im Urlaub, sondern hat bis gestern Nacht um 12 noch gearbeitet. Was war da los?

Incken Wentorp [00:04:09]: Ja, wir haben eine große Veranstaltung im Juni und da muss man manchmal auch etwas länger dran sitzen. Also vielleicht bin ich nicht ganz so erholt wie Manuel, aber ich glaube, das passt.

Manuel Reppmann [00:04:17]: Der Unterschied könnte nicht größer sein, Inken, glaube ich.

Zackes Brustik [00:04:20]: Der Unterschied könnte nicht größer sein. Ich glaube, wir können alle die Uni Hamburg einordnen. Wichtig bei dir, Manuel, du hast auch nicht nur wissenschaftliche Erfahrung, bist ja mittlerweile Postdoc, sondern hast auch in der Beratung gearbeitet, hast auch in der Bank gearbeitet. Also du kennst wirklich auch die Praxis. Inken, bei dir wichtig, nicht alle kennen vielleicht die Zech Gruppe, eines der größten Bauunternehmen wahrscheinlich in Deutschland, vor allem in Norddeutschland, sitzen in Bremen. Ihr seid in drei Feldern unterwegs, also ihr baut Gebäud, ihr betreibt Gebäude und ihr habt dann auch einen großen Arm rund um Hotels und Spas und dergleichen noch viele andere Sachen, sogar auch eine Reederei und so. Aber ich glaube, das wird dann zu komplex. Wichtig. In welcher Größenordnung seid ihr unterwegs? Fast Mitarbeitende, viereinhalb Milliarden Umsatz, also ein gewichtiges Unternehmen, würde ich sagen, wahrscheinlich. Du hast so alle Nachhaltigkeitsthemen, die man sich nur wünschen kann auf deinem Tisch oder von Kreislaufwirtschaft bis zu Reporting und Aggregieren von Daten und hast du nicht gesehen.

Incken Wentorp [00:05:13]: Ja, das stimmt. Also unsere drei Geschäftsbereiche Building, Real Estate und Hotel, das ist korrekt. Da könnte man jetzt auch ganz viel auf dem Weg listen, Projektentwicklung. Wir bauen nicht nur Gebäude, wir bauen auch Tunnel. Also wir bauen eigentlich alles, was man gefühlt bauen kann. Aber wie du gesagt hast, wenn wir da ins Detail gehen, dann sitzen wir morgen noch.

Zackes Brustik [00:05:32]: Das heben wir uns auf für später im Podcast, wenn es um das Thema Business Case geht. Ganz wichtig. Was war da los? An kontrovers? Emanuel, hol mich mal ab, weil ich habe gesagt, irgendwie auch in meinem Bekanntenkreis, ich mache eine Folge zum STM, da kam sofort Reaktion, das habe ich auf LinkedIn gesehen, da habe ich mich direkt gebeft in den Kommentaren. Also gebeft freundlich. Ich glaube, ihr habt das dann auch individuell aufgelöst. Warum ist innerhalb der Bubble, warum hat dieser diesjährige Report anscheinend manche Menschen so getriggert.

Manuel Reppmann [00:05:57]: Das ist ein guter Icebreaker. Zakis, können wir direkt mal reingehen. Wir haben uns erst mal, glaube ich, über viel Aufmerksamkeit gefreut. Das ist ja auch Sinn und Zweck der Studie. Wir haben auch gleichzeitig beobachtet, dass auf LinkedIn manche Ergebnisse heiß diskutiert wurden, wie du schon gesagt hast. Da werden wir vielleicht gleich noch mal ein bisschen detaillierter drauf eingehen. Das ging zum Beispiel um die Wo ist der Business Case bei dem Thema Nachhaltigkeit? Eine andere Frage, an die ich mich erinnere, die wir diskutiert hatten, war, inwiefern Unternehmen, die descoped wurden von der CSID planen weiter zu reporten? Wie hoch ist da wohl so die Quote? Können wir gerne gleich detailliert darauf eingehen. Wir hatten auf jeden Fall gute Diskussionen zu dem Thema. Ich glaube, das tut dem Thema insgesamt auch gut. Ich glaube, der STM ist da auch so eine kleine Erfolgsgeschichte, werde jetzt nicht in die Verlegenheit fallen, die Studie jetzt noch mal ausführlich vorzustellen. Ich glaube, vielleicht packst du einen Link in die Shownotes oder so, dann können die Zuhörenden sich die Schüler, wenn noch nicht bekannt, gerne auch mal anschauen. Ich glaube, vielleicht nur in einem Satz gesagt, Wir befragen seit mehreren Jahren Unternehmen der Realwirtschaft und der Finanzwirtschaft und da Banken und auch Investoren zu dem Transformationsfortschritt, also Nachhaltigkeitstransformation und interessieren uns vor allem für dieses Zwischenspiel, Wie kann die Transformation finanziert werden? Wie gelingt das? Was sind Hürden, was sind Treiber? Und über die letzten Jahre, Wir haben mal in 2021 mit dem Projekt angefangen, damals hieß es noch Sustainability Management Monitor mit 51 Teilnehmenden. Das waren ausschließlich Nachhaltigkeitsverantwortliche. Und jetzt sind wir einige jahre weiter in 2026 mit dem SCM 26 und haben jetzt 822 Unternehmen, die teilnehmen.

Zackes Brustik [00:07:32]: Ja, da würde ich direkt einsteigen, weil das ist ja auch genauso einer der Schmerzpunkte zumindest. Und du kannst mir gerne sagen, wie er es aufgelöst hat. Das war nicht unter einem Posting von dir, sondern ich glaube von Andreas Rasche, Professor, der in Dänemark an der Uni ist, der halt ein paar Zahlen gepostet hat. Und da war die Frage Ist das wirklich repräsentativ, weil du hast ja gesagt, ihr habt so über 800 Organisationen befragt, das sind dann aber auch gerade mal drei Prozent der Unternehmen, die eigentlich hätten reporten sollen. Also wie repräsentativ ist wirklich so die Sample Size? Und weil ihr habt ursprünglich, habt ihr auch mit Baum gepartnert und dergleichen, also seid ihr einfach durch die beteiligten Partner schon zu sehr in einer Bubble von den Unternehmen, die intrinsisch motiviert Nachhaltigkeit schon länger vorantreiben. Also ist das wirklich repräsentativ?

Manuel Reppmann [00:08:16]: Vielleicht um noch mal auf die Frage auch konkret einzugehen, wir hatten darüber diskutiert auf LinkedIn, wie hoch ist wohl die Quote von den Unternehmen, die auch zukünftig berichten werden. Und ich glaube, was man zuerst einmal sagen kann, ich zumindest kenne auch nicht die Studie, die uns die Wahrheit in Anführungsstrichen liefert und vieles wird sich auch erst in Zukunft zeigen. Das heißt, was wir gerade so machen, ist versuchten Ausblick zu geben, wie könnte es jetzt weitergehen und was sagen die Unternehmen uns, wie sie momentan planen. Wir haben ausgerechnet für die WAV, für die wir uns jetzt insbesondere in unserer Schule interessiert haben, die nach den jetzigen Kriterien nicht mehr berichtspflichtig sind, dass uns ungefähr 75 Prozent zurückgemeldet haben, dass sie eine Berichterstattung in den nächsten Jahren planen, also kann im nächsten Jahr sein, kann im übernächsten Jahr sein, wann auch immer von den descorp unternehmen und von diesen 75 prozent sind ungefähr die Hälfte Erstberichterstatter und ungefähr die andere Hälfte Folgeberichterstatter, also haben schon Erfahrung in der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Das war unser Ergebnis. Und genau dazu gab es den einen oder anderen Kommentar, dass das Ergebnis möglicherweise zu optimistisch ist, weil einfach anekdotische Erfahrungen von manchen, die täglich an dem Thema arbeiten, weil sie zum Beispiel eine Nachhaltigkeitsberatungssoftware am Markt gebracht haben, von den Mandaten, die sie vielleicht betreuen, eine andere Rückmeldung kriegen und grundsätzlich, ich teile diesen kritischen Umgang mit den Daten und das machen wir ja auch, wenn wir die Ergibt bekommen. Erstmal berichten wir erstmal nur das, was uns die Unternehmen sagen und dann setzen wir uns im zweiten Schritt auch innerhalb der Studie selbst und auch den vielen Panel Diskussionen, die wir führen, den ergebniskritisch auseinander. Wir versuchen diesem Problem zu entgehen, dass wir positiven Bias haben oder zu sehr in die Nachhaltigkeitsbubble Gebiss sind, indem wir immer mehr jetzt auch große Industrieverbände, große Wirtschaftsverbände in Deutschland in den STM reinholen. Das hat in den letzten Jahren schon sehr gut gut geklappt. Der vdma, der Chemieverband und auch viele andere, die jetzt hinzugekommen sind, Textil und Mode und auch in diesem Jahr und in den nächsten Jahren weiter hinzukommen werden. Damit versuchen wir diesem Bias zu entgehen. Grundsätzlich muss man aber sagen, jede Studie hat gefühlt irgendeine Art von Bias, mal mehr, mal weniger ausgeprägt. Und deshalb ist es immer wichtig, dass jeder, der die Ergebnisse hat, die in die Hand nimmt und auch selber noch mal für sich kritisch evaluiert. Und vielleicht noch einen letzten Satz Zakes, weil das fand ich auch ganz spannend. Mit Andreas, also Andreas Rasche bin ich natürlich auch regelmäßig in Kontakt. Wir hatten die Ergebnisse auch diskutiert. Er hat ja auch letztens ein Posting rausgebracht, wo er selber auch eine Schätzung gemacht hat. Da sahen die Werte auch ein bisschen anders aus. Er hatte da Unterschiede in Wave 1, Wave 2 die schon Reporting Erfahrung haben und dann halt nochmal Wave 2 ohne Reporting Erfahrung. Und ich glaube bei der Wave 2 ohne Reporting Erfärung, wenn ich das richtig erinnere, hatte er so eine Range von 5 bis 18 Prozent in Aussicht. Gestellt, die dort weiter berichten, wenn ich die Zahlen, die er gepostet hat, richtig verstanden habe und bei denen die Wave 2, die schon Erfahrung hatten, 80 bis 90, also da ein sehr großer Unterschied Und in der Gesamtspanne, glaube ich, sagt der 30 bis 43 Prozent der Unternehmen werden von den irgendwie weiter berichten und also du siehst ganz unterschiedliche Zahlen am Markt. Ich glaube, es ist jetzt auch eine von Osapiens rausgekommene Studie und da muss

Zackes Brustik [00:11:20]: ich mal kurz reingenauen Usapiens hat, ich glaube, die sind mit 90 Prozent ins Rennen gegangen. Da kann man jetzt natürlich unterstellen, dass sie dank ihres Produktes auch besonders gebiased sind. Aber ich sag mal, den Ball spiele ich direkt zu Inc. Und das ist ja gar nicht so einfach, dann irgendwie zu sagen, worauf gucke ich denn? Und gerade bei dir ist ja auch spannend, du hast ja die Erfahrung auch aus deinem Unternehmen heraus und kennst die ganzen anderen Branchen, Wettbewerber, mit denen ihr oder Mitbewerber, mit denen ihr unterwegs seid und die Zahlen aus dem Report, also Wie hast du das für dich vereint?

Incken Wentorp [00:11:49]: Ja, also erstmal ist es ganz spannend, weil Manuel sieht das natürlich aus einer sehr wissenschaftlichen Perspektive und ich muss sagen, ich sehe das sehr klar im Sinne von wir haben hier eine Studie, ich bekomme täglich Studienanfragen in meinen E Mail Posteingang von diversen Beratungen, Firmen und Co. Die uns immer was fragen wollen als Nachhaltigkeitsverantwortliche. Der SCM muss man sagen, ist die einzige mir bekannte Studie, die nicht irgendein Verkaufsinteresse darunter hat. Also wir sind keine Beratung, die dann die Ergebnisse nimmt, um unser Beratungsangebot anzupassen, sondern der SCM, wie du ja vorhin auch schon gesagt hast, ist wissenschaftlich hinterlegt und in dem Sinne ja so neutral wie es geht mit einer Uni, mit einem Verein für Nachhaltigkeitsverantwortlichen und von zwei Stiftungen, die dahinter stehen. Und das finde ich ganz wichtig erstmal zu betonen, weil es das unterscheidet. Und jetzt hat man Ergebnisse von 800 Unternehmen und dann geht auf LinkedIn die Diskussion los und es kommen Kommentare und Posts und teilweise muss ich auch sagen, schon ganz frech geschrieben, die diese Ergebnisse anzweifeln oder die nicht wahrhaben wollen, weil sie ihrer eigenen Meinung nicht entsprechen, so nach dem Motto Aber es gibt doch einen Business Case für Nachhaltigkeit. Ja, ich persönlich als Privatperson sehe auch ein Business Case für Nachhaltigkeit, aber wenn in dieser Studie Nachhaltigkeitsverantwortliche angegeben haben, in unserem Unternehmen wird dieser Business Case gerade nicht gesehen, dann ist das ja erstmal ein Fakt. Und das fand ich so spannend zu sehen, wie gerade die Bubble der Nachhaltigkeitsmenschen und da sind wir ja alle drin, damit umgeht, wenn mal Ergebnisse aus einer Nachhaltigkeitsstudie kommen, die Es ist nicht alles schön und wir tanzen auf rosa Wolken und jeder sieht den Business Case. Und dann ist doch die Wie geht man mit diesen Ergebnissen um? Weil ich kann auch aus meiner Erfahrung ganz klar Nein, nicht jeder sieht diesen Business Case beispielsweise. Und diese Antworten, die im STM dieses Jahr gegeben wurden, haben für mich alle aus meinem Berufsalltag heraus sehr viel Sinn ergeben, unabhängig davon, was ich mir persönlich vielleicht wünsche oder erhoffe oder denke.

Zackes Brustik [00:13:51]: Es gibt einige heiße Themen, die wir diskutieren können in unserer Bubble. Der Austausch ist so wichtig wie nie und einer der besten Momente dafür kommt schon im Juni, wenn ihr Teil meiner Community seid, habt ihr die Chance, kostenlos dabei zu sein. Also bleib dran für meinen kurzen Shoutout an den Werbepartner in dieser Folge, den Sustainability Summit. Ich darf ja einige Veranstaltungen moderieren im Nachhaltigkeitsbereich und ich glaube, ich kenne wenige, die einerseits so jung sind und mitten im Omnibus in dem ganzen Rollback so rasant wachsen. Der Sustainability summit ist am 24. Und 25. Juni erst das dritte Mal am Start und schon in der dritten Location, diesmal in der Messe Hamburg, weil sie einfach jedes Mal größer werden. Woran liegt das? Ich habe das Gefühl, es ist eine der wenigen Vereine, die es wirklich schafft, aus ganz, ganz vielen deutschen Mittelständlern und großen Unternehmen die Verantwortlichen dazu bewegen, hinzukommen. Das heißt, wir reden nicht nur innerhalb der Bubble von den Lösungsanbietern, sondern wirklich mit den Menschen, die das Ganze dann in ihren Unternehmen umsetzen. Und auch auf der Bühne ist es echt super breit aufgestellt. Du hast am einen Ende jemanden wie Emil van Baalen, die ehemalige Pressesprecherin der letzten Generation, die über ihre neue Organisation berichten wird. Auf der anderen Seite hast du wirklich Große Unternehmen wie Dr. Oetker, Nespresso oder Tom Taylor, bei denen wir garantiert auch das eine oder andere kritisch sehen. Alle kommen aber zusammen für den gemeinsamen Austausch mittendrin. Viele Menschen, die auch aus meinem Podcast kennen, zum Beispiel Rebecca Weigold von Hans Grohe, Hannah Helmke von Right Based on Science oder Menschen, die auch schon beim Hamburger Sustainability Summit super oft dabei waren, zum Beispiel Farah von Jebsen und Jessen. Also für mich wird das wirklich ein Highlight, ganz viele Menschen zu treffen, die ich sonst irgendwie nur auf LinkedIn anschreibe, die aber richtig tief in den Themen drin stecken. Parallel findet übrigens auch der Procurement Summit statt, also eine super Überschneidung. Alle Infos unter Sustainability Summit DE. Und jetzt kommt der Kicker für alle, die Teil meiner Newsletter Community. Mit der nächsten Ausgabe habt ihr die Chance, zweimal je ein Freiticket zu gewinnen. Der nächste Newsletter kommt circa am 5. Oder 6. Mai raus. Zakes Com Newsletter Z A C K E S. Und jetzt zurück zu Manuel und Inken. Jetzt sind wir schon mittendrin. Ich glaube, damit wir da die Zuhörenden, die den SDM nicht gelesen haben, abholen, müssen wir wahrscheinlich das Ganze jetzt mit den konkreten Ergebnissen unterfüttern. Der STM ist relativ lang, aber Manuel, es sind ja jetzt schon zwei Monate her, also ich glaube, du hast beste Übung, das Ganze in eine Elevator Pitch zu packen und ich sage mal in zwei Minuten die wichtigsten Erkenntnisse zu teasern. Also worauf hat sich Incon gerade bezogen? Also was waren so diese Ergebnisse, die vielleicht ernüchternd waren?

Manuel Reppmann [00:16:13]: Den Gedanken, den ich vor die Klammer ziehen möchte, ist, dass es eigentlich ganz interessant ist, wenn man mal auf die Pressemitteilungen zu der Studie über die letzten Jahre schaut und die Headline, also maßgeblich auch geprägt durch die Bertelsmann Stiftung, durch die dortige Presseabteilung, war immer und auch sehr langweilig über die letzten Jahre. Nachhaltigkeit wird für deutsche Unternehmen immer wichtiger. Beim STM 22 dann kam Nachhaltigkeit wird in der Wirtschaft immer wichtiger, Das war der STM 23, dann kam STM 24 Große Mehrheit der Unternehmen rücken Nachhaltigkeit ins Zentrum. Also es war so eine lineare Geschichte, die man erzählen konnte und jedes Jahr wurde alles irgendwie ein bisschen mehr, mehr Klimaziele, mehr das, mehr das, mehr das, mehr Verantwortung auf vorstandsebene und in 25 stm 25 der die daten aus 24 also ende 24 erheben wir mal zum Jahresende, zum Gegenstand hat, der hat das schon, da hat es schon so ein bisschen gebröckelt in den Zustimmungswerten zu verschiedenen Fragen, die wir gestellt haben. Und Dann jetzt der STM 26 hat dann auch das volle Ausmaß durch Omnibus und anderes gezeigt und da ergibt sich eben ein sehr fragmentiertes Bild. An manchen Stellen hält das Fundament, wie wir das so nennen, aus Zielen, Verantwortlichkeiten, internen Strukturen, Abteilungen, die so geschaffen wurden. Aber bei einigen Sachen sehen wir auch eine klare Rückwärtsentwicklung, vor allem bei den eher wahrnehmungsbezogenen Fragen. Wie wichtig ist das Thema gerade in deinem Unternehmen? Spielt das eine Rolle, wenn du mit einer Bank sprichst und so weiter. Die Fragen haben wir jetzt auch schon mehrere Jahre hintereinander gestellt und da sehen wir klare rückläufige Tendenzen und unter anderem auch eben die sehr verhaltenen Antworten zum Business Case. Und jetzt der Elevator Pitch ist sozusagen, man öffnet mehr Tür und Tor, sich einzelne Indikatoren rauszupicken und damit eine bestimmte Geschichte auch zu erzählen. Weil es eben nicht mehr so einseitig linear ist, sondern so fragmentiert die Ergebnisse und auch anspruchsvoller in der Deutung. Und das eröffnet, du hast es ja auch im Eingang gesagt, zack, ist natürlich auch politischen Handelnden mehr Möglichkeiten, die Studie auch für sich zu nutzen in jede Richtung sozusagen. Das beobachten wir sehr aufmerksam. Der Elevator Pitch ist sozusagen die Ergebnisse kurz zusammengefasst, ein bisschen auf das bezogen, was ich gerade schon gesagt habe. Priorität sinkt in vielen Unternehmen. Ungefähr viermal mehr Unternehmen als im Vorjahr geben das an, dass die Priorität zurückgegangen ist. Wir sehen gleichzeitig die Strukturen oder das Fundament, wie wir es nennen, das hält bei den durch uns befragten Unternehmen zumindest. Also wir sehen jetzt keinen substanziellen Rückbau oder keinen großen Backlash, das in der Breite, sage ich mal, der Unternehmen, Abteilungen komplett wieder verschwinden oder Verantwortlichkeiten weggehen. Anekdotisch kann ich sagen bei der Befragung, ich bin ja auch mit unfassbar vielen Unternehmen dann immer in Kontakt über das Jahr gesehen. Natürlich kriege ich auch die Anekdoten, wo mir Leute geschrieben Du Manuel, meine Stelle gibt es nicht mehr, ich kann dieses Jahr nicht teilnehmen, ich gebe den Kontakt von wem anderen bei mir im Unternehmen. Also das kann ich anekdotisch auch alles erzählen oder teilen, diese Wahrnehmung teilweise. Aber in der Breite sehen wir das Fundament hält. Wo wir sehen, wo sich Unternehmen noch schwertun, ist halt in der Umsetzung. Es ist momentan einfach kein transformationsfreundliches Umfeld. Das geben die Unternehmen uns ganz klar zurück. Wir sehen auf der einen Seite, dass oft ein Wirtschaftlichkeitsproblem besteht im Hier und Jetzt, in der Zukunft kann das anders sein, aber oft wurde uns gesagt, im Hier und Jetzt fehlt der Business Case. Und wir haben immer gesagt, der Business Case ist dann da, wenn der Mehrwert, der finanzielle die Kosten übersteigt. Und da können wir gleich vielleicht noch mal ein bisschen tiefer einsteigen, weil das ist, glaube ich, etwas, wo man jetzt noch mehr diskutieren könnte. Und die Planungsunsicherheit ist halt groß. Das ist der zweite Punkt neben der Wirtschaftlichkeit, weil politische Verschiebungen, die wir gerade haben, auch durch das regulatorische Umfeld, was sie verschoben hat, einfach mehr Komplexität schafft, mehr Verunsicherung. Und auch das ist sozusagen Gift für Transformation. Und das haben die Unternehmen ganz klar zurückgespielt, dass das einfach ein unattraktives Ich sage mal Rendite, Risiko oder Sicherheitsprofil ist für bestimmte Investitionen. Und deshalb stagniert das Thema an manchen Stellen, nicht an allen, aber an manchen. Das sieht man zum Beispiel auch beim Thema Klima. Transitionspläne sind nicht mehr geworden, sind genauso viele wie im letzten Jahr. Und immer dann, wenn es sozusagen in die Umsetzung geht, sehen wir, dass es einfach schwierig wird bei vielen Unternehmen.

Zackes Brustik [00:20:02]: Ich habe gerade auch noch mal auf die Zahlen geguckt. 90 Prozent kennen ihre Co Daten, nur 30 Prozent 29 haben einen Transitionsplan und dann bleiben nur noch diese mickrigen 15 Prozent, die tatsächlich auch on track sind zu ihren Zielen. Das ist dann schon richtig ernüchternd, würde ich sagen und traurig. Und das ist ja nur das Thema Dekarbonisierung, da reden wir noch nicht über alle anderen Aspekte von Nachhaltigkeit.

Incken Wentorp [00:20:23]: Wobei ich auch sagen muss, wie traurig ist das wirklich, Weil ich kann zum Beispiel nur für uns sprechen. Wir haben ja auch erst mal überhaupt die Datengrundlage schaffen müssen in den letzten Jahren, um unseren Co Fußabdruck auch wirklich so zu messen, wie wir uns das vorstellen. Das war ja jetzt nicht so, dass das alles irgendwie auf dem Tisch lag und fertig war und bereit war, die Prozesse da waren, die Datenverfügbarkeit da waren etc. Und man muss natürlich auch sagen, da haben sich viele Unternehmen in den letzten Jahren überhaupt erst mal auf den Weg gemacht, diesen Co Fußabdruck in einer Qualität hervorzubringen, dass man da was draus lesen kann und dass das nicht nur geschätzte Daten sind, auf denen der Büro. Und dann ist natürlich schon die Frage, dann muss man, wenn man das erst mal alles aufgesetzt hat, dann geht es ja überhaupt auch mal dran zu schauen, okay, was davon kann ich jetzt ganz konkret beeinflussen. Und es gibt viele, viele, viele Unternehmen, wo es einfach im Scope 3 liegt. Und dann ist natürlich auch wieder die Frage auch da, wie kann ich das beeinflussen? Also ich muss sagen, die Antworten, ich finde sie ehrlich gesagt gar nicht so traurig. Ich finde sie fairerweise realistisch. Aktuell würde ich mir das anders wünschen. Ja, höre ich trotzdem gleichermaßen von vielen Unternehmen, wie das eben abläuft in der Erstellung auch eines Klimatransitionsplan. Der lässt sich ja auch nicht von einem Tag auf den nächsten erstellen. Vielleicht muss man da auch ein bisschen, ich würde sagen, Geduld haben bzw. Auch ein bisschen Verständnis dafür, wo sind Unternehmen eigentlich gestartet? Und da haben wir ja wirklich einen sehr, sehr großen Anschub gesehen in den Netzwerken Jahren, wie sich alle auf den Weg gemacht haben.

Zackes Brustik [00:21:55]: Das ist das Wirtschaftsargument Inken. Also wir machen uns auf den Weg, wir brauchen Zeit. Und das heißt, kann man ja auch das Fazit ziehen, so ehrlich muss man sein, die Unternehmen hätten sich jetzt nicht auf den Weg gemacht, wäre nicht der regulative Druck da gewesen. Das heißt, dann ist die nächste okay, jetzt haben sie sich auf den Weg gemacht, aber was bleibt davon noch übrig, wenn diese Verbindlichkeit auch regulativ wegfällt?

Incken Wentorp [00:22:14]: Naja, Laut STM haben 72 Prozent der Unternehmen gesagt, die nicht mehr CSRD pflichtig sind, dass sie trotzdem weiterhin berichten wollen. Also dass ist doch schon für sich mal eine Aussage, oder?

Manuel Reppmann [00:22:25]: Also vielleicht kann ich noch eine Fußnote an das Transitionsplan Thema machen, weil Transitionspläne sind ja einfach total zentral. Also ich persönlich habe eine Vermutung, dass es auch noch mehr Bedarf gibt, ein einheitliches Verständnis von Transitionsplan zu schaffen. Wie komme ich da drauf? Wir haben auch in verschiedene anderen Studien reingeschaut, die auch Fragen nach Transitionsplan stellen und versuchen natürlich unsere Ergebnisse auch mal so ein bisschen zu validieren, indem wir nach rechts und links gucken. Das KfW Klimabarometer 2025 die sind ein Jahr sozusagen zurück, wir sind ein Jahr weiter mit dem STM. Die haben auch die Frage gestellt, fragen aber ein bisschen anders. Sie fragen nach einem Plan, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, nenne ich das Wort Transitionsplan. Und die fragen auch insbesondere noch mal kleinere Unternehmen. Und da ist die Quote, die ein Transitionsplan haben, etwas höher insgesamt und bei uns ist sie etwas niedriger. Es gibt noch eine weitere Studie vom Deutschen Aktieninstitut, die befragen nur Großunternehmen, da ist die Quote ähnlich wie bei uns. Also auch hier ist jetzt wieder die Frage, wo liegt die Wahrheit? Aber was ganz interessant ist bei uns, die kleineren Unternehmen, also die mittelgroßen, geben etwas mehr in der Tendenz an als die größeren Mittelständler oder etwas häufiger, dass sie einen Transitionsplan haben. Und als ich das zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich mir, huch, wo kommt das denn her? Ich habe mich gefragt, verstehen kleinere Unternehmen dasselbe unter einem Transitionsplan wie größere Unternehmen, wenn man zum Beispiel International Transition Plan Task Force Network reinguckt, die Du brauchst eine Strategie, du brauchst Finanzplan, Finanzinstrumente, Engagement, Metriken, Governance, Verantwortung, all das kommt in diesen Transitionsplan. Ein Riesending, super anspruchsvoll. Ich frage mich, ob kleinere Unternehmen dasselbe im Gedächtnis hatten oder ob das Stöckchen, über das sie gesprungen sind, wenn die gesagt haben, ja, so einen Plan haben wir mit so ein paar Maßnahmen einfach niedriger hangen und deshalb eher auch die Ergebnisse sich dadurch ein bisschen erklären lassen. Aber das ist immer das Spannende, wenn man versucht, auch hier ein bisschen Kontext an das Ganze zu geben.

Zackes Brustik [00:24:12]: Okay, also das heißt, wir sprechen nicht immer alle die gleiche Sprache, tun wir sowieso ganz selten.

Incken Wentorp [00:24:19]: Das ist wirklich echt, das ist ein Riesenproblem. Und wir sprechen auch in der Nachhaltigkeitswelt ganz oft von Begriffen. Allein das Wort Klimatransitionsplan, geh mal außerhalb unserer Bubble und frag mal, was das ist. Also da bekommst du nun, da gucken dich die Leute teilweise an wie ein Auto und wir gehen davon aus, dass aber jeder versteht, was wir damit meinen. Also ich glaube, das ist auch ein ganz, ganz wichtiger Aspekt für uns in der Nachhaltigkeitsbubble, dass wir inzwischen eine Sprache haben, mit der wir uns vielleicht alle verstehen, Wobei ich da mal zustimme. Ich glaube, wir sprechen oft von Themen und denken, wir sprechen über das Gleiche und haben trotzdem eigentlich ein ganz anderes Verständnis davon. Aber oftmals ist es ja auch so, dass wir dann eben mit anderen Personen in unserem Unternehmen sprechen und davon ausgehen, dass uns jeder versteht mit dem, was wir sagen. Aber wir haben mittlerweile so viele Akronyme und Begriffe, die sehr spezifisch sind, da müssen wir echt aufpassen, dass wir so sprechen, dass uns jeder verstehen kann. Sagen wir es mal so.

Zackes Brustik [00:25:14]: Da machen wir kurz einen praktischen Einschub, um das tatsächlich auch dann für alle, die zuhören in der Praxis sind, beantworten zu können, das besser machen zu können. Und danach schauen wir wieder in den STM rein. Ich habe bei euch gesehen, ich glaube, ihr habt 120, da musst du mir jetzt kurz mit dem Wording helfen, Botschafter auch gruppenweit, die das Thema vorantreiben. Da gibt es ein paar, die haben den Titel Koordinator oder Koordinatorin und ein paar, die sind, glaube ich, verantwortlich. Ich glaube, 120 die das verantworten jeweils in ihrer Sparte und 17 die das koordinieren.

Incken Wentorp [00:25:43]: Ja, also wir haben Nachhaltigkeitskoordinatoren und Koordinatorinnen und Nachhaltigkeitsbeauftragte. Das ist insbesondere bei uns wichtig für die Berichterstattung, weil in unseren Nachhaltigkeitsbericht rund ungefähr 90 Unternehmen mit dem Bericht abgedeckt werden. Und wir müssen natürlich sicherstellen, das hast du ja auch am Anfang schon gesagt, dass wir trotz unseres breiten Portfolios unserer sehr unterschiedlich aufgestellten Unternehmen in der Gruppe nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Und dafür haben wir diese diese Strukturen geschaffen, diese Rollen geschaffen. Das sind aber nicht Personen, die jetzt das Thema Nachhaltigkeit vorantreiben im Sinne Ich bin jetzt hier mal jemand und erzähl den Leuten links und rechts von mir, schaltet man den Lichtschalter schneller aus. Das sind vor allem auch Leute, die sich fachlich wirklich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen und uns die Daten und Informationen liefern, die wir wiederum dann in unserem Bericht zusammenfassen müssen. Genau, das sind inzwischen auch deutlich mehr

Zackes Brustik [00:26:35]: als 120 Beauftragte war das Wort nicht

Incken Wentorp [00:26:38]: verantwortlich Beauftragte, weil die Verantwortung und das ist glaube ich ganz, ganz wichtig. Die Verantwortung liegt da, wo auch die finanzielle Verantwortung liegt. Sprich ein Gruppenvorstand ist für die Gruppe im Thema Nachhaltigkeit auch verantwortlich. Ein Geschäftsführer oder eine Geschäftsführerin ist für ihr eigenes Unternehmen verantwortlich, genauso für die Nachhaltigkeitsthematiken wie für die Finanzthematiken. Die Verantwortung liegt da, wo sie hingehört. Die bekommen Unterstützung natürlich operativ, zum Beispiel bei der Datenerfassung und das sind dann die Nachhaltigkeitsbeauftragten. Und da haben wir tatsächlich in jedem Unternehmen, teilweise auch auf einzelner Niederlassungsebene Personen und wie du richtig gesagt hast, dann auch noch mal in den Sparten.

Zackes Brustik [00:27:17]: Und worauf ich hinaus wollte, ist, ihr habt zusätzlich noch ein Handbuch geschrieben, was ihr denen an die Hand gebt. Ich glaube, um genau diese Themen dann wirklich so greifbar zu machen, dass es eben nicht Klimatransitionsplan heißt, sondern die Menschen links und rechts von ihnen dann auch verstehen, warum sie gerade angesprochen werden.

Incken Wentorp [00:27:32]: Richtig. Also das ist inzwischen unsere heilige Bibel. Das ist auch ein sehr ordentliches Dokument geworden. Wir haben verschiedene Updates gemacht. Ich glaube, wir sind inzwischen bei Version 10 oder 11 allein im Jahr letzten letzten Jahr, weil wir eben immer wieder Fragen bekommen haben und das ist eigentlich auch so eine Erkenntnis, die wir hatten. In den esrs ist ja sehr oft sehr klar vorgegeben, worüber gesprochen wird und vieles ist sehr detailliert vorgegeben und vieles ist aber auch wird ganz freigelassen. Und dann muss man natürlich schon schauen, worüber sprechen wir. Und das geht dann alleine schon beim Thema beispielsweise Schulungsstunden los. Was heißt denn Schulungsstunde? Ist das eine Schulungsstunde, wenn du, zack, ist jetzt vor mir im Büro stehst und dich mal eine Stunde hinsetzt und sagst, Inken, ich erzähl dir jetzt mal ein bisschen was? Oder ist es erst eine Schulungsstunde, wenn wir sagen, ich kriege danach ein offizielles Zertifikat und da habe ich eine Unterschrift drunter und ich bin dann irgendwie, keine Ahnung, zertifizierte DGNB Auditorin. Alleine das, was wird als Schulung verstanden? Sind das nur interne Schulungen? Sind das nur externe? Sind es beides? Da hatten wir am Anfang ganz viele Fragezeichen, wie gesagt, die in den ESRS auch nicht richtig beantwortet werden. Und um da eben sicherzustellen, dass wir alle auch wirklich ganz genau vom Gleichen sprechen, haben wir dieses Handbuch intern aufgesetzt, das für uns natürlich auch sehr gruppenspezifisch ist, weil es eben alle Thematiken mit aufnimmt, die da irgendwie drumherum spielen. Und wir haben echt festgestellt, das war wirklich ganz, ganz wichtig, weil sonst weiß ja keiner oder keine, was sie richtig beantworten soll.

Zackes Brustik [00:29:02]: Wir halten fest, wir müssen wirklich die Art und Weise, wie wir intern kommunizieren, verbessern. Also weil es ist so einfach, ich merke das auch immer wieder, es ist so ein kleines bisschen mein Haus, mein Boot, mein Flugzeug. Wenn man in der Babbe redet, ist so ein kleines bisschen immer so ein Übertrumpfen, wer die ISRS runterbeten kann, so ungefähr und genau weiß, was da wortwörtlich drin steht. Das ist in der Bubble natürlich sehr cool, aber es hilft einem nicht in der Abteilung oder im Unternehmen weiterzukommen. Da muss man wirklich die Geschichte erzählen.

Incken Wentorp [00:29:33]: Das hast du auch wirklich überall. Also wir hatten letztens ein Meeting, das fand ich super spannend. Da hat mein Chef vor sehr vielen Führungskräften das Thema Nachhaltigkeit noch mal hervorheben wollen und meinte, ja und jetzt kommt die EPBD und das bedeutet ja, dass wir uns dieses und jenes noch mal genauer anschauen müssen etc. Und dann war ich mal so frei und habe danach noch mal gefragt, meinte so jetzt, ich würde gerne noch mal erklärt bekommen, wofür steht denn EPBD noch mal und was ist das? Kann mir das hier einer erzählen? So und es konnte keiner und nur

Zackes Brustik [00:30:05]: kurz, ich halte fest, nicht, dass du intern eins auf den Finger bekommst, das hast du nicht an deinen Chef gerichtet, sondern in den Raum nach dem Motto der Raum verstanden, worüber wir gerade reden.

Incken Wentorp [00:30:13]: Nein, natürlich, absolut. Also mein Chef, der kann das hoch und runter beten, um Gottes willen, nein, aber weil wir beide eben in der Woche in sehr, sehr vielen EPBD Sitzungen saßen und Workshops und daran gearbeitet haben und dann vergisst man eben auch mal schnell, dass die Leute, die einem gegenüber sitzen, das im Zweifel nicht wissen, dass EPBD für Energy Performance of Buildings Directive steht und eine EU Direktive ist und dass es da ums Thema Energieeffizienz etc. Geht. Und das ist halt, das möchte ich nur sagen, das ist ja ein Phänomen, das haben wir sehr oft, dass wir selbst auch, und da nehme ich mich nicht aus, Thematiken haben, wo wir so detailliert drin sind, dass wir irgendwie automatisch davon ausgehen, ja, da spricht doch gerade eigentlich jeder drüber und jeder versteht das und weiß, worum es ungefähr geht und dem ist eben nicht so, weil wir einfach so eine komplexe Welt mit so vielen Themen sind aktuell, dass, dass wir einfach schauen müssen, kann mir mein Gegenüber noch folgen Und ich meine, wir wissen es alle bei den esrs spätestens oder bei auch Scope irgendwas, ich weiß nicht, ja, da geht es ja wirklich dann teilweise so in die Tiefe, dass wir gucken müssen, können wir es nicht einfach mal wieder so ausdrücken, dass wir alle mitnehmen? Grundsätzlich immer überall.

Manuel Reppmann [00:31:27]: Ich finde den Moment immer extrem spannend, wenn ich in Unternehmenstrainings, die ich gebe an verschiedenen Business Schools vor, eine Gruppe trete, die von einem Unternehmen geschickt wird und die vorher wenig bis gar nichts mit dem Thema Nachhaltigkeit zu tun hatte. Und man führt dann die Teilnehmenden in die, ich nenne das immer Alphabet Soup of Sustainability ein. Und ich finde das immer, es hat so was von so einem Catch Up Effekt, so bis 2019 bis zum Green Deal war die Landschaft noch relativ überschaubar. Es gab ein Pariser Klimaabkommen, es gab ein paar regulatorische Themen, paar Standards auch im Reporting, aber danach kam ja nach und nach, wie aus so einer Ketchup Flasche, die du lange schüttelst und erst kommt nichts, willst du Ketchup auf deine Nudeln bringen und auf einmal kommt alles auf einmal, weil du zu lange geschüttelt hast. Und so ist es ja auch mit der ganzen Regulatorik an vielen Stellen. Und das hat ja echt so einen Workersalat ergeben. Und wenn man dann vor die Gruppe tritt und versucht, eine gemeinsame Sprache zu finden und diese ganzen Abkürzungen einigermaßen so einzuführen, dass man damit arbeiten kann, merkt man erst mal selber manchmal, in was für einem Rabbit Hole man so täglich ist, wenn man sich mit diesem Regulatorikradar beschäftigt, wo ganz viele Punkte momentan aufpoppen und dann auch wieder verschwinden und dann wieder aufpoppen aus der Unternehmenssicht sozusagen. Und das ist schon etwas, was vielleicht manchmal zu sehr unterschätzt wird tatsächlich.

Zackes Brustik [00:32:42]: So, jetzt haben wir quasi als einen kleinen Exkurs hatten wir das Thema Kommunikation und wie können wir dafür sorgen, dass wir besser verstanden werden und dann auch im Unternehmen damit weiter vordringen, selbst wenn an der einen oder anderen Stelle regulativ der Druck wegbricht. Jetzt haben wir definitiv noch zwei Themen aus dem STM, die ich ansprechen will. Wir greifen mal direkt das Business Case Thema raus. Später komme ich noch auf das Thema Banken und ist der Druck da wirklich so groß, wie wir gerne hätten? Aber erstmal Business Case. Also das waren ja, korrigiere mich Manuel, die 17 Prozent, die sagen so, wir haben wirklich ein Business Case für uns entdeckt. Heißt das, alle anderen schmeißen wirklich nur Geld raus und sind sauer, weil sie keine Ahnung, 50 für ihre ESG Software ausgegeben haben und nichts bei rumgekommen ist? Oder ich glaube, ich habe das sogar demnächst irgendwo gelesen, es waren mehrere Million für eine riesige Gruppe, die die EUDR mit Software abdecken wollte und jetzt das Gefühl hat, das Geld hätten wir auch woanders investieren können. Also wie differenziert ist dieses Bild?

Manuel Reppmann [00:33:37]: Da würde ich deiner Aussage, dass das Geld zum Fenster rausgeschmissen ist, tatsächlich gerne widersprechen und diese 17 Prozent auch gerne noch mal so ein bisschen kontextualisieren. Also ich überlege gerade, wo ich starte, weil ich glaube, man könnte überall und nirgends starten. Vielleicht einmal ganz Kurz zu diesen 17 Prozent erstmal und dann komme ich noch mal zu ein, zwei kurzen Gedanken mehr. Es ist ja noch ein bisschen anders. Also die Ergebnisse erkennst du bzw. Dein Unternehmen einen finanziellen Mehrwert bei der Integration von verschiedenen sozialen und ökologischen Nachhaltigkeitsthemen und Aktivitäten. Und da sagen erstmal, ich würde mal Sagen, grob aufgerundet 60 Prozent, ja, diesen finanziellen Mehrwert sehen wir. 17 Prozent kommen daher, wenn man nur die betrachtet, die ich sehe, diesen finanziellen Mehrwert. Und der übersteigt auch schon die Kosten, die ich heute damit habe. Das heißt, es sind ja deutlich mehr Unternehmen, die ich sehe einen Mehrwert. Und es gibt auch noch die, ich kann es gerade nicht einschätzen, wenn man die noch dazurechnet, dann steigt der Anteil, die zumindest mal leicht positiv bis ambivalent sind, noch weiter. Und es sind am Ende des Tages ungefähr ein Viertel, die, ne, eigentlich schafft das Thema bei mir gar keinen relevanten finanziellen Mehrwert. Wir haben im zweiten Schritt dann auch noch, also wir befragen ja überwiegend die Nachhaltigkeitsexperten im Unternehmen auch noch, Was denkt denn deine Geschäftsführung? Würde die die Antwort ähnlich geben, wie du die hier gerade gibst? Und da haben uns ungefähr zwei Drittel, 67 Prozent ungefähr zurückgeantwortet. Ja, die Geschäftsführung wird die Einschätzung, wie ich sie jetzt hier getroffen habe, ähnlich schätzen. Also scheint es eine relativ hohe Übereinstimmung auch zu geben. Also das ist so ein bisschen, deshalb würde ich das auch ein bisschen positiver sehen. Trotzdem sind die 17 Prozent ja irgendwie so ein, tun die ein bisschen weh auch für uns jetzt, glaube ich, hier drei Podcasts, wo wir sagen, wir wollen das Thema ja weitertreiben. Ich glaube aber, dass es der Debatte insgesamt gut tut, damit sich nochmal kritischer auseinanderzusetzen. Also ich habe über die letzten Wochen und Monate, das muss jetzt nicht nur an unserer Studie liegen, das kann auch an vielen anderen Sachen liegen, aber ich habe viel wieder von, also auch Newsletter bekommen von Softwareunternehmen, von Beratungen, die wieder viel stärker auch diesen Business Case oder Wirtschaftlichkeitsgedanken im Kontext der Nachhaltigkeit nach vorne gestellt haben, weil manche andere Treiber, Stichwort Regulatorik, nur mal eben jetzt mit wegfallen. Und da ist es, glaube ich, gut, wenn wir diese Debatte anstoßen, um einfach auch sie weiterzudenken, voneinander zu lernen, Forum zu schaffen, wo wir Best Practices teilen, weil ich glaube, es ist nicht eine Frage von gibt es den Business Case ja oder nein? Also die gibt es auf jeden Fall Da brauchen wir nicht drüber diskutieren. Die Frage ist ja, wie erreiche ich den als Unternehmen? Und ich glaube, da ist es immer eine sehr, sehr, sehr individuelle Unternehmenssituation, eine sehr, sehr individuelle Unternehmensrealität. Abhängig von meiner Branche, ob ich produziere oder nicht, wer sind meine Kunden, wie bin ich finanziert, bin ich auf Bankenfinanzierung angewiesen. Über so viele verschiedene Hebel kann ja ein Mehrwert entstehen. Und deshalb hilft, glaube ich, einem einzelnen Unternehmen diese ganzheitliche Betrachtung. Gibt es jetzt den Business Case oder nicht, glaube ich, relativ wenig. Ich glaube, dieses Ergebnis, was wir da berichtet haben, hilft eher so ein bisschen der öffentlichen Debatte und vielleicht auch als Signal Richtung Politik. Und es haben ja auch einige Bundestagsabgeordnete unsere Studie aufgegriffen. Also deshalb ist, glaube ich, das eher auf dieser Metaebene, glaube ich, ein wichtiges Signal. Auf der Unternehmensebene, glaube ich, bringt diese Diskussion nicht so viel, weil es da eher sehr, sehr individuell ist. Und für jeden, für jedes oder fast jedes Unternehmen, würde ich mal behaupten, könnte es ein Business Case werden.

Incken Wentorp [00:36:46]: Wobei ich da jetzt auch noch mal reingrätschen möchte, bitte, wenn ich darf, Manuel, wir sind, da sind wir uns vielleicht mal nicht ganz einig, weil ich muss sagen, ich bin da voll bei Zackes, wenn man so Geschichten hört wie wir haben uns eine Software für mehrere, wahrscheinlich dann ja Euro oder wie auch immer, wenn du meintest, es ist fast eine Million für beispielsweise die Vorbereitung der EUD eingekauft. Also man muss schon sagen, dass viele Unternehmen, und ich finde die EUDR ist ein ganz hervorragendes Beispiel, sich eben darauf vorbereitet haben, festgestellt haben. Also die hat es wirklich ordentlich in sich, insbesondere deswegen, weil sie so katastrophal formuliert ist und einfach so schwammig in vielen Punkten und dann wiederum so detailliert in anderen, die überhaupt gar keinen Sinn machen. Das muss man leider sagen, wirklich wahnsinnig schlecht geschrieben von der Sache her, unglaublich wichtig und genau richtig, meiner subjektiven Meinung nach. Also dass wir uns damit auseinandersetzen, auf jeden Fall. Nur leider die Umsetzung nicht gut gemacht. So, jetzt haben sich viele Unternehmen da letztes Jahr darauf vorbereitet, weil es hieß ja, dass zum ersten Januar das startet. Und wenn man dann als sehr großes Unternehmen das Software einkauft und man muss sagen, dass Softwareunternehmen momentan da auch stolze Preise aufrufen, also da sind wir wirklich bei so Lizenzgebühren teilweise pro Jahr, wo ich echt sagen muss, also Freunde, gute Preisse, sportliche Preise, auch gerade für große Unternehmen, nicht wenig Geld, plus dann ja all die Ressourcen, die man da reinsetzt in diese Vorbereitung. Ich muss sagen, wir bei uns im Unternehmen, wir hatten uns offensichtlich auch drauf vorbereitet, hatten da auch Anwälte, die das wirklich Satz für Satz durchgelesen haben, viel Zeit, viel Mühe reingesetzt haben, um die Fragen zu klären, nur um dann irgendwie gefühlte drei Tage vorher mitgeteilt zu bekommen, ach nee, doch nicht, wird jetzt noch mal ein Jahr verschoben und noch mal umgeschrieben. Das frustriert natürlich enorm. Und wenn wir über dieses Thema Business Case sprechen, dann muss ich sagen, also in diesem Fall, was so diese regulatorischen Verschiebungen angeht, nein, da sehe ich in Teilen teilweise auch kein Business Case. Aber das ist ja hoffentlich auch nicht das, worüber wir sprechen, wenn wir über das Thema Business Case von Nachhaltigkeit reden. Und deswegen ist da, glaube ich, die Unterscheidung sehr interessant, weil ja bei manchen Dingen ist das Finanzielle und der Aristoteles Ressourcenaufwand, den wir reinstecken, deutlich höher als das, was wir dafür rauskriegen. Also ich kann sagen, ich habe nichts rausgekriegt dafür, dass unsere Anwälte sich mit der EUD beschäftigt haben, keinen Cent. Also das war, wenn man das so sagen möchte, kein guter Business Case, Aber das ist auch nicht der, über den ich jetzt reden würde und über den ich als Business Case verstehe, wenn wir über das Thema Nachhaltigkeit sprechen. Und dann, Manuel, ist ja eigentlich ganz interessant, darüber haben wir noch gar nicht geredet. Wie haben das die Leute verstanden, als sie diese Frage beantwortet haben im SCM?

Manuel Reppmann [00:39:36]: Genau, also ich glaube, ich habe jetzt, als du geantwortet hast, fand ich das sehr gut, was du gesagt hast. Ich habe die ganze Zeit nach dem Widerspruch gesucht zu dem, was ich vorher gesagt habe, aber nicht gefunden, weil ich glaube, das, was du sagtest, ist ja ein super Beispiel, wo Geld wirklich vielleicht auch zum Fenster rausgeworfen wurde, vorerst. Das widerspricht aber, glaube ich, nicht dem Grundsatzgedanken, dass wenn du vielleicht die Innovationskraft des Themas nutzt, es langfristig denkst und vielleicht auch in manchen Industrien, also Branchen mehr oder weniger, aber das Thema langfristig damit auch zum Erfolgsfaktor machen kannst, wenn es heute noch nicht der Fall ist. Da glaube ich, es gibt schon sehr viele Hebel sozusagen, die Value generieren können. Sei es jetzt auf der Kundenseite, sei es auf der Mitarbeiterseite, auf der Finanzierungsseite, Effizienzseite, sei es bei Datenanfragen beantworten, sei es bei Produktionseffizienz und so weiter. Also ich glaube, da sind schon viele Value Hebel, aber die sind halt nicht für jedes Unternehmen hier und jetzt gleichermaßen schon realisierbar. Und das, was du gerade genannt hast, ist ein wunderbares Beispiel für einen Case, glaube ich, wo auch Wert vernichtet wurde und weniger Wert geschaffen wurde. Bin ich total bei sich.

Zackes Brustik [00:40:38]: Und wo habt ihr denn schon Wert geschaffen? Weil das hatte ich ja auch ganz am Anfang angekündigt, ihr seid eins der Unternehmen in der Baubranche, ihr seid gut unterwegs. Ein Ding, wo ich weiß, wo ihr super unterwegs seid, weil das schlägt tatsächlich den Bogen zu meiner allerersten Folge von Gewinne Zukunft. Da hatte ich ein Pioniereinbauunternehmen aus Vorarlberg zu Hubert Romberg, Romberg Gruppe, ähnlich wie die Zech Gruppe, die machen auch Tunnel, die machen große Gebäude, die machen also wirklich große Projekte. Und er hatte damals eine neue Technologie an den Markt gebracht mit einer Ausgründung CRE, wo Sie auf Holz Hybrid Bauweise setzen, sparen Sie 80 Prozent an Emissionen, wenn sie Gebäude bauen. Und das sind wirklich große Gebäude, nicht nur Gartenlauben, sondern mehrstöckige Gebäude, wo wirklich eben der große, große Co Treiber Zement massiv reduziert wird. Und ich habe jetzt bei der Recherche gesehen, mittlerweile seid ihr investiert, ich glaube Romberg ungefähr macht einen Umsatz von einer Milliarde, ihr macht viereinhalb Milliarden. Das ist also richtig cool zu sehen, dass eine Story vor vier Jahren, da war ja schon am Markt, mittlerweile wirklich von vielen großen Playern getragen wird. Also für mich eine supergeile Erfolgsstory, wo sich hier so ein Bogen schließt. Da seid ihr also quasi mittlerweile beteiligt. Ihr nutzt diese Holz Hybrid Bauweise in verschiedenen Projekten. Ist das auch ein Business Case für euch, wo ihr sagt, das machen wir nicht nur, damit unser Nachhaltigkeitsbericht besser ausfällt, sondern weil die Kunden das tatsächlich wollen, weil nicht mehr CO, sondern Geld sparen.

Incken Wentorp [00:41:54]: Also wenn mich nicht alles täuscht, hatten wir CRE und die Holz Hybrid Module schon lange, bevor wir unseren Nachhaltigkeitsbericht hatten? Also ich glaube, Das alleine würde die Frage beantworten. Wir würden auch, glaube ich, niemals etwas in der Größe machen, um irgendwie unseren Bericht etwas grüner zu färben. Manuel da sind wir uns auch tatsächlich sehr einig. Ich stimme dem Fall zu. Es gibt da ein ganz großes Potenzial und es gibt einen Business Case und das sehen wir in vielen verschiedenen Feldern. Kannst du jetzt die Holz Hybrid Module nehmen, du kannst aber auch das ganze Thema Gebäudeenergieeffizienz nehmen. Da haben wir jetzt gerade im letzten Jahr mit der ROM FS, also ROM Facility Solutions, eine komplett neue Firma gegründet. Ich glaube, wir haben jetzt innerhalb von einem jahr da über 140 Personen angestellt. Das alleine zeigt ja, dass wir da ein Investment haben, weil wir an das Thema glauben. Das würden wir niemals machen, wenn wir nicht denken würden, dass das ein erfolgreiches Konzept ist. Und weil wir da einfach ganz klar sehen, das Thema Gebäudeenergieeffizienz ist so eine große Chance und da sind wir so gut aufgestellt. Wir haben mit uns, jetzt nicht bei uns in der Gruppe direkt, aber als Business Partner auch die ROM Technik Firma, die sich da schon seit Jahren mit auseinandersetzt, die eine Forschung und Entwicklung hat, die genau schaut, wie können wir eigentlich mit Digitalisierung und jetzt dann auch mit KI den Gebäudebetrieb so effizient gestalten und so nachhaltig gestalten, dass wir da einfach in der Zukunft auch wirklich viel Ressourcen einsparen können. Und ich fand es ganz spannend, ich habe neulich erst wieder gehört, wir haben alleine in Deutschland irgendwie knapp öffentliche Gebäude, nur öffentliche Gebäude und knapp Kommunen. Und diese Kommunen geben im Jahr über 5 Milliarden Euro für Energie aus und ein Großteil davon eben auch für den Betrieb von Gebäuden. Jetzt muss man sagen, das hat ja ein riesiges Potenzial. Und demzufolge haben wir einfach, mittlerweile bauen wir uns das, also haben wir sowieso schon, wie gesagt, mit der ROM sehr lange, aber haben wir einfach Know how und Kompetenzen, die dafür benötigt werden, genau das umzusetzen. Und wenn wir jetzt noch mal zurückgehen zu der EPBD beispielsweise, das ist ja schon wieder eine Regulatorik, die da auf EU Ebene kommt, die eben auch vorgibt Themen wie Null Emissionsgebäude ab 2030 Sanierungsquoten immer zuerst von öffentlichen Gebäuden, dann auch von privaten. Da ist ja so viel Musik drin in dem Thema. Also ich glaube, wer das nicht erkennt, hat es leider noch nicht richtig verstanden. Und demzufolge bin ich da sehr froh, dass wir da auch, also gerade bei der ROM FS, das ist eine junge, coole, richtig gut aufgestellte Truppe, die daran auch wirklich glaubt und das Thema so dermaßen gut spielt, dass wir da einfach, also das ist für mich einfach ein sehr schönes Beispiel bei uns jetzt ganz

Zackes Brustik [00:44:44]: explizit und nur kurz, dass die Leute nicht verwirrt. Wir hatten ROM auf unterschiedlichste Weise gerade. Wir hatten Romberg, die schreiben sich mit H, bei denen war es die Ausgründung CRE, Da seid ihr eingestiegen als Tech Gruppe, als Investor und nutzt das auch in euren Projekten. Das andere schreibt sich ROM, das ein anderes Projekt, das eure eigene wahrscheinlich Ausgründung oder dergleichen. Aber das heißt, wo ihr auch ein neues Team aufgestellt habt und ihr am Start seid mit einem neuen Produkt, auch sehr erfolgreich. Also das heißt, es funktioniert.

Manuel Reppmann [00:45:12]: Ich hatte Ende letzten Jahres ein Training mit einem großen Unternehmen und wir saßen zusammen mit 35 Mitarbeitenden und ein Vorstandsmitglied war auch mit dabei. Und wir haben das genauso diskutiert, wie wir drei das jetzt gerade machen. Was ist der Mehrwert? Was sind die Kosten? Und wir kamen nicht zum Ergebnis, weil du kannst auch nicht alles quantifizieren. Gerade auf der Mehrwertseite kannst du vieles noch nicht quantifizieren, weil bestimmte Externalitäten auch einfach noch nicht internalisiert sind, weil es keine Preise gibt für bestimmte Dinge, die du als Unternehmen polutest oder irgendwie in der Gesellschaft verschlechterst. Deshalb kann man sich da lange drum drehen. Wir kamen aber nicht auf die eine Zahl am Ende, ob das Thema sich jetzt gerade rechnet oder nicht. Und dann stand dann in der Diskussion der Vorstand auf und hat Leute, wir machen das jetzt, I'm a believer. Das Thema wird uns erfolgreicher machen und Kurs nach vorne. Und das heißt nicht, dass jedes Unternehmen die Entscheidung so treffen muss. Aber es war auf jeden Fall ein Moment, der noch länger mit mir resoniert hat, weil das glaube ich sehr ans Herz der Debatte geht, die wir gerade haben, wie unterschiedliche Unternehmen damit umgehen.

Zackes Brustik [00:46:12]: Es ist eine Diskussion, da könnten wir eine ganze Staffel draus machen. Was mich doch ein bisschen verwundert hat, Manuel, ist, ich hatte in vielen Folgen das Narrativ im letzten halben Jahr Ja, okay, der Omnibus rollt, aber auf der Finanzseite ist die EU ziemlich hinterher und kommt noch mit Instrumenten, die plötzlich die gleichen Daten einfordern. Also ich sage mal die Daten, wo man vorne im Schaufenster dachte, juhu, wir müssen sie nicht mehr ins Schaufenster hängen, weil das bleibt uns erspart. Da kommt dann durch die Hintertour der Bänker und will die Daten für seinen eigenen Transitionsplan, den er jetzt ab 26 plötzlich einreichen muss und vorher nicht musste. Aber in eurem Report fand ich spannend, weil ihr habt ja auch gefragt, die Finanzwirtschaft quasi, wie relevant ist das Thema Nachhaltigkeit in den Gesprächen mit euren Partnern in der Realwirtschaft? Und das war sehr wenig, ich glaube, es war nur so ein Drittel. Und das Spannende war, es war auch zu neun Prozent weniger relevant. Als im vorherigen Bericht.

Manuel Reppmann [00:47:04]: Genau, da sind wir wieder bei den Einschätzungsfragen, Sentimentfragen und das zieht sich wie ein roter Faden durch die Studie. Wenn wir fragen nach der Priorität im Unternehmen von Nachhaltigkeit, ist es rückläufig. Im Austausch mit Banken war es leicht rückläufig, ist es weniger relevant gewesen. Und auch auf der Bankenseite, also unabhängig voneinander haben beide Parteien, Banken und Unternehmen uns gleichermaßen zurückgespiegelt, dass das Thema etwas weniger Relevanz hatte als noch im Vorjahr. Und natürlich, wir haben uns auch die Frage gestellt, wie kann man das vielleicht auch einordnen, weil wir natürlich auf der Bankenseite nach wie vor einen stärkeren regulatorischen Push haben, der auf der Realwirtschaftsseite nun jetzt in Teilen entschärft ist. Und deshalb finden wir, ist es wichtig, da dranzubleiben, diese Fragen auch in Zukunft zu stellen, um zu schauen, ob sozusagen dann auch in dem realen Austausch miteinander das Thema dann auch wirklich auf den Tisch kommt und dass es mehr ist als ein bisschen stiefmütterlich, ein paar KPIs abfragen oder ein paar Checkboxen zu ticken. Und das wird sich, glaube ich, vor allem in Zukunft zeigen. Also die Banken, mit denen wir sprechen, es gibt ja auch einige, also große Bankenverbände sind Partner bei uns oder auch einige Privatbanken. Wenn wir mit denen reden, dann sagen die natürlich, wir integrieren das jetzt systematisch in unsere Risikomanagementsysteme, wir müssen einiges tun. Wir haben die 7. Emma Risk Novelle, die EBA Guidelines, jetzt wird das ins Kreditwesen gesetzt, auch gesetzlich verankert in Deutschland und da kommt eine ganze Menge, da führt gar kein Weg dran vorbei. Und ja, dann wird sich ja in der Zukunft ja auch zeigen, wie sich dann auch die Zahlen dann entwickeln, ob das auch wieder mehr Fahrt aufnimmt in den Gesprächen.

Zackes Brustik [00:48:32]: Aber das heißt, ich war jetzt schon ein bisschen traurig, weil ich das Gefühl hatte, so narrativ, als ich auch versucht habe, hier im Podcast hochzuhalten, wurde dadurch eure Zahlen erst mal wieder unter Minuten, weil eigentlich hätte es in die andere Richtung gehen müssen, vom letzten STM zu diesem STM, dass es 10, 15, 20 Prozent mehr werden, nicht weniger.

Incken Wentorp [00:48:46]: Das tut mir leid, dass wir dich da mit der Studie enttäuschen. Ich muss aber auch leider sagen, es ist ganz spannend, weil Manuel hat ja gerade zum Beispiel die EBA Guideline angesprochen und man sieht jetzt auch in den Medien, dass die ersten Banken wirklich hohe, teilweise Millionenstrafen zahlen müssen, weil sie ihre Klimarisiken nicht der EZB so offengelegt haben, wie sie es hätten tun sollen. Also das passiert auf der einen Seite, das muss man ja auch mal ganz klar sagen. Und auf der anderen Seite ist es aber tatsächlich so, das kann ich auch so aus meinen, meiner Erfahrung im letzten Jahr mitgeben, auch mit vielen anderen, mit denen ich gesprochen habe. Leider ist es nicht so, wie wir uns das vielleicht zum einen wünschen und man zum anderen auch vermuten würde, gerade mit diesen Millionenstrafen am Horizont. Nachhaltigkeit ist nicht in jedem Finanzierungsgespräch das große Thema.

Zackes Brustik [00:49:37]: Mein Zwischenfazit ist, es ist genau das, was wir am Anfang auch schon hatten. Es wird fragmentierter und man kann es in die eine Richtung auslegen oder in die andere Richtung. Und da kommen wir zu dem, was ich in der Anmoderation gesagt hatte. Also spannend ist, dass euer Bericht bis zur AfD vordringt. Das ist ja schon mal. Das heißt, dass ein Bericht, der sich mit Nachhaltigkeitsberichterstattung und den Daten befasst, quasi so weite Kreise zieht. Das finde ich erst mal positiv Kurios, aber dass dann ausgerechnet solche Player versuchen, das als quasi Fundament für ihr eigenes Narrativ zu nutzen. Das Fazit daraus Gerade rangeln alle drum, oder was ist die eigentliche Geschichte, Wohin bewegt sich die Welt? Und für mich das Wichtigste daran ist, als intrinsisch motivierte Menschen in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit, welche Geschichte können wir gerade wirklich glaubwürdig erzählen? Und wir behalten ja auch die Deutungshoheit.

Manuel Reppmann [00:50:25]: Ich glaube, das kann ich nur dreimal unterstreichen. Wir sind ja auch mit vielen Medienpartnern, Verbänden im Austausch mit Politikern und Politikerinnen. Es ist glaube ich auch nochmal ein Narrativ oder auch generell gesamtgesellschaftlich gerade stückweit neu verhandelt wird. Wir sehen das beim Reporting. Wie viel Reporting brauchen wir, wie viel Transparenz, um erfolgreich zu transformieren, relevante Wirtschaftszweige. Wir sehen das aber auch dann, wenn es dann wirklich ins Investitionsverhalten und vielen Dingen reingeht, dass mehr abgewogen wird. Also es wird fragmentiert auch glaube ich, noch eine Zeit lang bleiben. Ich glaube auch zum Beispiel Reporting wird noch fragmentierter. Dann wird weniger die Frage sein, mache ich jetzt Reporting ja oder nein, sondern es wird einfach viel mehr Formen des Reporting geben, von verpflichtend bis freiwillig oder auch eher so bilaterale Vereinbarungen, dass du nur einzelne Rating teilst oder einzelne KPIs auf Anfrage. Auch das ist ja aber eine Form des Reportings. Ich glaube, es wird alles fragmentiert und da müssen wir uns, glaube ich, in den nächsten Jahren ein bisschen drauf einstellen, dass dieses Ringen um das Narrativ weitergeht. Wir wurden auch schon darauf angesprochen als STM, naja, aber ihr seid ja eine Studie, die aus der Buddel ursprünglich kommt. Du hast es selber gesagt, Zakes, auch BMW und Baum sind alle mit dabei, aber dann nehmt ihr ja teilweise den Leuten ein bisschen den Wind aus den Segeln, wenn ihr Ergebnisse auch zeigt, die vielleicht nicht so in das Narrativ passt, was man sich wünscht. Das ist ein Argument, was mich natürlich auch beschäftigt. Aber ich glaube halt, dass wir dieses Narrativ nur dann glaubwürdig erzählen können und auch die Debatte glaubwürdig prägen können, wenn wir halt bei dem bleiben, was die Realität abbildet. Das können wir natürlich auch nicht. Perfekt. Keine Studie ist perfekt, aber ich glaube, nur auf dem Pfad kann man wirklich vorwärts kommen und wie Inken das schon gesagt hat, sich nicht in Win Win Wonderland Debatten sozusagen zu verlieren.

Zackes Brustik [00:52:11]: Inke, dann gehört das Abschlussstatement dir und ich verweise noch auf den dritten Hut, den du trägst, weil du bist ja auch im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie im Ausschuss Nachhaltigkeit. Ich glaube, du leitest ihn sogar. Das heißt, das ist ja genau der Punkt, wo diese Diskussionen stattfinden. Kann ich mir vorstellen, zum Hauptverband Industrie, da prallen alle Sichtweisen aufeinander, die man möglicherweise diskutieren kann. Das heißt, wie gehst du da in den Runden vor. Also welches Narrativ spinnst du und wie sorgst du dafür, dass die Deutungshoheit so ein bisschen bei uns bleibt?

Incken Wentorp [00:52:40]: Das wäre jetzt die perfekte Frage, um nochmal einen ganzen Podcast von vorne zu starten, weil das als Abschlussfrage spannend gestellt,

Zackes Brustik [00:52:50]: da komme ich gerne drauf zurück in

Incken Wentorp [00:52:52]: ein paar Wochen würde einfach sagen, Glaubwürdigkeit heißt doch genau das, was Manuel auch gerade angesprochen hat, Ein ehrlicher Umgang mit einer Faktenlage. Und genau das machen wir sowohl im Lenkungsausschuss in der Bauindustrie als auch bei uns im Unternehmen. Was ich generell mache. Ich glaube, dass wir einfach uns ehrlich Themen anschauen müssen, dass es eben nicht schwarz weiß ist und dass es gerade nicht einfach zu beantworten ist, weil die Antwort immer wieder irgendwo oder die Wahrheit liegt immer irgendwo dazwischen. Und das anzuerkennen und gleichzeitig dann daraus das zu nehmen, was uns in die Zukunft bringt, ohne uns zu sehr an der Vergangenheit festzuhalten, ist glaube ich, das, was uns allen weiterhilft, gleichermaßen eben ohne sich in Wunschgedanken zu verhängen, sondern einfach mit einer gesunden Spur an Pragmatismus.

Zackes Brustik [00:53:41]: Das mit dem Wunschgedanken ist so. Vielleicht hatten wir so ein kleines bisschen auch einfach getrieben durch die Regulation, so ein bisschen zu sehr dieses Versprechen von, es ist doch so ein, ich glaube, das hat einer von euch auch im Vorgespräch gesagt, so Win Win Wonderland war zu einfach. Wir haben hier Nachhaltigkeit und dann erreichen wir Nachhaltigkeitsziele, gleichzeitig haben wir mehr Resilienz, gleichzeitig können wir irgendwie unsere Startup Ideen im Markt pushen und das ist alles so, das wird schon alles richtig dufte.

Incken Wentorp [00:54:05]: Und wir hatten es sehr einfach, weil wir konnten am Ende des Tages immer sagen, na ja gut, am Ende müssen wir, deswegen interessiert es mich gar nicht, ob du daran glaubst oder nicht. Und jetzt ist doch eigentlich die Phase, wo wir uns mal wieder wirklich drüber unterhalten können, warum machen wir es denn wirklich, auch wenn wir es nicht müssen? Was bringt es uns? Was hat es mit Resilienz, mit Wettbewerbsfähigkeit, mit Risikominimierung zu tun und wie kann es uns wirklich auch in die Zukunft bringen? Da kommt es jetzt drauf an.

Manuel Reppmann [00:54:30]: Ich finde es einfach schön, dass wir uns jetzt einfach auf einer auch positiven Note sozusagen dann heute voneinander wieder trennen. Und ich wollte hier noch mal ganz kurz unterstreichen, weil ich hatte für deine Hörerinnen und Hörer, zack, ist noch ein klein bisschen Recherche gemacht, was auch gute Trends sind. Und du hattest ja vorhin schon am Eingang gesagt des Podcasts, Hey, der SCN zeigt ja auch, Daten werden mehr und mehr Ziele und das ist ja erstmal alles gut, auch wenn manche der Dinge vielleicht ein bisschen symbolisch sind und das dann reale Umsetzen manchmal noch ein bisschen fehlt. Aber auf dieser datenbasierten Ebene kann man, glaube ich noch mal unterstreichen, auch global. Wir haben jetzt auch viel über Deutschland gesprochen, aber vielleicht noch mal so ein, zwei, die aus meiner Hausaufgabe Vorbereitung für diesen Podcast hervorgegangen sind und vielleicht eine gute Stimmung noch machen. Wir sehen, dass Investoren signifikant über die letzten Jahre immer mehr ESG Daten nachfragen, weil der Umsatz dieser Anbieter extrem gestiegen. Das heißt, am Kapitalmarkt sind die Daten weiterhin gefragt. Der Sustainable Finance Markt ist widerstandsfähiger als gedacht. Nachdem der in 2025 ein bisschen eingebrochen ist, hatte die ING jetzt eine Prognose veröffentlicht. Der Markt zieht wieder an. Also alles, was Green Social Sustainability Bonds und Loans und Linked Bonds und Loans angeht, die ISSB Nachhaltigkeitsstandards, die IFRS S und S werden in über 37 Rechtsräumen weltweit nach und nach jetzt mittlerweile adaptiert und werden auch da für mehr Daten und mehr Standardisierung und Vergleichbarkeit sorgen. China und UK entwickeln eigene Standards. Carbon Disclosure Projekt sind die Anzahl der Unternehmen, die Treibhausgasemissionen weltweit berichten über die letzten Jahre auf jetzt über Unternehmen angestiegen, haben sich vervielfacht über die letzten Jahre. Also ich will damit nur sagen, auf dieser Datenseite auch global. Es ist positiv, dass sich total viel tut. Die Frage ist, wann übersetzt sich das dann auch in noch konsequentere Entscheidungen?

Zackes Brustik [00:56:09]: Das war eine richtig coole Zusammenfassung. Ich glaube, ich werde dich auch noch mal fragen, mir das runterzuschreiben, weil das würde ich gerne in den Newsletter reinpacken. Das ist so eine schöne Übersicht, eine Good News Übersicht. Vielen, vielen Dank euch zwei. Es war eine wilde Diskussion. Wir sind hin und her gesprungen. Der STM selbst ist viel strukturierter als mein Skript für diese Folge war. Also wer wirklich genau reinschauen will und wissen will, welche Zahlen stehen dahinter, auf welcher Basis haben wir diskutiert, ladet euch den STM noch runter. Ich verlinke ihn in den Shownotes, wendet euch direkt an Manuel, wenn ihr ganz konkrete Fragen habt, easy zu finden auf LinkedIn, auch Manuel verlinkt in den Shownotes. Und wenn ihr mit Inken sprechen wollt, wie sie das Thema übersetzt, wie sie die ganzen Narrative in ihrem Unternehmen vorantreibt, in der Zech Gruppe, sprecht sie an. Sie ist ja nicht umsonst in der Peer School for Sustainable Development, freut sich jederzeit mit ihren Peers zu sprechen. Vielen, vielen Dank euch zwei. Vielen Dank Inken.

Incken Wentorp [00:56:59]: Danke, es war eine Freude dabei sein zu dürfen.

Zackes Brustik [00:57:02]: Und vielen Dank Manuel.

Manuel Reppmann [00:57:03]: Ich sage auch ganz, ganz lieben Dank.

Zackes Brustik [00:57:05]: Also abonniert noch schnell den Podcast, auf die Glocke drücken. Und wenn ihr das Gefühl habt, dieser Podcast wäre super wertvoll für irgendjemanden, den ihr kennt oder im Netzwerk habt, dann freue ich mich enorm, wenn ihr ihn weiterempfehlt oder einfach ungefragt den Folgen Link an diese Person schickt. Und bis zur nächsten Folge.

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Dr. Manuel Reppmann forscht als Post Doctoral Researcher an der Professur für Sustainable Business der Universität Hamburg zu Themen rund um die Nachhaltigkeitstransformation von Unternehmen. Er hat den STM mit aufgebaut.
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Incken Wentorp ist Leiterin Nachhaltigkeitsentwicklung / Head of Sustainability bei der Zech Group SE. Zudem engagiert sie sich als Teil der Peer School for Sustainable Development.
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